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	<title>Grob. Gröber. Gröbchen.</title>
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	<description>JUST ANOTHER WEBLOG : KOLUMNEN. KOMMENTARE. KRAM.</description>
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		<title>Grob. Gröber. Gröbchen.</title>
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		<title>Zukunftszone ohne Zukunft?</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 17:58:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE PRESSE]]></category>

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		<description><![CDATA[MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (36) Die „Futurezone“ ist so öffentlich-rechtlich wie der Rest-ORF. Mindestens. Was hat die Politik dagegen?

Es war nur eine Randnotiz. Aber sie machte mich stutzig. „Mit der „Futurezone“ könnte der ORF unerlaubt privaten Medien Konkurrenz machen“, schrieb Patricia Käfer in einem &#8222;Presse&#8220;-Artikel über den „rot-schwarzen ORF-Deal“, der dem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1334&subd=groebchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (36) Die „Futurezone“ ist so öffentlich-rechtlich wie der Rest-ORF. Mindestens. Was hat die Politik dagegen?</strong></p>
<p><a href="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/11/futurezone.jpg"><img src="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/11/futurezone.jpg?w=128&#038;h=90" alt="" title="Futurezone" width="128" height="90" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1335" /></a></p>
<p>Es war nur eine Randnotiz. Aber sie machte mich stutzig. „Mit der <a href="http://futurezone.orf.at/">„Futurezone“</a> könnte der ORF unerlaubt privaten Medien Konkurrenz machen“, schrieb Patricia Käfer in einem <a href="http://diepresse.com/home/kultur/medien/522307/index.do?from=suche.intern.portal">&#8222;Presse&#8220;-Artikel</a> über den „rot-schwarzen ORF-Deal“, der dem Unternehmen 160 Millionen Euro bringt. Und eine Verschnaufpause bis zum Jahr 2013. „Darüber entscheidet künftig eine neue, weisungsfreie Medienbehörde.“ Punktum. </p>
<p>Ich will hier nun kein Lamento darüber anstimmen, dass sich die Medien-Visionen unserer Politiker offenbar im Austausch missliebigen Personals, dem Drehen an der Finanzschraube und der Aufschichtung zusätzlichen bürokratischen Überbaus erschöpfen – gewiss gänzlich weisungsfrei, nichts anderes vermutet man als gelernter Österreicher. Aber warum soll diese neue Behörde zuvorderst die „Futurezone“ ins Visier nehmen?</p>
<p>Für jene, die das Angebot nicht kennen: es ist einer von acht &#8222;Channels“ auf ORF.ON, dem <a href="http://orf.at/uebersicht/">Online-Angebot</a> der grössten Medienorgel des Landes. Schwerpunkt: Technik, Neue Medien, digitaler Alltag. Also Kernthemen für einen ernstzunehmendes journalistisches Portfolio der Jetzt-Zeit. Und tatsächlich machen die Kolleginnen und Kollegen einen guten Job: einerseits gewinnt man, so man sich nicht nur für Fussball, Lady Gaga oder Dessous-Mode interessiert (dafür gibt es andere ORF-Kanäle), einen probaten Themen-Überblick, andererseits gehen manche Stories richtig in die Tiefe. Oft mehr – Online-Medien kennen keine Platzprobleme – als alteingessene Print-Platzhirsche und Kommerz-Privatiers. „Futurezone“ ist gehaltvoller, zukunftsträchtiger, öffentlich-rechtlicher als vieles andere, was uns unter diesem Titel verkauft wird. Was sollten institutionalisierte Medienwächter dagegen haben? Oder gar die EU? Vom Gebührenzahler mal ganz abgesehen. </p>
<p>Von wegen &#8222;unerlaubte Konkurrenz&#8220;: natürlich könnte man argumentieren, die &#8222;Futurezone&#8220; würde &#8211; im ORF-Kontext weit mehr als zur Hälfte gebührenfinanziert &#8211; etwa den Technik-Seiten von <a href="http://diepresse.com/home/techscience/index.do">&#8222;Presse&#8220;</a>, <a href="http://derstandard.at/Webstandard">&#8222;Standard&#8220;</a>, <a href="http://www.kurier.at/techno/">&#8222;Kurier&#8220;</a> usw. das Wasser abgraben. Und Petitessen wie diese &#8222;Maschinenraum&#8220;-Kolumne be-, wenn nicht gar verhindern. Das ist natürlich Unsinn. Erstens ist die Dichte und Qualität des Angebots jenseits reiner Boulevard-Berichterstattung und PR-Medienpartnerschaft endenwollend. Zweitens: warum sollte eine Fremd- oder Selbstbeschränkung der ORF-Themenfindung gerade diesen Bereich treffen? Da schienen mir Dessousmode oder Lady Gaga-News schon verzichtbarer. </p>
<p>Und last, but not least ist im konkreten Fall der wesentlichste Mitbewerber nicht in Österreich anzutreffen. Sondern kommt aus Deutschland &#8211; es ist der technikorientierte News/Content-Aggregator <a href="http://www.heise.de/">heise.de</a>. In Hannover wird man sich herzlich bedanken für die Schützenhilfe des österreichischen Gesetzgebers. Werbebeschränkungen oder Verbote für hiesige Online-Angebote, die natürlich auch vom ORF kommen können und sollen, bringen dem lokalen Qualitätsjournalismus keinen Eurocent mehr. Sondern lassen mögliche Umsätze viel eher in Richtung Deutschland abfliessen. Schon jetzt ist <a href="http://www.spiegel.de/">spiegel.de</a> eines der fünf meistgenutzten Online-Angebote hierzulande.<a href="http://www.bild.de/"> bild.de</a> ist ebenfalls auf der Überholspur. Deckelt man bei den ORF-Online-Diensten die Werbung, lohnt es sich für die Deutschen, es wie im TV-Sektor zu machen und lokale Werbefenster einzurichten. Das geht im Internet übrigens noch hurtiger als beim Fernsehen. In diesem schwierigen Umfeld scheint auch der <a href="http://www.voez.at/">VÖZ</a> (Verband österreichischer Zeitungen), ganz auf Spurenelemente eines möglichen eigenen Vorteils bedacht, kurzsichtig zu agieren &#8211; um es mal vorsichtig auszudrücken. </p>
<p>Insgesamt drängt sich der Verdacht auf, dass uns wieder einmal unter unverfänglichen Stichworten wie <a href="http://lehofer.at/blog/2009/11/orf-g-novelle-qualitatssicherung-im-orf.html#links">„Qualitätssicherung“</a> und <a href="http://zukunft.orf.at/">„Public Value“</a> ein Schleiertanz um den Futtertrog untergejubelt wird. Ich schätze nur, wenn die Politprofis dieses Landes so tolldreist weiter vor sich hinwursteln – holen Sie schon mal Ihr Faxgerät aus dem Gerümpelkeller, um ev. an der urdemokratischen <a href="http://www.jurablogs.com/de/repraesentative-raete-teil-1-publikumsrat-oder-kameradschaftsbund-bildung-tun-hat">ORF-Publikumsrats-Wahl</a> teilnehmen zu können! – gibt’s bald keinen Futtertrog mehr. Weder hie noch da. Sondern ein Publikum, das sich sein Programm selbst macht. Und seine Medienpolitik. Wie, ist schon heute in der „Futurezone“ nachzulesen. Hoffentlich auch morgen noch.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/groebchen.wordpress.com/1334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/groebchen.wordpress.com/1334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/groebchen.wordpress.com/1334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/groebchen.wordpress.com/1334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/groebchen.wordpress.com/1334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/groebchen.wordpress.com/1334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/groebchen.wordpress.com/1334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/groebchen.wordpress.com/1334/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/groebchen.wordpress.com/1334/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/groebchen.wordpress.com/1334/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1334&subd=groebchen&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Unfreiwillige Selbstkontrolle</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 00:20:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE PRESSE]]></category>

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		<description><![CDATA[MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (35) Digitale Medien: der Staat versucht die Jugend vor Schmutz &#38; Schund zu schützen. Allerdings mit den falschen Mitteln. 

