Archive for the 'DIE PRESSE' Category

Brennstoff Musik

9. Mai 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (261) The Beat Goes On: Musik als probater Brennstoff für Medien und Märkte. Apple setzt – einmal mehr – zum nächsten Schlag an.

beats-by-dr-dre-03

Witzig zu erleben, wie Gleichgültigkeit, Skepsis und, ja, latente (oder auch explizite) Ablehnung, holterdipolter!, in Enthusiasmus umschlagen können. Conchita ist Österreich nicht mehr wurst. Natürlich ist dieses Phänomen zu einem gerüttelten Maß auch purem Gelegenheits-Opportunismus geschuldet. Aber so tickt die Welt nun einmal. Und der Chanteuse und ihrem Management kann es mit Blick auf den Kontostand herzlich egal sein.

In einer Technik-Kolumne hat es aber, mit Verlaub, nicht um das Entertainment-Business zu gehen. Wobei es ja Schnittmengen gibt. Und zwar jede Menge. Haben Sie mitbekommen, dass Apple – ein Giga-Konzern, der längst weit mehr ist als ein schnöder Computer-Fabrikant – das auch nicht ganz unbekannte Unternehmen Beats aufkaufen möchte? Um satte 3,2 Milliarden Dollar, wie die „Financial Times“ berichtet. Es wäre der mit Abstand grösste Apple-Deal. Bis dato.

Äh, Beats? Ist hierzulande mit Kopfhörern omnipräsent. Und besser bekannt unter Beats by Dr. Dre. Zumindest in jugendlichen Sphären – unserereins bevorzugt dann doch eher Traditionsmarken wie AKG, Sennheiser & Co. Da die knallbunten, basslastigen Beats-Ohrwaschln aber vom namensgebenden HipHop-Guru empfohlen werden (der sich als Beats-Co-Direktor damit eine goldene Nase verdient), verkaufen sie sich bei der Zielgruppe unter 30 wie geschnitten Brot.

Ich mutmasse aber, dass das strategische Interesse der Manager rund um Tim Cook weniger auf die Audio-Technik zielt als auf die Marke. Und auf das Streaming-Service Beats Music. Denn damit hätte Apple auf einen Schlag die passende Ergänzung zu seinen Service-Säulen iTunes (Download) und iRadio (Internet-Radio). Und würde einmal mehr im weiten Bereich der Musikproduktion und
-Distribution den Ton angeben. Angeblich denkt man beim grossen Konkurrenten Google schon über den Erwerb des globalen Streaming-Marktführers Spotify nach – aber das ist wahrscheinlich nur ein geschickt placiertes Investoren-Gerücht.

Was ich daran doppelt und dreifach faszinierend finde, ist das Faktum, dass die immaterielle, emotionale, grenzenlos positiv aufgeladene Ware Musik auch als Börsen-Treibstoff taugt. Quod erat demonstrandum.

Warum nur im Ausland? Wäre ich Major-Talentescout, ich würde umgehend Conchita Wurst unter Vertrag nehmen. Wäre ich TV-Produzent, ich hätte umgehend ein halbes dutzend Musikshows am Start. Wäre ich Philharmoniker oder Symphoniker, ich würde mein eigenes Label gründen. Sässe ich bei Ö3, ich würde die Hosenscheisser in der Musikredaktion feuern, die Kosten für sauteure, pseudowissenschaftliche externe Konsumentenforschung einsparen und Bilderbuch, Minisex, MaDoppelT, Harry Ahamer, 5/8erl in Ehr’n, Giantree, Tschebberwooky & Co. auf und ab spielen.

Think big! Der Rest folgt wie von selbst.

Zukunftsforschung

3. Mai 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (260) Graphen – nie gehört? Die EU steckt gerade eine Milliarde Euro in die Erforschung des Wunderstoffs.

Graphen-II

Wenn jemand den Bewohnern dieses Planeten vor, sagen wir mal: zweihundertfünfzig Jahren erklärt hätte, wir würden einst zum Mond fliegen, mit handlichen Metall-Silizium-Glas-Riegeln miteinander über Kontinente hinweg sprechen, Routen planen oder auch nur bewegte Bilder ansehen, Licht und Wärme aus für das freie Auge unsichtbaren Teilchen gewinnen oder menschliche Lebewesen „klonen“, also gottgleich reproduzieren können – er oder sie wäre taxfrei für verrückt erklärt worden. Jules Verne, H.G. Wells und Mary Shelley („Frankenstein“) waren noch nicht geboren. Und Science Fiction als Literatur- und Filmgattung noch eine Utopie.

