Ausserirdisches Kundenservice

18. Dezember 2011

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (140) Apropos Kundenservice: gibt es Leben auf den exotischen Planeten Kepler 22b und Samsung Austria?

Glauben Sie mir: viel lieber würde ich über Kepler 22b schreiben. Über den Symbolwert dieser Entdeckung. Über die Phantasien, Hoffungen, Visionen, die sich damit verbinden. Und – inmitten des aktuellen irdischen Jammertals – über die strahlende Helle der Nachricht, dass da draussen, in den unendlichen Weiten des Alls, weitere – zumindest theoretisch – bewohnbare Planeten existieren. Kepler 22b, gerade mal sechshundert Lichtjahre von Mutter Erde entfernt, ist der erste, den man dingfest machen konnte.

Das nenn’ ich eine Weihnachtsbotschaft! Allerdings könnte damit auch das theologische Fundament diverser alleinseligmachender Religionen auf Dauer angeknackst sein. Wenn jetzt noch die Vermutung von Kernteilchen-Physikern am CERN, Neutrinos bewegten sich bisweilen schneller als das Licht, bestätigt wird (derzeit geht man von einem Messfehler aus, aber die Hinweise verdichten sich), bleibt sowieso kein Einstein auf dem anderen. Dann könnte man Kepler 22b ja eventuell mittelfristig so einfach erreichen wie die DomRep oder den Minigolf-Platz im Schlosspark Laxenburg. Ich besorg’ mir schon mal vorsorglich einen Raketenbastelbogen und ein Auswanderungs-Zertifikat samt amtlicher Stempelmarke.

Nun habe ich aber im Kontrast dazu erst unlängst aufgerufen, mir irdische Sorgen und Nöte, zuvorderst den Technik-Alltag betreffend, mitzuteilen. Friedrich G. hat das umgehend getan. „Als „Maschinenraum“-Leser schlage ich vor“, schrieb er mir, „dass Sie sich einmal mit unseren Freunden von Samsung befassen, die zwar ein ganz nettes Smartphone (Galaxy SII) verkaufen, dazu aber eine Frechheit von inferiorem „Kies“-Service-Programm zum Synchronisieren mit PC und Laptop bereitstellen. Die einschlägigen Webforen quellen über von ratlosen Usern, die eine fehlerlose Synchronisation benötigen, das vermaledeite „Kies“ aber nicht zum Laufen bringen. Und die Support-Leute von Samsung schweigen sphynxisch und beantworten keine Mails.“ Ende der Botschaft.

Nun: ich werde dieses Brieflein 1:1 den zuständigen Damen und Herrn des Weltkonzerns weiterreichen. Vorweihnachtsstress gilt in wenigen Tagen nicht mehr als Ausrede, Elektropost nicht zu beantworten. Wobei, wenn ich’s recht bedenke: habe ich nicht selbst vor einigen Monaten den Asiaten eine Beschwerde zukommen lassen? Und warte ich nicht immer noch auf eine weiterführendere Botschaft als jene dürren Zeilen der Pressesprecherin, sie würde den Artikel – es ging um einen vorgeblich „deppensicheren“ WLAN-fähigen Drucker, der bis heute nicht funkt – an die „Kollegen vom Fach“ weiterleiten, „Antwort folgt“?

Also: bitt’schön. Sonst kann ich Samsung Austria auf Kepler 22b beim besten Willen nicht weiterempfehlen. Und müsste akut verneinen, dass da draussen soetwas wie extraterrestrische Intelligenz existiert. Zumindest in punkto Kundenservice.

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Eine Antwort to “Ausserirdisches Kundenservice”

  1. manfred Says:

    samsung service auf der praterstrasse wurde geschlossen. schulden dem betreiber in brunn noch ein paar hundert pracker…


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