Moral und Marketing, diese Wörter haben wohl nicht zufällig denselben Anfangsbuchstaben. Eine Ereiferung über die reichlich durchsichtige, aber immer wieder auf’s Neue wirksame Provokationstechnik der deutschen Rockband Rammstein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1288&subd=groebchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (35) Digitale Medien: der Staat versucht die Jugend vor Schmutz &amp; Schund zu schützen. Allerdings mit den falschen Mitteln. </strong></p>
<p><img src="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/11/fsk-18.jpg?w=96&#038;h=96" alt="FSK 18" title="FSK 18" width="96" height="96" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1292" /></p>
<p>Moral und Marketing, diese Wörter haben wohl nicht zufällig denselben Anfangsbuchstaben. Eine Ereiferung über die reichlich durchsichtige, aber immer wieder auf’s Neue wirksame Provokationstechnik der deutschen Rockband <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rammstein">Rammstein</a> – rollen Sie bitte das „R“ bei lautem Vorlesen rrrichtig geräuschvoll! – ist an dieser Stelle nicht angebracht. Deren neues Album <a href="http://www.rammstein.de/">&#8222;Liebe ist für alle da&#8220;</a> landete in Deutschland zuerst auf Platz eins der Verkaufscharts, dann auf dem Index. Dass aber Ministerien und Staatsbehörden den Jugendschutz mit Mitteln forcieren, die bestenfalls unwirksam und lächerlich sind, im schlimmsten Fall jedoch sogar noch den Bekanntheitsgrad und Reiz indizierter Produkte steigern, soll, darf und muss auch abseits des Feuilletons kommentiert werden.</p>
<p>Die Sache ist nämlich die: Texte, Töne, Spiele, Bilder, Filmchen – was immer in digitaler Form vorliegt (und das tut heute fast alles), wird kaum mehr über eine Ladentheke verkauft. Und damit auch nicht unter einer Ladentheke. Oder „unter der <a href="http://www.ostarrichi.org/oesterreich-508-at-Budel.html">Budel</a>“, wie man in Ostösterreich sagen würde. Die Ware ist längst zu unkontrollierbarem, beliebig vervielfältigbarem und watscheneinfach zu verbreitendem „content“ mutiert, den weder die Herstellerfirmen, der Handel noch Vater Staat richtig zu fassen kriegen. Eine „<a href="http://www.bundespruefstelle.de/">Bundesprüfstelle</a> für jugendgefährdende Medien“, wie in Deutschland, kann noch so oft darauf hinweisen, dass die geprüfte Materie moralisch zweifelhaft, tendenziell sittengefährdend und inhaltlich mindestens so fragwürdig ist wie Privatfernsehen nach Mitternacht – es juckt keinen. Vor allem keinen Jugendlichen. Die haben das Zeug natürlich alle längst aus dem Internet oder von der Festplatte der Schulkollegen auf die eigene Festplatte gezogen. Oder sehen sich allerlei Unartiges, Rammstein-Videos zählen da eher zu den harmloseren Dingen, als Pixel-Stream an. Eventuell sogar hochauflösend. Nur der Handel und die Plattenfirma fallen um das Geschäft nach alter Manier um. Und eine Band wie Rammstein darf ob der offiziellen Aufwertung ihres Böse Buben-Status frohlocken. </p>
<p>Bei allem Verständnis für pädagogische Signalsetzungen: wirklich ärgerlich ist dieses längst zu sinnlosem Aktionismus verkommene Hase-Igel-Spiel aber dann, wenn der Staat meint, Kunst- und Kultur-Konsumenten á priori bevormunden zu müssen. Etwa, in dem er auf unübersehbaren, färbigen Stickern erklärt, ein Film wäre z.B „ab 12 freigegeben“. Oder „ab 18“. Oder &#8222;ab 0“. Letzteres ist besonders lächerlich. Diese Altersfreigaben müssen seit einiger Zeit fix auf den Hüllen von DVDs angebracht werden. Unablösbar. Also gedruckt. Auf der Vorderseite. Sorry: das läuft meinem ästhetischen Empfinden zuwider. Eventuell haben sich ja Grafiker etwas gedacht bei der Gestaltung eines Covers oder einer DVD-Hülle. Eventuell ist es einer &#8222;MediaMarkt&#8220;- oder &#8222;Libro&#8220;-Verkäuferin schnurzegal, wenn sie einem 13jährigen eine DVD verkauft, die erst &#8222;ab 16&#8243; freigegeben ist. Eventuell kann ich ja auch soetwas wie Eigenverantwortung zeigen, wenn mich mein vierzehnjähriger Sohn nach dem &#8222;Letzten Tango in Paris&#8220; frägt (aber erstens frägt er mich wahrscheinlich nicht, wie ich meine Eltern auch nicht gefragt habe, ob ich frischfröhlich Marquis de Sade lesen dürfe&#8230; Und zweitens finde ich den neuen Roland-Emmerich-Katastrophen-Blockbuster &#8211; freigegeben ab 12 Jahren &#8211; ungeschaut obszöner als Bertoluccis Filmklassiker.)</p>
<p>Was folgt als nächstes? Bücher, deren Umschläge mit fettgedruckten Leserichtlinien versehen werden? Rundgänge durch Museen, wo <a href="http://de.academic.ru/pictures/dewiki/82/Rubens_-_Judgement_of_Paris.jpg">Rubens</a>- und <a href="http://www.kultur-online.net/files/exhibition/bosch.jpg">Hieronymus Bosch</a>-Bilder überhängt sind? Oder auf den Gemälden Warnpickerl kleben? Stadtpläne, in denen Sperrzonen und &#8222;No Go Areas&#8220; markiert sind? Technik-Kolumnen, deren Lektüre eine Ausweiskontrolle voraussetzt? Wenn Ihnen jetzt die &#8222;Rauchen kann Krebs verursachen&#8220;-Kennzeichnungen auf Zigarettenpackungen einfallen: bigotter geht&#8217;s wohl nicht. Selbst vom allerletzten Lungenzug der Suchtopfer kassiert der Staat noch annähernd fünfundsiebzig Prozent <a href="http://salzburg.orf.at/stories/162738/">Tabaksteuer</a>.</p>
<p>Die Filmfirmen haben auf ihre Weise geantwortet: sie bieten „Wendecover“ an, die den <a href="http://www.spio.de/index.asp?SeitID=420">FSK-Sticker</a> flugs wieder verschwinden lassen.</p>
<p>P.S.: In Österreich gibt es keine &#8222;Freiwillige Selbstkontrolle&#8220; nach deutschem Vorbild. Jugendschutz ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendschutzgesetze_in_Österreich">Ländersache</a>, sehr uneinheitlich geregelt (man hat den Eindruck, oft gar nicht), und in Sachen DVD hängt man sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Altersfreigabe#DVD_und_Video">pragmatisch</a> quasi beim grossen Bruder an. Rechtliche Bindung hat das aber nicht. Was nichts an den mehr als markanten, hierzulande erst recht unsinnigen und störenden FSK-Aufklebern ändert.</p>