In Lauf eines Vierteljahrtausends aber haben sich die kühnsten Visionen als Realität entpuppt. Dabei beschleunigt sich der Fortschritt – als Summe der Erkundungen und Entwicklungen zuvorderst technologischer Natur – mehr und mehr. Viele Forscher meinen: exponentiell. In einer steil nach oben ansteigenden Kurve also, was die Quantität und Qualität der Errungenschaften betrifft. Künstliche Gliedmaßen? Roboter im Haushalt? Selbstfahrende Autos? Oder auch nur ein Autolack, der Schmutz abperlen lässt wie Regenwasser? Alles schon da. Quasi längst Schnee von gestern. Wir nehmen selbst die radikalsten Veränderungen kaum wahr, weil sie so rasant Einzug in den Alltag halten.

Und jetzt bitte um Ihre Aufmerksamkeit. Haben Sie schon einmal von Graphen gehört oder gelesen? Ich muss gestehen: ich auch nicht (und das, obwohl ich mich für einen relativ aufmerksamen Beobachter der Weltläufte halte.) Bis ich diese Woche das Nachrichtenmagazin „profil“ aufschlug und bald in einem ebenso informativen wie aufputschenden Artikel versank. Graphen, stand da zu lesen, sei ein Wunderstoff. Nicht ganz, aber relativ neu.

Ein Material, das aus gerade mal einer Schicht wabenförmig angeordneter Kohlenstoffatome bestünde, also faktisch zweidimensional sei. Dabei 125mal zugfester als Stahl, extrem leitfähig und dehnbar, säurefest, temperaturbeständig, transparent und härter als Diamant. Graphen, so der Wissenschafter und Nobelpreisträger Konstantin Novoselov, könne, nein: werde sowohl die Elektronik, Photovoltaik wie auch die Biotechnologie revolutionieren. Also unser Leben umkrempeln.

Das nenn’ ich mal eine Ansage! Graphen steckt übrigens schon in den Touchscreens unserer Handys drin. Und beginnt mehr und mehr eine Rolle in industriellen Produkten zu spielen. Die Europäische Kommission hat wissenschaftliche Arbeit in diesem Bereich zu ihrem bislang grössten Forschungsprojekt erklärt und mit einer Milliarde Euro unterfüttert. Ich muss gleich mal per Suchmaschine nachfragen, ob das Zeug schon einmal in einem Science Fiction-Roman erwähnt wurde.

Strategie & Perfidie

25. April 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (259) Kann man einen “Shitstorm” inszenieren? Eine heikle Frage mit einer klaren Antwort.

Radio1

Es ist schwierig, etwas in eigener Sache zu sagen und zugleich den Versuch zu unternehmen, annähernd objektiv zu bleiben. Aber ich will es wagen.

Worum geht es? Vordergründig um die leidige „Affäre Lichtenegger“, die im Lauf der vergangenen Woche in YouTube, Facebook und Twitter – landläufig Neue Medien genannt – aufploppte. Und ihre zwangsläufige (?) Fortsetzung und Ausschlachtung in Print, Radio und TV fand. Eine Ö3-Moderatorin hatte in einem Interview so unbedarft wie unbedacht eine leicht abschätzige Haltung zur lokalen Musikszene geäussert, die sich rasant verbreitete. Und hämische Kommentare hervorrief. Die Sache wäre nicht weiter der Rede wert, wenn sich hier nicht ein weites und tiefes Unbehagen kanalisiert hätte, das diversen ORF-Top-Managern und „Public Value“-Strategen zu denken geben müsste.

Was es oberflächlich betrachtet auch tat. Denn der Ö3-Chef verkündete umgehend, die Kritik vieler „Interessierter“ – also Musikschaffender wie Radiohörer – sei nicht unberechtigt, sein Sender „denke nicht so“ und man müsse “bessere Bedingungen und eine Atmosphäre der Wertschätzung und des Miteinander” schaffen.

Positives Signal! Allein: diverse Kommunikationsexperten und Spin Doctors des Unternehmens schalteten zeitgleich in den Rückwärtsgang. Mit vollem Karacho. Die Kernbotschaft lautete nun gegenüber der eigenen gutgläubigen Kollegenschar und diversen „Medienpartnern“: das hätte die böse Musikindustrie angestossen. Um ihres eigenen wirtschaftlichen Vorteils willen.

Geht es noch dümmer, perfider, kontraproduktiver? Diese Verschwörungstheorie ist in etwa so weltfremd, absurd und unkundig der Spielregeln und Mechanismen der Online-Welt wie die These, der Zusammenbruch einer Moderatorin im Studio und der anlassgebende Shitstorm im Internet wäre eine Inszenierung des ORF selbst gewesen.