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		<title>Die neuen, toten Österreicher</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 19:19:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[MUSIK]]></category>
		<category><![CDATA[ONLINE ONLY]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Debatte um ein neues ORF-Gesetz ist in der heissen Phase. Nicht vorrangig, aber doch, geht es auch um Inhalte. Etwa um den österreichischen Film. Oder heimische Musik. Letztere leidet seit Jahren unter massiver Ignoranz in TV- und Radioprogrammen des öffentlichen-rechtlichen Leitsenders. Auch Aktionen wie &#8222;Die neuen Österreicher&#8220; auf Ö3 bewirkten wenig Positives. Eher das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1297&subd=groebchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Die Debatte um ein neues ORF-Gesetz ist in der heissen Phase. Nicht vorrangig, aber doch, geht es auch um Inhalte. Etwa um den österreichischen Film. Oder heimische Musik. Letztere leidet seit Jahren unter massiver Ignoranz in TV- und Radioprogrammen des öffentlichen-rechtlichen Leitsenders. Auch Aktionen wie &#8222;Die neuen Österreicher&#8220; auf Ö3 bewirkten wenig Positives. Eher das Gegenteil.</strong></p>
<p><img src="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/11/saints-1_big.jpg?w=128&#038;h=79" alt="saints-1_big" title="saints-1_big" width="128" height="79" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1300" /></p>
<p>Die Meldungen waren relativ versteckt. In der Presse. Auf jener <a href="http://oe3.orf.at/dieneuenoesterreicher">Seite</a>, die am engagiertesten über jene Handvoll Künstler berichten sollte, die man so demonstrativ ans Herz gedrückt hatte, stand dagegen kein Pieps zu lesen. Fakt ist: <a href="http://diepresse.com/home/kultur/popco/poep/521542/index.do">SheSays</a> haben sich aufgelöst. <a href="http://diepresse.com/home/kultur/popco/poep/519089/index.do?from=rss">Mondscheiner</a> haben sich aufgelöst. Und bei Luttenberger-Klug kracht&#8217;s auch heftig im Gebälk. Selbst Christina Stürmer schwächelt. Bleibt die Hoffnung, daß Österreichs Pop-Mainstream (und zuvorderst Österreichs medialer Pop-Mainstream-Durchlauferhitzer, also Ö3) auf Dauer Gefallen an Anna F. oder Eva K. Anderson findet. Denn sonst sieht&#8217;s eher düster aus. Acts wie Tuesday, Saint Lu (die als Debut ein famoses Retro-Rock-Album hingelegt haben), Cama, The Whazz oder Leo Aberer kennt kaum jemand. <a href="http://groebchen.wordpress.com/2008/11/14/das-grosse-das-gras-wachsen-horen/">Cardiac Move</a>, die Gewinner des letztjährigen &#8222;Ö3-Soundcheck&#8220;, verschwanden alsbald wieder in der Versenkung. Und andere &#8222;Neue Österreicher&#8220;-Hoffnungsträger wie Zweitfrau, Valerie, Band WG, Zeronic, PBH Club oder Excuse Me Moses leiden, wenn sie nicht schon jede Hoffnung fahren haben lassen, an Ö3-Lippenbekenntnissen, gepaart mit zögerlicher Aufmerksamkeit und mangelndem Airplay.</p>
<p>Warum ich Ihnen das alles erzähle? Nun: der mögliche Einwand, mich interessiere diese dünnhäutige und -blütige Szene ja wohl auch nur am Rande, stimmt nur zum Teil. Denn Pop als Format und Konzept trägt das Populäre, die Reichweite, den Mainstream in sich. Und Popkultur hat mich immer interessiert. Schliesslich gab es auch mal Zeiten bei Ö3, da war man mittendrin im Geschehen, ein geschätzter Kommunikationspartner und wesentlicher Katalysator, wenn nicht gar Antriebsmotor für die Entwicklung und das Aufblühen einer Szene. Heute ist Ö3, so hart dieser Befund klingen mag, eher ein entscheidender Faktor für das Absterben einer Idee. Der Idee, daß guter, konsensfähiger, populärer (und gewiß auch weithin verkäuflicher) Mainstream-Pop auch aus Österreich kommen kann. </p>
<p>&#8222;Die neuen Österreicher&#8220; mögen ursprünglich eine gut gemeinte Projektion gewesen sein. Ein pragmatisches Vehikel, die selbstauferlegten Kommerz-Spielregeln und Formatzwänge eines öffentlich-rechtlichen Privatradios zu durchbrechen oder doch clever zu umgehen, und solchermassen on- und off air etwas für heimische Künstler zu erreichen. Aber &#8222;gut gemeint&#8220; ist das Gegenteil von &#8222;gut&#8220;, und die Aktion &#8211; sie läuft nun schon einige Jährchen, mittlerweile wohl nur mehr auf Sparflamme &#8211; trug und trägt, wenn überhaupt, nur zum gern geübten Selbstbetrug der hiesigen Medien- und Kreativszene bei. Der Selbstbetrug lautet, verkürzt: weltberühmt in Wien zu sein genügt. Die ganze Chose sei letztendlich bedeutungslos. Und natürlich seien alle guten Willens, aber es gebe einfach zu wenig Qualität und Quantität und Finanzkraft und Vision und Bedarf in diesem kleinen, engen Land. Insofern mache man eh das Beste draus.</p>
<p>Das ist natürlich eine Bankrotterklärung. Oder zumindest eine Selbstbescheidung, die einer grossen, mächtigen, stolzen Medienorgel, deren Organisten bei Bedarf so gern die &#8222;österreichische Identität&#8220; und jegliche damit verbundene Sinnstiftung im Munde führen, nicht annähernd gerecht wird. Gewiß: gerade Mondscheiner und SheSays hat es an Ö3-Airplay nicht gemangelt. Aber ich wage zu behaupten, daß die enge Formatierung des Senders (und der noch engstirnigere programmatische Umgang damit) eine künstlerische Weiterentwicklung der Bands nicht gerade begünstigte. Die &#8222;Neue Österreicher&#8220;-Punzierung viele eher abschreckte als anzog. Und es die Künstler schliesslich zerriss im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Eine künstliche Pop-Glückseligkeit, fassbare Authentizität und eine stringente Karriere kann auch der ORF nicht vermitteln. Oder gar garantieren. Die typische &#8222;Starmaniac&#8220;- oder &#8222;Neue Österreicher&#8220;-Karriere verlief denn auch so: stark begonnen, stark nachgelassen, ganz schwacher Abgang. Oder: schwach begonnen, starker, weil baldiger Abgang. Ausnahmen bestätigen die Regel. Die A&amp;R-Spürnasen des Senders, zumeist strikt parallel operierend mit der A&amp;R-Politik weniger Major-Firmen (oder vice versa), setzten zu oft aufs falsche Pferd. </p>
<p>Es ist seit Jahren immer dieselbe <a href="http://groebchen.wordpress.com/2008/05/19/her-mit-der-quote/">Geschichte</a>. Um ehrlich zu sein: ich kann sie nicht mehr hören, ich will sie nicht mehr erzählen, ich bin es müde, die ewig gleichen, gleich gültigen und für die Empfänger gleichgültigen <a href="http://groebchen.wordpress.com/2008/07/13/unerhort/">Argumente</a> herunterzubeten. Der &#8222;Dialog&#8220; mit dem ORF gleicht einer Konfrontation mit einer Gummiwand. Es hat auch offensichtlich wenig Sinn, auf jene aktuell besonders vitale, weit aufgefächerte, in <a href="http://www.musikfonds.at/">Qualität und Quantität</a> höchst bemerkenswerte österreichische Pop-Szenerie zu verweisen, die abseits Ö3 blüht. Und trotz der Ignoranz des Senders &#8211; oder gerade wegen ihr? &#8211; gelernt hat, ein Publikum zu suchen und zu finden. Teils über die Grenzen des Landes hinaus. </p>
<p>Das letzte, halbwegs konstruktive Gespräch, das ich diesbezüglich mit den Managern des mit Abstand wichtigsten Senders zwischen Eisenstadt und Bregenz (mit Strahlkraft bis nach München, Bozen, Bratislava) geführt habe, enthielt einen sehr ernstgemeinten Vorschlag: spielt doch Clara Luzia, Soap&amp;Skin, Russkaja, Parov Stelar, Ernst Molden, Florian Horwath, Mauracher, Dzihan &amp; Kamien, Guadaljara, Sabina Hank, Rodney Hunter, Ja, Panik, Madita, Texta, Waldeck, Axel Wolph, Hot Pants Road Club, Vera, Coshiva, Bauchklang, A Life, A Song, A Cigarette, Ramon, Celia Mara, Count Basic, Son of the Velvet Rat, Herbstrock, Zeebee, Naked Lunch oder Louie Austen (just to name a few) rauf und runter. Sie existieren real, sie schlagen sich achtbar, sie sind keine künstlichen &#8222;Starmania&#8220;-Kreaturen, sie haben Aufmerksamkeit und Airplay verdient. Seit vielen Jahren. Klebt ihnen kein dämliches &#8222;Neue Östereicher&#8220;-Etikett auf &#8211; das haben sie nicht gern. Und noch weniger verdient. Denn es sind keine Neulinge, keine Newcomer, und vor allem keine Geschöpfe, die man im eigenen Treibhaus gezüchtet hat. Diese, die alten &#8222;Neuen Österreicher&#8220;, haben sich ja in freier Wildbahn meist als eher wenig widerstandsfähig, glaubwürdig und überlebenstüchtig erwiesen (quod erat demonstrandum, wenn ich zum Anfang dieser Polemik zurückkehre). Tut das, was ein guter, zeitgemässer, noch dazu mit öffentlichen Mitteln finanzierter Sender tun soll: nehmt sie wahr. Nehmt sie ernst. Und nehmt euer Publikum ernst. Denn das würde durchaus gerne etwas mehr von den Künstlern in seiner nächsten Nachbarschaft hören. Und sehen. Haltet euch einfach an den Programmauftrag. Und den Kulturauftrag. Erfüllt ihn mit Leben. That&#8217;s it. Und alles wird gut. Und ihr werdet &#8211; das ist ja die grösste Angst der Macher in der Heiligenstädter Lände &#8211; keinen einzigen Hörer und keine einzige Hörerin verlieren.</p>
<p>Wie gesagt: das waren meine letzten, direkten Worte an diverse Ö3-Potentaten. Zumindest in der Causa &#8222;Airplay für österreichische Künstler&#8220;. Das ist nun doch schon einige Zeit her. Seither herrschte Funkstille. Weitgehend. Nun: dieser Tage nehmen ein paar Damen und Herren, die aus verschiedensten Ecken, Landeswinkeln, Vereinigungen und Interessensverbänden kommen und gemeinsam eine nicht ganz unbeachtete <a href="http://www.sos-musikland.at/">Initiative</a> gesetzt haben, einen neuen Anlauf. Es wird wieder geredet. Noch mehr geredet. Eventuell konkreter, härter, deutlicher geredet als all die Jahre <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090317_OTS0078">zuvor</a>. Mit ORF-Direktoren, Senderchefs, Musikredakteuren. Ob es hilft? </p>
<p>Damit zurück zum Ausgangspunkt: zumindest eine Nachricht wären sie wert gewesen, an der Realitäts-Nebenfront. Eventuell hätten sie sich auch einen Nachruf verdient, SheSays, Mondscheiner und einige mehr, die in diesem endlosen, endlos zähen und endlos beschämenden Kampf bislang auf der Strecke blieben. &#8222;Die neuen Österreicher&#8220; von ORF-Gnaden sind tot. Die neuen, untoten ÖsterreicherInnen werden nicht endlos Geduld haben.    </p>
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		<title>Reaktion des Tages</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 14:53:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
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		<title>Bild des Tages</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 22:31:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img src="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/11/krone-08-11-2009-2.jpg?w=400&#038;h=211" alt="Krone 08.11.2009 (2)" title="Krone 08.11.2009 (2)" width="400" height="211" class="alignnone size-full wp-image-1274" /></p>
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		<title>Fragliche Innovationen, leere Pisten</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 16:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE PRESSE]]></category>

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		<description><![CDATA[MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (34) Stichwort Wintersport. Der manische Innovations-Drang der Skihersteller beschleunigt nur ihre wirtschaftliche Talfahrt.