Bei allem Verständnis für Wagenburg-Mentalität und Mitgefühl mit der gebeutelten Ö3-Ansagerin: da schütten manche bewusst Öl ins Feuer, um ihre eigene Position möglichst nicht zu gefährden. Und die hat wohl auch in einem öffentlich-rechtlichen Unternehmen – it’s the economy, stupid! – mehr mit dem eigenen Geldbörsel als mit einem Kulturauftrag zu tun. Eine lästige Sachfrage, die – ohne greifbares Ergebnis – seit fast zwanzig Jahren diskutiert wird, so (vermeintlich) dialektisch-clever zu einem bald vergessenen “Seitenblicke”-Dramolett umzubiegen, kann und wird nicht gelingen.

Ich gestehe, die Rasanz und Vehemenz der Entwicklung im unkontrollierbaren Social Media-Minenfeld hat auch mich – ich sitze ja quasi mitten in der mächtigen Manipulations-Schaltzentrale der heimischen “Musikindustrie”, haha! – überrascht. Aber die Absehbarkeit der Reaktion des ORF, seine Dialogunfähigkeit und sein Unverständnis heutiger Medientechnologien macht nur noch traurig.

Unerhört!

23. April 2014

Aus gegebenem Anlass: mindestens dreihundert Antworten auf die Frage „Gibt es überhaupt genug gute Musik aus Österreich, um sie auf Ö3 zu spielen?“

antenna_and_radio_waves

Bilderbuch. Falco. Hubert von Goisern. 5/8erl in Ehr’n. Anna F. Klangkarussell. Gustav. Wolfgang Ambros. Conchita Wurst. FlicFlac. Willi Resetarits. Chronic City. Die Strottern. Dame. Julian Le Play. Garish. Mary Broadcast Band. Der Nino aus Wien. GuGabriel. Neodisco. Rainhard Fendrich. Coshiva. Norbert Schneider. Natalia Kelly. Gin Ga. Eloui. Left Boy. STS. Parov Stelar. Marianne Mendt. Thomas David. Playbackdolls. Mauracher. !DelaDap. M185. Dawa. Klimmstein. Bo Candy & His Broken Hearts. Saint Privat. Tanz Baby! Iripathie. Attwenger. Fijuka. Ernesty International. Fii. Herr Tischbein. Saedi. One Two Three Cheers and a Tiger. James Cottrial. My Name Is Music. Bingo Boys. Sohn. Müßig Gang. Kollegium Kalksburg. She & The Junkies. Fatima Spar & The Freedom Fries. Clara Blume. Deja. Ken Hayakawa. Global Deejays. The Base. Darius & Finlay. Austria 3. Free Men Singers. Mono & Nikitaman. Shy. Holstuonarmusigbigbandclub. SheSays. Keiner mag Faustmann. Aphrodelics. The Bandaloop. Mile Me Deaf. Poxrucker Sisters. Kruder & Dorfmeister. Matt Boroff. Sterzinger Experience. Mojo Blues Band. Chris Gelbmann. PBH Club. Clara Luzia. Soap&Skin. Millions of Dreads. Ben Sky. Gerard MC. Boris Bukowski. Russkaja. James Hersey. Ghost Capsules. Monica Reyes. From Dawn To Fall. Waxolutionists. I-Wolf & The Chain Reactions. Papermoon. Leo Aberer. Parov Stelar. Ernst Molden. Ausseer Hardbradler. Catch-Pop String-Strong. Monika Ballwein. Makossa & Megablast. Lorelei Lee. Freischwimma. Dubblestandart. Fred Schreiber. Tagträumer. Luise Pop. Chris Shermer. Club 69. Oliver Mally. Sleep Sleep. Francis International Airport. Bella Wagner. Catastrophe & Cure. Christina Stürmer. Effi. Hubert Tubbs. The Makemakes. Nina Proll. Florian Horwath. DÖF. Sado Maso Guitar Club. DaLenz. Binder & Krieglstein. Mieze Medusa & Tenderboy. Harri Stojka. Nadine Beiler. Dzihan & Kamien. EAV. Heller Propeller. Anik Kadinski. Guadaljara. Marina Zettl. Renato Unterberg. Two in One. Gudrun von Laxenburg. MissIss. 3 Feet Smaller. Gordopac. Kamp. Estebans. Minisex. Alex Miksch. Magdalena Piatti. Monsterheart. Sabina Hank. Giantree. Skero. Marcus Smaller. Christoph & Lollo. Fuzzman. Rodney Hunter. Trio Lepschi. Christine Hödl. We Walk Walls. Yasmo. Ja, Panik. Madita. Hinterland. Texta. André Heller. Donauwellenreiter. Julian & der Fux. Ben Martin. Global Kryner. Eric Papilaya. Freud. Luttenberger-Klug. Bunny Lake. Chuzpe. Susana Sawoff. Wolfram. Mnozil Brass. Bernhard Eder. Zeronic. Dorian Concept. Bulbul. Agnes Milewski. Stereoface. Ganymed. Herzdame. Wilfried. PauT. Hallucination Company. Nowhere Train. Barefoot Basement. Philipp & Julia. Freedom Warriors. Rosengarten. Meena Cryle. Kommando Elefant. Georg Kreisler. Atomique. Her Voice Over Boys. Sofa Surfers. Alkbottle. Cama. Waldeck. Plexus Solaire. Axel Wolph. Mika Vember. Wolfgang Muthspiel. Camo & Krooked. Beat 4 Feet. Saint Lu. Valerie Sajdik. Bernhard Fleischmann. Brenk Sinatra. Neuschnee. L’Âme Immortelle. MLE(e). Sandra Pires. Farewell Dear Ghost. Edelweiss. Moreau`s Creatures. Laura & The Comrats. Die Brüder. Famp. Violetta Parisini. The Beth Edges. Andy Baum. Robert Rotifer. Mother’s Cake. The Makemakes. Como. Martin Spengler & die foischn Wiener. Paper Bird. Gary. Tyler. Drahdiwaberl. A Geh Wirklich. Sin. Filou. Pilots On Dope. Mimu. Hot Pants Road Club. Erstes Wiener Heimorgelorchester. Sigi Maron. Maur Due & Lichter. Chakuza. Mel. Marque. Broadlahn. MaDoppelT. Zweitfrau. Core. Misthaufen. Trackshittaz. Mo. Ogris Debris. Tom Pettings Hertzattacken. Rambo Rambo Rambo. Mondscheiner. Peter Cornelius. Café Drechsler. Helmut Qualtinger. Vera. Opus. Marrok. Sunrise16. Kreisky. Billy Rubin Trio. Marilies Jagsch. Schönheitsfehler. Andreas Gabalier. Heli Deinboek. Tosca. Coshiva. Mimi. Bauchklang. Nazar. DJ Schmolli. Velojet. A Life, A Song, A Cigarette. Unique 2. Weather Report. RAF 3.0. Beckermeister. Ostbahn-Kurti. Sweet Sweet Moon. Milk+. Petsch Moser. Excuse Me Moses. Martin 101. Ramon. Heinz aus Wien. Worried Men Skiffle Group. The Helmut Bergers. Dobrek Bistro. Thomas Stipsits. Joyce Muniz. Die Seer. Krautschädl. Gasmac Gilmore. Ludwig Hirsch. Eva K. Anderson. Die Chiller. Hansi Lang. Moneyboy. The Who The What The Yeah. Die Vamummtn. Kaiser Franz Joseph. Celia Mara. I Am Cereals. Saint Lu. Diver. Count Basic. Global Deejays. Aber das Leben lebt. Nihils. Rucki Zucki Palmencombo. Monobrother. Rounder Girls. Austrofred. Son of the Velvet Rat. Blümchen Blau. Supermax. Zeebee. René Rodriguez. Naked Lunch. Ramona Rotstich. Louie Austen. Georg Danzer. The Sorrow. Bretterbauer. Stefanie Werger. A.G. Trio. Roland Neuwirth. Facelift. Steaming Satellites. Hans Theessink. Manu Delago. Depeche Ambros. Stereotyp. Birgit Denk. Wandl. Count Basic. Room Island. The Vogue. Cardiochaos. Georg Prenner. Inner Storm. Harry Ahamer. Tschebberwooky.