Österreich, die Nation der Skifahrer, hat ein Problem: der Nachwuchs pfeift auf’s Skifahren. Eine halbe Million Schüler, rechnete ein Wirtschaftskammer-Funktionär, Sparte Tourismus, öffentlich vor, sei seit der Abschaffung verpflichtender Schulskikurse Mitte der neunziger Jahre nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1261&subd=groebchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (34) Stichwort Wintersport. Der manische Innovations-Drang der Skihersteller beschleunigt nur ihre wirtschaftliche Talfahrt.</strong></p>
<p><img src="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/11/ski.jpg?w=96&#038;h=96" alt="Ski" title="Ski" width="96" height="96" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1262" /></p>
<p>Österreich, die Nation der Skifahrer, hat ein Problem: der Nachwuchs pfeift auf’s Skifahren. Eine halbe Million Schüler, rechnete ein Wirtschaftskammer-Funktionär, Sparte Tourismus, <a href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/519623/index.do?offset=25&amp;page=2">öffentlich vor</a>, sei seit der Abschaffung verpflichtender Schulskikurse Mitte der neunziger Jahre nicht auf Wintersportwoche gefahren. Was den Mann nicht ruhen lässt – dann müsse man die Jugend und die Schulen eben wieder in die Pflicht nehmen. Denn: was Hänschen nicht lernt, lerne Hans nimmermehr. Dabei gibt der durchschnittliche Ski-Crack im Lauf seines Pistendaseins rund 47.000 Euro aus. Für g’führige Brettln, Skischuhe, Bekleidung, Skipässe, Hotel und Anreise. Zweifelsohne ein teurer Spass.</p>
<p>Und er wird immer teurer. Armadas von Schneekanonen, exorbitante Preiserhöhungen für Liftkarten (samt schlaumeierischen, verdeckten  „Vorzugspreisen“ für Einheimische), DJ Ötzi-verbrämte Abzocke auf den Almhütten – die Misere ist hausgemacht. Auch die Skihersteller klagen. Jahr für Jahr. Allzuviele gibt es ja nicht mehr: die drei grössten Anbieter Amer (Atomic, Salomon), Rossignol und K2-Völkl beherrschen 70 Prozent des Weltmarktes. Megatrends wie Snowboards und Carving-Skier konnten nichts daran ändern, dass die Hersteller kaum mehr Profit machen. Überproduktion, das Verschleudern von Auslaufmodellen, der nervöse Handel und ein generell schwache Konjunktur beschleunigen die <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/letzte-skiproduktion-in-deutschland-steht-vor-dem-aus;829356">Talfahrt</a>. </p>
<p>„Die Technik wurde erfolgreich weiterentwickelt, aber die Preise konnten nicht angehoben werden“, zitiert die „Welt am Sonntag“ einen Sprecher der Händlervereinigung Intersport. Und exakt hier möchte ich einhaken: die Innovation um der Innovation willen ist eine Pest, die auch diese Industrie erfasst hat. Vielleicht stärker noch als andere. Oft sind es nur preistreibende Pseudo-Verbesserungen, elitärer Zierrat oder kuriose Mode-Gimmicks, die einen brutalen Verdrängungswettbewerb abfedern sollen. „Power Switch“, „Flex Adapter“, „Vario Cut“, „Dynamic Grip Control“, „Doubledeck“-Technologie etc. usw. usf. – merken die Designer und Entwickler nicht, dass die breite Masse mit dieser ewigen Neuigkeiten-Manie wenig anfangen kann? Und will? Oder, wenn schon, gern zum Leihski greift? Es geht schlichtweg darum, halbwegs elegant und/oder rasant den Berg hinunter zu kommen. Und das zu erschwinglichen Preisen. Vielleicht kann man ja mit den High Tech-Wunderdingern dieser Saison auch bergauf fahren. Ich fürchte nur, viele Jugendliche betreten eine weisse Piste, wenn überhaupt, nur mehr virtuell. Mit dem PC-Steuerknüppel in der Hand. </p>
<p>P.S.: Manchmal wünsche ich mir die schlichten – und schönen, im Gegensatz zu den vom Design-Overkill verunstalteten Plastik-, Carbon-,  Aluminium- und Hybrid-Konstruktionen von heute &#8211; Uralt-Modelle Blizzard &#8222;Firebird&#8220;, Fischer &#8222;C4&#8243; oder Head &#8222;Hot&#8220; zurück. Die begehrtesten Brettln meiner Jugend. Man fuhr auf ihnen,  der Kondition und dem skifahrerischen Können entsprechend, durchwegs probat. Die Erinnerung verklärt, würden mir wahrscheinlich die Skiexperten von heute bedeuten. Aber die Freude am Herumteufeln im Schnee entsteht auch (und vielleicht zuvorderst) im Kopf. Wenn Unsicherheit, Minderwertigkeitsgefühl ob eventuell veralteteter Technik, Ärger über die leere Geldbörse oder Desinteresse an Sport generell Raum gegriffen haben, wird&#8217;s wohl nichts (mehr) mit dem gepflegten Winter-Spass. </p>
<p>P.P.S.: Immerhin, ein Hype der letzten Jahre macht Sinn: man sieht immer mehr Skifahrerinnen und Skifahrer, junge wie alte, gute und schlechte, mit Helm auf der Piste. Gut so.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/groebchen.wordpress.com/1261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/groebchen.wordpress.com/1261/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/groebchen.wordpress.com/1261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/groebchen.wordpress.com/1261/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/groebchen.wordpress.com/1261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/groebchen.wordpress.com/1261/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/groebchen.wordpress.com/1261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/groebchen.wordpress.com/1261/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/groebchen.wordpress.com/1261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/groebchen.wordpress.com/1261/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1261&subd=groebchen&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Beiläufige Musiktipps (6)</title>
		<link>http://groebchen.wordpress.com/2009/11/02/beilaufige-musiktipps-6-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 17:50:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[MUSIK]]></category>
		<category><![CDATA[ONLINE ONLY]]></category>

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		<description><![CDATA[ROBERT ROTIFER ist jedem Pop-Fan, FM4-Hörer und Musik-Kenner hierzulande ein Begriff. Als Kritiker, weniger als Musiker. Das sollte sich baldigst ändern. Viele gute Gründe dafür finden sich auf Rotifers neuem Album &#8222;The Children On The Hill&#8220;.