Drei Anmerkungen: 1) Ja, ich halte alle diese Künstlerinnen, Künstler und Bands für potentiell spielbar auf Ö3 (ok, manche nur mit ausgewählten Songs und/oder in einem speziellen Kontext) 2) Man kann sich geschickt aus der Pop-Historie und der aktuellen Szene bedienen – und Generationen verbinden. “Format” hat zwei Wortbedeutungen. 3) Die Liste ist unvollständig. Und ich will den Satz „Es gibt ja keine….“ nie wieder hören.

(Der Beitrag erscheint – wohl gekürzt – am 24.04. als Gastkommentar in “Die Presse”)

Erinnerungen an die Zukunft

18. April 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (258) Next stop Kepler-186f? Gerade mal 490 Lichtjahre entfernt der Erde liegt ihre mögliche Zukunft.

Kepler-186f

Zu den faszinierendsten Topoi zwischen Himmel und Erde zählen die Zukunftsvisionen der Menschheit. Als alter Liebhaber des Genres Science Fiction – von abgegriffenen Perry Rhodan-Schundheftln über kuriose Erich von Däniken-Phantastik bis zu hoch philosophischen Werken von Stanislaw Lem, Isaac Asimov, Arthur C. Clarke, den Gebrüdern Strugatzki oder meinem All Time-Favoriten Philip K. Dick – meint man ja, jede Denkmöglichkeit und potentielle Verästelung der zukünftigen Entwicklungsgeschichte des Planeten Erde und seiner Bewohner zumindest schon einmal durchgespielt zu haben.

Viele utopische Entwürfe enden übrigens im Desaster, nicht wenige gar im endgültigen Untergang der Spezies Mensch. Apokalypse wow!? Könnte man die humanoide Geistesverfassheit im Jahr 2014 nach der Geburt eines gewissen Jesus von Nazareth von der Filmproduktion in Hollywood ableiten (mit besonderem Augenmerk auf das Werk von Roland Emmerich), würde ich eine Dystopie mit definitiv dunklem Ausgang jedenfalls nicht á priori als Unfug abtun. Vielleicht ist ja die Bibel auch nichts anderes als ein uralter, etwas wirrer (oder auch nur schlecht übersetzter) Science Fiction-Roman.

Inmitten des alltäglichen Trauerspiels auf diesem Erdenrund – die Ukraine, Syrien und Nordkorea geben die akutesten, bedrückendsten Exempel ab – kommt die Meldung, Astronomen hätten erstmals einen erdgroßen Planeten in einer potentiell bewohnbaren Zone rund um eine andere Sonne identifiziert, wie ein Lichtstrahl. Weniger, weil man dieses Ziel – es wurde 2012 entdeckt, Kepler-186f getauft und ist rund 490 Lichtjahre entfernt, in kosmischen Dimensionen also quasi ein Katzensprung – wirklich rasch erreichen könnte. Das wird noch Jahrhunderte dauern.

Aber es bietet jetzt schon Zuflucht. Und zwar jenen, die auf Fantasie setzen, auf den Überlebensdrang unserer Spezies (bei immer knapper werdenden Ressourcen) und auf positive Utopien. Und natürlich die Macht, die technologischen Visionen innewohnt. Ab sofort trägt die Hoffnung den Namen Kepler-186f. Und selbst wenn sich die Annahme, der Planet wäre erdähnlich, besässe Ozeane aus Wasser und eine atembare Atmosphäre, nicht bestätigt – seine Entdeckung war ja erst ein allerallererster Anfang.

Man hat Kepler-186f übrigens schon auf Anzeichen einer möglichen Zivilisation untersucht. Per Radioteleskop. Der Himmelskörper schweigt. Möglicherweise aus guten Gründen: vielleicht hat man ja schon Jahrtausende vor Christus im ewigen, allgegenwärtigen Utopien-Bestseller Bibel nachgelesen, was uns Menschen so antreibt.

Beam Me Up!

13. April 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (257) Die Vision “Heimkino” schreit doch eher nach dem Einsatz eines Beamers als nach Riesen-Flachbildschirmen.

BenQ TH681

Der erste Flachbildschirm meines Lebens war ein PC-Monitor mit 15 Zoll Durchmesser, der sich trotz seiner bescheidenen Grösse neben den fetten Röhrenmonitoren der Bürokollegen wie ein furioses Fanal des Fortschritts ausnahm. Das war noch im vorigen Jahrtausend. Rasch wuchsen die Bildschirmdiagonalen – heute sitze ich vor einem 27 Zoll-Panoramabildschirm, der in seinem eleganten Alu-Rücken auch gleich den Rechner integriert hat.

Im Entertainment-Bereich, landläufig auch „Patschenkino“ genannt, wagte ich den Einstieg in die Flatscreen-Moderne, als der koreanische Hersteller LG irgendwann seine erste massentaugliche Plasmabildschirmserie abverkaufte. Für einen wuchtigen 42 Zoll-Fernseher, an den man extra das Tuner-Teil anschrauben musste, verlangte ein Elektromarkt anno 2004 „nur noch“ dreitausend Euro – statt mehr als der doppelten Summe, was dem regulären Listenpreis entsprochen hätte. Dieser Tage habe ich das Gerät dem Sohn einer Freundin geschenkt. Der Monitor hat nicht mal HD-Auflösung oder einen HDMI-Eingang, von 3D-Tauglichkeit ganz zu schweigen.

Das ist der Preis, den Early Adopters zu zahlen haben – heute kriegen Sie ja riesige, hoch auflösende LCD-, LED- und OLED-Bildschirme (Plasmas sind selten geworden) um ein paar hundert Euronen. Und Jahr für Jahr übertrumpfen sich die Hersteller nicht nur in ruinösen Preiswettbewerben, sondern auch in Breiter-Heller-Schärfer-Pixelorgien. Der letzte Schrei sind geschwungene Panels in Kinoleinwand-Dimensionen.

Irgendwie scheint mir, wenn’s um schiere Bildgrösse geht, die Alternative etwas ins Hintertreffen geraten zu sein: Projektoren. Denn jeder TV- und Filmfreund, der etwas bislang auf sich hielt, verdunkelte gern mal geheimnistuerisch den Raum und holte den Beamer aus dem Schrank, um Bilder raumfüllend an die Wand zu werfen. Ist das aus der Mode gekommen? Das wäre schade. Denn ich habe z.B. gerade ein – noch dazu recht kostengünstiges – Modell von BenQ im Test, das wirklich zu begeistern weiss: den TH681 Heimkino-Projektor, der rechtzeitig vor der Fußball-WM in die Geschäfte kommt. DLP-Technik, 3000 Lumen Lichtstärke, eine maximale Bilddiagonale von 7,62 Meter, 3D-Fähigkeit und Full HD-Auflösung lassen keine Wünsche offen. Zumindest von den Prospektdaten her.