Ich kann Google noch so oft quälen, aber die Suchkombination „rock critic, typewriter, stage“ ergibt keine brauchbaren Treffer. War es [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1239&subd=groebchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>ROBERT ROTIFER ist jedem Pop-Fan, FM4-Hörer und Musik-Kenner hierzulande ein Begriff. Als Kritiker, weniger als Musiker. Das sollte sich baldigst ändern. Viele gute Gründe dafür finden sich auf Rotifers neuem Album &#8222;The Children On The Hill&#8220;.</strong></p>
<p><img src="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/11/cover-rotifer-children.jpg?w=96&#038;h=96" alt="Cover ROTIFER - Children" title="Cover ROTIFER - Children" width="96" height="96" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1242" /></p>
<p>Ich kann Google noch so oft quälen, aber die Suchkombination „rock critic, typewriter, stage“ ergibt keine brauchbaren Treffer. War es Lester Bangs? Waren es Blue Oyster Cult? Oder ganz wer anderer? Es gibt da jedenfalls diese eine Anekdote, die ich im Hinterkopf habe. Irgendwer hat sie mir wohl erzählt, irgendwann, und ob sie wahr oder unwahr ist, tut weiter nichts zur Sache. Es ist eine Geschichte, die das Verhältnis zwischen Musikern und Musikjournalisten, zwischen Lyrics-Urhebern und Texte-Schreibern, zwischen Berichterstattern und den bevorzugten Objekten der Berichterstattung trefflich umreisst. Die Geschichte geht so: </p>
<p>Musikkritiker gelten oft als verhinderte Musiker. Bisweilen nicht zu unrecht. So beschliesst die Band X eines Tages, den ihr gewogenen und befreundeten Kritiker Y mit einer freundlichen Geste zu bedenken. Ja, mehr als das: ihm einen besonderen Wunsch zu erfüllen.  Y darf mit auf die Bühne, die Live-Atmosphäre geniessen, ein Instrument spielen. „Sein“ Instrument. Der Kritiker, ein leidlicher Amateur an der Gitarre, übt und übt. Und schliesslich ist es soweit. Ein umjubeltes Live-Konzert. Zum Höhepunkt und Schluß hin wird eine besondere Attraktion, ein spezieller Gast angekündigt: ein prominenter Fan als „part of the show“. Er darf, kann, soll seine Virtuosität unter Beweis stellen. X stimmen eine ausufernde Jam-Session an, Y betritt die Bühne. „Sein“ Instrument – er denkt wohl an das teuerste Stück der Gitarren-Kollektion der Band – ist sichtbar verkabelt, aber unter einer Abdeckung verborgen. Noch.</p>
<p>Der Sänger der Gruppe X tritt ans Mikrophon, spricht gestenreich und emphatisch einführende Worte, die zugleich an das Publikum und den neuen Bühnenmitstreiter gerichtet sind: man freue sich auf diesen bewegenden Moment, man erwarte Grosses, und man habe Y selbstverständlich ein exklusives Instrument zugedacht, das er wirklich exzeptionell beherrsche und das ihrem Sound eine ganz besondere Note hinzufügen werde&#8230; Der Kritiker ist sichtbar geschmeichelt. Die Band im Hintergrund hebt zum Höhenflug an. Die Abdeckung wird flugs entfernt. Das Instrument, das der gute Mann nun live bedienen soll, ist eine – Schreibmaschine. Eine elektrische, immerhin. Das Publikum tobt. Die Band wiehert. Der Kritiker schreibt. Bleibt ihm anderes übrig?</p>
<p>Warum ich diese Geschichte aus dem großen Fundus der Popkultur-Mythen hervorgeholt habe? Weil wir es bei Robert Rotifer zweifelsohne mit einem Mann zu tun haben, der sich auf beiden Gebieten – dem der Musikberichterstattung und jenem der Musik selbst – einen Namen gemacht hat. Und es wird ihn nicht kränken, wenn ich meine, daß bislang der Journalismus obsiegt hat, was den Rang der Bekanntheit, was Anerkennung und Einkommen und Respekt betrifft. Rotifer ist eine duale Erscheinung: einerseits einer, der samt Gitarre selbstbewusst auf die Bühne steigt, andererseits – vom österreichischen Nachrichtenmagazin „profil“ bis zur „Berliner Zeitung“, vom Radiosender FM4 (ORF) bis zum Deutschlandfunk – als einer der kompetentesten und besten Pop-Schreiber, -Kenner und -Kommentatoren des deutschsprachigen Raums gilt. Das hat damit zu tun, daß der Mann – seit jeher mit einem Hang zum Anglophilen ausgestattet – den Objekten der Begierde näher ist als viele seiner Kolleginnen und Kollegen. Ende der neunziger Jahre zog es den Journalisten samt Familie nach London. Heute leben die Rotifers in Canterbury, selbst Mittelpunkt einer kleinen, aber sprichwörtlichen Szene. Und immer noch nah genug am pochenden Herz der britischen Hauptstadt. Und damit an einer der Hauptschlagadern der Popkultur zumindest des europäischen Kontinents, wenn nicht weltweit. </p>
<p>Aber hilft derlei, wenn es darum geht, als Musiker und Songschreiber zu reüssieren? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht ganz enorm. Nicht jeder österreichische Künstler kann Wreckless Eric als Verfasser der Liner Notes einteilen. Oder eine lokale All Star Band (Darren Hayman, Ian Button u.a.) rekrutieren. Aber lassen wir Robert Rotifer selbst zu Wort kommen: &#8222;Es gibt viel mitzuteilen. Die Form des politischen Liedes – nicht der propagandistischen, sondern der reflektierenden Art – feiert nicht ohne Grund eine Renaissance. Durch Konzertreisen und Airplay ist es mir in den letzten Jahren gelungen, ein wachsendes aufmerksames Publikum für meine Songs zu finden. &#8222;The Children On The Hill&#8220; soll dazu beitragen, dieses Publikum konsequent zu erweitern und die Reise fortzusetzen“. </p>
<p>Das ist in der Tat very british. Nämlich nobel zurückhaltend und äusserst zuvorkommend formuliert. Die Sache ist: Rotifer ist als Musiker immer noch unterschätzt. Sehr unterschätzt (ich neige ja weniger zur Zurückhaltung). Denn aus dem Stand wüsste ich kaum jemanden, der ursprünglich aus der deutschsprachigen Hemisphäre kommend, so elegant, nachhaltig und quasi nebenbei in das britische Pop-Selbstverständnis vor- und eingedrungen ist. Wie ein Virus, der sich als Fan tarnt. Oder ein als Reporter verkleideter potentieller Kulturattentäter, der das Interviewer-Mikrofon zückt, eigentlich aber lieber seine eigenen Songtexte auspacken würde.</p>