Nun: bis dato habe ich an dem Gerät – der Hobbykeller wurde umgehend zum Lichtspieltheater umfunktioniert – keinen noch so kleinen Makel entdeckt. Aber demnächst lasse ich den Newcomer frischfröhlich zu einem Vergleich mit einem zehn mal so teuren Spitzen-Beamer antreten… Bleiben Sie dran.

Denken ist wie Knipsen, nur krasser

6. April 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (256) Sex? Die schönste Nebensache der Welt. Die Parole der Stunde lautet: Macht ein, zwei, viele Protest-Selfies in diesem Land!

Düringer

Der neueste Trend auf Instagram, lese ich, sind Selfies nach dem Sex. Das zur allgemeinen Betrachtung im Netz freigegebene Partner-Porträt nach vollendetem Geschlechtsverkehr (Hashtag #AfterSex) nervt allerdings auch schon die Kollegen vom „Time Magazine“. Restgeile Angeberei, gezwungene Lockerheit und/oder moderner Exhibitionismus sind selten Ausweise von Intelligenz. Wie wär’s denn mal mit einem Selfie nach vollzogenem Denkvorgang?

Denn: „Denken ist wie Googlen, nur krasser“. Diesen trefflichen Spruch habe ich neulich im Netz gefunden, als ich auf der Suche nach Argumenten war, warum Herr Faymann und Herr Spindelegger von ihrer Idee, sich eine „unabhängige und unpolitische“ Kontrollinstanz in der Causa Hypo selbst auszusuchen, dringend Abstand nehmen sollten. Wonach es leider nicht aussieht. Kann es sein, dass die obersten Parlamentarier des Landes die Grundregeln der Demokratie nicht verinnerlicht haben? Und den Imperativ der „maximalen Transparenz“, den man in ORF-Pressestunden wie eine Monstranz vor sich herträgt, am Ende des Tages nicht annähernd ernst meinen?

Diese Kolumne soll gewiss keine Ersatzspielfläche für wutbürgerliche Einlassungen sein. Aber, pardon, es kann einem schon das Geimpfte aufgehen, wenn man einmal mehr erleben muss, wie sehr Überheblichkeit und Ignoranz der institutionalisierten Volksvertreter den gesellschaftlichen Konsens in Frage stellen. Und das Engagement des Staatsbürgers – jedes einzelnen von uns – geradezu erzwingen.

Apropos: es gibt viel zu wenige Politikblogs in diesem Land. Der junge PR-Experte Fabian Greiler präzisiert, dass es kaum Blogs gibt, die nicht eher extremistischen Positionen zuneigen und/oder von Parteizentralen selbst gesteuert werden. Das wäre also ein essentielles Betätigungsfeld: das entschiedene, mit Zahlen, Daten und Fakten unterfütterte Wachrütteln der Bevölkerung.

Und wenn Sie dem geschriebenen Wort nicht anhängen: wie wäre es, die technische Entwicklung in den Dienst der Sache zu stellen? Und in ein Gerät wie Canons Legria mini-X zu sprechen, die Files online zu stellen und darauf zu hoffen, dass sie tausendfach geteilt werden? Die spontan geknipsten Selfies müssen ja nicht zwingenderweise eitle Petitessen sein. Mit Sex zu tun haben (wiewohl, das wichtigste Sexualorgan ist das Gehirn!). Oder allein den Absender Roland Düringer zeigen. Sie sollen nur die Fayeggers und Spindelmänner in ihren Trutzburgen erreichen.

Highest Fidelity

23. März 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (255) “Man sieht nur mit dem Herzen gut”, wusste Antoine de Saint-Exupéry. Aber wie ist das mit dem Hören?

PHILIPS GF851

Nie klang Musik besser als mit dem Philips GF851 Stereo Wechsler Electrophon inkl. Keramiksystem GP215 mit Diamant (genau so stand’s im Prospekt). Der Verstärker hatte nur 2 x 8 Watt Ausgangsleistung und der Rumpelgeräuschspannungsabstand lag bei >55 Dezibel, der „aufsteckbare Plattenandrücker für Wechslerbetrieb“ ging nie in Betrieb und die Lautsprecherboxen waren Vollplastik wie der Rest, aber anno 1977 war das, sagen wir mal: eher egal.