<p>Die sind ja auch wirklich nicht von schlechten  Eltern, die Songtexte. „We Put It All In Gold“ etwa handelt von der Frage, so Rotifer, „wo in einer von Finanzmärkten und Machtpolitik beherrschten Welt eigentlich die zwischenmenschliche Wärme abgeblieben ist. Bilder der überlebenden Opfer von Bombardements hatten in mir die gegensätzliche Vorstellung von Steinzeitmenschen geweckt, die sich in der Wildnis rund ums Feuer kuscheln“. </p>
<p>Oder „The Chill Coming Coming Up From The Sea“&#8230; Laut dem Urheber des Songs „ein Aufschwungswalzer für die leistungsorientierte, nach vorne blickende junge Generation, die eingeladen ist, auf dem Dung ihrer Vorgänger aufzubauen“. Oder „The Pickle Jar“, ein „Überwachungsgesellschaftssong aus der Überwachungshauptstadt London. Wenn einmal jeder Moment unseres Handels aus mehreren Perspektiven erfasst und in den als gigantische Gurkengläser fungierenden Festplattenfarmen der Stadt festgehalten ist, gibt es irgendwann nichts als eine endlose Gegenwart, die das Vergangene nie mehr abschütteln kann“. Dazu Geschichten von einem Erpresserpärchen („Working The Room“), einem osteuropäischen Immigranten („The Branch Line“), einen im Zug eingenickten Pendler („Chinese For A Change“), eine übergeschnappte Finanzexpertin („The Damage“) und einen Betrugsfall, am eigenen Leibe erlebt („The Money Goes A Long Way“). Und und und.</p>
<p>Jener Song, der dem vorliegenden Album seinen Titel gab – das Cover-Ölbild, selbstverständlich vom Autor selbst verfertigt, illustriert ihn in naiv-sachlicher Manier, zu hören ist er hier auch – bringt einmal mehr eine Detailbeobachtung eines Alltags-Grenzgängers auf den Punkt. O-Ton Rotifer: „Bei uns zu Hause in Canterbury gehen meine Kinder zusammen mit dem Nachwuchs britischer Soldaten in die Schule, die zum Teil schon ihre dritte oder vierte Tour im Irak oder in Afghanistan hinter sich gebracht haben. Die gehobene Mittelklasse der Gegend meidet diese Schule, weil die Kinder aus den Armee-Baracken auf einem Hügel am östlichen Rand der Stadt einen eher schlechten Ruf genießen. Die Berufsarmee ist schließlich ein Auffangbecken derer, die sonst keinen Job finden, viele von ihnen aus den ärmsten Gegenden Schottlands, andere aus ehemaligen britischen Kolonien. Die Väter hinterlassen den Kindern CD-Rs mit Gute-Nacht-Geschichten drauf, wenn sie in den Krieg ziehen. Wenn sie dann wieder zurück in die Kaserne kommen, bleiben sie dagegen stumm“. </p>
<p>Mit den üblichen La-la-Klischee-Simplizitäten, wie wir sie von heimischen Bands, die sich einer (mehr oder minder) fremden Sprache bedienen, gewohnt sind, haben derlei „lyrics“ nichts zu schaffen. Es sind kleinere und grössere Stories, die hier in Pastellfarben, Zwischentönen und Akkordsprüngen gemalt und zu einem Album, einem Bilderalbum zusammengefasst werden, und sie erheben keinen Anspruch auf Unvergänglichkeit. Wie auch die – handwerklich nicht gerade ungeschickt gestrickten – Kompositionen, die diese Texte einfangen, nicht den Anspruch erheben, den Rock’n’Roll neu zu erfinden. Den Folk, den Pop, das Singer-/Songwriter-Genre. Oder gar, Gott bewahre!, Brit Pop. Man kann die Lieder, die uns Robert Rotifer hier auf der Silberscheibe serviert, als unaufgeregte, aber keineswegs unaufregende Kaminfeuer-Erzählungen geniessen. Sie jederzeit in einen Kontext mit der Musik-Historie der letzten fünfzig Jahre stellen, von den Beatles über die Kinks, Who und Small Faces über The Jam, XTC und Billy Bragg bis hin zu Blur, David Gray, Fleet Foxes und den Kings of Convenience (ich seh’ Rotifers Mundwinkel zucken). Oder sie zuvorderst als liebevoll vertonte journalistische Notizen, Kommentare und Ableitungen verstehen.  </p>
<p>Wie immer auch: diese Quantitäten und Qualitäten zu überhören und zu übersehen, das gelingt wohl nicht. Oder nicht mehr. Oder nur ausgemachten Ignoranten, die meinen, Eulen von Wien über London (respektive Canterbury) nach Athen zu tragen, wäre ja á priori ausgemachter Blödsinn. Wer aber Pop als internationale Sprache versteht, als ewige Liebhaberei und zeitgemässe Form der Flaschenpost, der wird „The Children On The Hill“ als kleinen, aber bemerkenswert konsequenten Beitrag zur Popgeschichte betrachten. Als Rotifers bislang bestes Album. Als Destillat aus Drang, Distinktion und Durchhaltevermögen. Und als äusserst sympathisches Statement eines Universaltalents. Eventuell darf ich ja mal meinen Laptop live an seinen Vox-Verstärker anschliessen.</p>
<p><strong>ROTIFER &#8211; &#8222;The Children On The Hill&#8220;</strong></p>
<p><span style='text-align:left;display:block;'><p><object type='application/x-shockwave-flash' data='http://groebchen.wordpress.com/wp-content/plugins/audio-player/player.swf' width='290' height='24' id='audioplayer1'><param name='movie' value='http://groebchen.wordpress.com/wp-content/plugins/audio-player/player.swf' /><param name='FlashVars' value='&amp;bg=0xf8f8f8&amp;leftbg=0xeeeeee&amp;lefticon=0x666666&amp;rightbg=0xcccccc&amp;rightbghover=0x999999&amp;righticon=0x666666&amp;righticonhover=0xffffff&amp;text=0x666666&amp;slider=0x666666&amp;track=0xFFFFFF&amp;border=0x666666&amp;loader=0x9FFFB8&amp;soundFile=http%3A%2F%2Fgroebchen.files.wordpress.com%2F2009%2F11%2F08-the-children-on-the-hill.mp3' /><param name='quality' value='high' /><param name='menu' value='false' /><param name='bgcolor' value='#FFFFFF' /></object></p></span> </p>
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		<title>Video Killed The Radio Star</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Oct 2009 11:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE PRESSE]]></category>

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		<description><![CDATA[MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (33) Als bloggender Kolumnist sollte man sich nicht auf Werbeankündigungen und PR-Getrommel verlassen.