Natürlich war es ein billiges Klumpert. Aber es fehlte an Vergleichsmaßstäben. Objektivität ist sowieso langweilig. Und Pop ein bonbonfarbenes tangerinrot-gespritztes Stromlinienbaby. Das Ding in meinem Jugendzimmer klang gut. So gut, dass ich es nie wieder vergessen habe.

Denn das ist die – so erschütternde wie banale – Wahrheit in Sachen Audioqualität: High Fidelity hängt nur sehr bedingt von Messdaten, Preiszetteln und handpolierten Frontplatten mit der Signatur eines weltberühmten Designers ab. Eher von offenen Ohren, einer Riesenportion Entdeckungslust und Rock’n’Roll! als kategorischem Imperativ. Selbst wenn Sie eher Coltrane, Bach oder Eno zuneigen. Ich stand damals ja mehr auf Drahdiwaberl, Suzie Quatro und das Electric Light Orchestra.

Viele Jahre nach der Inbetriebnahme meiner ersten Stereoanlage machte ich eine Reportage für das „Diners Club Magazin“. Und sprach mit ausgesuchten Profis über ihr Hör-Equipment, von der – leider längst verstorbenen – ORF-Jazz-Legende Walter Richard Langer bis zu einem heute noch aktiven High End-Fetischisten, der sich kindssarggroße Verstärker selbst baute. Weil der Markt seiner Meinung nach „nichts Erwachsenes“ zu bieten hatte. Selbst für viel Geld nicht.

Das Fazit: die mit den protzigsten Anlagen spielten mir stolz durchaus probat klingenden Referenzpressungen vor, interessierten sich aber kaum für sonst etwas. Langer aber, der Mann mit der exquisitesten Musiksammlung, hörte seine Platten und Bänder über höchst durchschnittliche Geräte. Und schien trotzdem jede Menge Spaß zu haben – während die Freaks permanent die Sorge plagte, ob die Verkabelung ihrer Anlage eh optimal, der Strom „sauber“ und das Lautsprecher-Paar millimetergenau an seinem Platz wäre. Eine nie endenwollende Annäherung an das Elysium.

Bei aller Sympathie und Faszination: ich blieb in der Pubertät stecken. Bis heute.

Zeit-Los

8. März 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (253) Neue Zeiten brauchen neue Zeitmesser, könnte man meinen. Aber wo bleiben sie?

Pebbles

Es gibt ja, so scheint es, kaum eine Branche, die so konservativ ist wie die Gilde der Uhrenhersteller. Die letzte große Revolution, die es hier gab, war die Erfindung der “Swatch” Anfang der Achtzigerjahre des vorigen Jahrhunderts (das, wenn man’s recht bedenkt, auch schon im letzten Jahrtausend stattgefunden hat). Der Schmäh des visionären Marketing-Zampanos Nicolas George Hayek, billige, voll integrierte Uhrwerke mit zeitgeistigem Design zu verbinden und die Plastikteile zu Sammlerstücken zu (v)erklären, rettete angeblich sogar die Schweizer Uhrenindustrie. Bis heute sind eine wohl halbe Milliarde Swatch-Exemplare in Umlauf gebracht worden.

Was aber ist mit all den Digitalzeitmessern, Wearables und uhrförmigen Mini-Computern, die mir seit Jahr und Tag von diversen Lifestyle-Magazinen angedient werden? Diese offensiv innovativen und verkrampft originellen Multifunktions-Gadgets laufen gemeinhin unter dem neuen Übertitel „Smartwatch“ – hat sich schon jemand diesen Namen schützen lassen? – und repräsentieren die Zukunft. Angeblich.

Aber ‘s läuft irgendwie nicht. Ich kenne niemanden, der eine Samsung Galaxy Gear 2 trägt. Eine Talkband B1 von Huawei. Eine Smartwatch von Sony. Oder gar eine Pebble, CooKoo oder MyKronoz. Warten wieder mal alle auf Apple? Oder ist die ganze Spezies der futuristischen Uhren, mit denen man auch telefonieren, den Blutdruck messen und die Firmenkonferenz aufzeichnen kann, einfach nur ein feuchter Traum von Prototypensammlern und Daniel-Düsentrieb-Tätern?

Ich lehne mich wahrscheinlich nicht allzuweit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, es geht bei Uhren seit jeher weniger um Technik als um Ästhetik. Vielfach ist eine IWC, Rolex oder Breitling ja das einzige Schmuckstück eines Mannes. Wobei die Geschmäcker natürlich verschieden sind (und Geschmacksnerven nicht selten oft ganz fehlen): mit einer protzig-goldenen, platinenen und gar mit Edelsteinen verunzierten Uhr, die das obszöne Preisschild metaphorisch nie ablegt, können Sie mich jagen. Soetwas mag im Barockzeitalter modern gewesen sein, heute ist es nur ein Ausweis instinktlosen Distinktionsgewinns. Zumal auch Uhren in der Unter-hundert-Euro-Preisklasse tadellos die Zeit anzeigen.

Eine Uhr ist eine Uhr ist eine Uhr. Und soll es auch bleiben. Ich bemerke ja auch bei mir selbst Spuren einer zunehmend antimodernistischen Wertekonservativität. Unlängst fiel mir ein Prospekt der Marke Junkers (klarerweise „made in Germany“) in die Hände, die zu erstaunlich wohlfeilen Preisen geschmackssichere, sehr traditionell gestylte Armbanduhren anbietet. Insbesondere die Fliegeruhren haben es mir angetan.

Gekauft habe ich mir aber letztendlich das Modell 6086-5, das als „Bauhaus Chronograph Dessau 1925“ angepriesen wird. Bauhaus? Ein Mythos der Moderne. Und auch mit einem billigen Uhrlaufwerk aus Fernost im Inneren noch anno 2014 eine Kampfansage für Klarheit und Reduktion. Und gegen die Verschnörkelung des eigenen Lebens. Zeitlos, irgendwie.

Testphase (1)

2. März 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (252) Wie futuristisch ist es anno 2014, ein Elektro-Auto zu fahren? Der Auftakt zu einem Langzeit-Test.

Opel Ampera

“Die Dichtung muß aufgefasst werden als ein heftiger Angriff auf die unbekannten Kräfte, um sie zu zwingen, sich vor den Menschen zu beugen.” (Filippo T. Marinetti, “Futuristisches Manifest”, 1909)

Die Betriebsanleitung hat 216 Seiten. Daran, dass man nach dem Einstieg keinen Zündschlüssel mehr drehen muss (sondern eine blau illuminierte Starttaste drücken), gewöhnt man sich rasch. Ebenso an das leise Surren des Elektromotors, der auch bei Beschleunigung – und, wow!, das Fahrzeug sieht nicht nur aus wie ein „Fast & Furious“-Renner, sondern beschleunigt auch so – kaum mehr Laute von sich gibt.

Was doch etwas übertrieben wirkt, ist die Cockpit-Landschaft, die auf zwei 7-Zoll-Displays Informationen sonder Zahl liefert. Hier stehen aber nicht mehr Geschwindigkeit und Drehzahl im Mittelpunkt, sondern Batterieladung, Reichweite, Kraftfluss und Fahreffizienz. Opel selbst nennt diese Hightech-Kommandozentrale „futuristisch“. Sie merken: eines der üblichen Brot-und-Butter-Automodelle ist hier nicht im Spiel.

Tatsächlich hat man mir einen Opel Ampera zur Verfügung gestellt. Das Schwestermodell in den USA heisst Chevrolet Volt. Nomen est omen: das Fahrzeug nutzt Elektrizität als Antriebsquelle – hat aber zusätzlich einen Benzinmotor eingebaut, um im Bedarfsfall die Batterie mit bordeigenen Mitteln aufladen zu können. Kein ganz neues Konzept: der Ampera ist seit 2011 auf dem Markt.

Der Hersteller hat also einige Erfahrungen gesammelt – und meint, die vollmundige Werbeansage, man müsse bei diesem Fahrzeugtyp „keinerlei Einschränkungen in Bezug auf Reichweite und Alltagstauglichkeit hinnehmen“, mit Fakten untermauern zu können. Aber spielt auch die Infrastruktur mit? Wo und wie kann man Strom tanken? Wieviel Benzin lässt sich im Durchschnitt sparen? Wann rechnet sich ein solches Vehikel (das ja immer noch deutlich teurer ist als ein vergleichbarer Opel mit herkömmlichem Verbrennungsmotor)?

Fragen über Fragen. Gesucht sind Antworten. Sie sind es, die mich reizen, mit dem Ampera einen mehrwöchigen Test zu machen, zumal mich die zukunftsträchtige (?) Sparte e-Mobil wirklich elektrifiziert. Das erste, was ich gelernt habe, ist: man kauft heute kein Auto mehr – man investiert in ein individuelles Mobilitätskonzept. Die Steckdose in der eigenen Garage ist ein Fixpunkt in all diesen Überlegungen (apropos: viele Garagen in Österreich haben traditionellerweise keine Steckdosen), aber natürlich nur die halbe Miete.

Man sieht sich erstmals im Leben mit Firmennamen wie Smatrics oder Electrodrive Europe konfrontiert, die von der persönlichen Ladestation bis zum per Smartphone-App aufrufbaren Starkstrom-Stützpunktnetz essentielle Dienstleistungen bieten. Opel kooperiert sehr intensiv mit diesen Start-Up-Unternehmen (hinter denen grosse Energie- und Technikkonzerne stehen). Die erste Elektro-Tankladung habe ich dennoch – semifuturistisch – am Parkplatz des Supermarkts um die Ecke stibitzt.

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