Leserbriefe sind ja das Salz in der Suppe des Kolumnisten. Auch wenn sie bisweilen auf lässliche Versäumnisse, Irrtümer und Schludrigkeiten hinweisen. So erreichte mich im Lauf dieser Woche Elektropost von Albert Malli, seines Zeichens stellvertretender [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1231&subd=groebchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (33) Als bloggender Kolumnist sollte man sich nicht auf Werbeankündigungen und PR-Getrommel verlassen.</strong></p>
<p><img src="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/10/ipod-nano-video-599x337.jpg?w=128&#038;h=72" alt="ipod-nano-video-599x337" title="ipod-nano-video-599x337" width="128" height="72" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1232" /></p>
<p>Leserbriefe sind ja das Salz in der Suppe des Kolumnisten. Auch wenn sie bisweilen auf lässliche Versäumnisse, Irrtümer und Schludrigkeiten hinweisen. So erreichte mich im Lauf dieser Woche Elektropost von Albert Malli, seines Zeichens stellvertretender Senderchef von Ö3. Wer Malli kennt, kennt auch seinen Enthusiasmus für technische Innovationen. Der neue <a href="http://www.apple.com/de/ipodnano/">iPod Nano</a>, der auch ein probates UKW-Radio abgibt, begeistert ihn genauso wie mich. </p>
<p>Allein: die netten Funktionalitäten, die ich letztens <a href="http://wp.me/p4VGh-jI">an dieser Stelle</a> aufgelistet habe, spielt’s nicht. Niente. Nada. Keine Titelanzeige für gespielte Songs, kein Direkt-Link zu Apple’s iTunes Music Store. Warum? „Der RDS-Standard in den USA ist angeblich ein anderer“, schreibt Malli. „Ich rechne aber damit, dass es bald iPods mit UKW-Tunern nach europäischem System geben wird“. Na hoffentlich erbarmen sich die Jungs in Cupertino, Kalifornien! Oder die Behörden in Wien, Österreich. Denn es könnte auch daran liegen, dass RDS-Informationen zu Songs und Interpreten hierzulande nicht am Autoradio (und sonstwo) angezeigt werden dürfen. Irgendjemand in hiesigen Amtsstuben befürchtet wohl Auffahrunfälle durch Pop-Fanatiker, deren Blicke an LCD-Displays kleben. Sollte Ö3 eine Protestaktion gegen derlei weltfremde Regulative starten: ich bin dabei.</p>
<p>Damit zu einem weiteren iPod-Feature, das ich neulich nur am Rande erwähnt habe, zu unrecht: das Ding kann Videos aufnehmen. Keine Fotos, das nicht, aber Bewegtbilder im H.264-Format mit 640 x 480 Pixeln. Das ist zwar nicht gerade High Definition-Qualität, aber für YouTube und andere Internet-Videoportale ein gefundenes Fressen. Bitte lächeln, Sie werden gefilmt! Und zwar vom pickeligen Nachbarjungen oder von Ihrer eigenen Tochter. Das freut die Bürokolleginnen und Ihren Lieblingsfriseur, so sie das Video entdecken – davon können Sie ausgehen. </p>
<p>Für Alltagsforscher müssten die erwartbaren Myriaden an verwackelten Sequenzen und Terabytes an Sozialpornos jedenfalls en gros ein beglückender Fundus sein. Hersteller professioneller Videokameras dagegen dürften die neue Konkurrenz eher mit gemischten Gefühlen betrachten: einerseits haben wir es bei iPod-Filmchen vielleicht mit ersten Gehversuchen künftiger Truffauts, Hitchcocks und Ruzowitzkys zu tun. Anderseits reicht der Mehrheit wahrscheinlich ein MP3-Player als Miniaturkamera bis in alle Ewigkeit. Schau’n wir mal: ich hab’ seit Sommer höherwertige Geräte von <a href="http://www.kodak.com/eknec/PageQuerier.jhtml?pq-path=14296&amp;pq-locale=de_AT">Kodak</a> und <a href="http://sanyo.com/xacti/english/products/vpc_hd2000/index.html">Sanyo</a> herumliegen. Sie harren intensiver Tests und Exkursionen. Ob ich sie aber noch mal auspacke?</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/groebchen.wordpress.com/1231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/groebchen.wordpress.com/1231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/groebchen.wordpress.com/1231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/groebchen.wordpress.com/1231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/groebchen.wordpress.com/1231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/groebchen.wordpress.com/1231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/groebchen.wordpress.com/1231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/groebchen.wordpress.com/1231/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/groebchen.wordpress.com/1231/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/groebchen.wordpress.com/1231/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1231&subd=groebchen&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Die Rückkehr des Panzerkreuzers</title>
		<link>http://groebchen.wordpress.com/2009/10/28/die-ruckkehr-des-panzerkreuzers/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 20:58:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[MUSIK]]></category>
		<category><![CDATA[ONLINE ONLY]]></category>

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		<description><![CDATA[Wem nach dramatischen Szenen, wilder Musik, revolutionären Parolen, Aufruhr, Solidarität, Diskussionen, Pathos etc. usw. usf. ist, der kann, aber muß sich dieser Tage nicht zwangsläufig in die Universitätshörsäle bewegen. Das Radiokulturhaus hat am 30. Oktober  auch etwas Passendes am Programmzettel. Inklusive pressfrischer neuer, emotional bewegender Tonspur.

„Panzerkreuzer Potemkin“ ist einer der absoluten Klassiker der Filmgeschichte. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1225&subd=groebchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Wem nach dramatischen Szenen, wilder Musik, revolutionären Parolen, Aufruhr, Solidarität, Diskussionen, Pathos etc. usw. usf. ist, der kann, aber muß sich dieser Tage nicht zwangsläufig in die Universitätshörsäle bewegen. Das Radiokulturhaus hat am 30. Oktober  auch etwas Passendes am Programmzettel. Inklusive pressfrischer neuer, emotional bewegender Tonspur.</strong></p>
<p><img src="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/10/pp_cover_300rgb_mi.jpg?w=67&#038;h=96" alt="PP_COVER_300RGB_mi" title="PP_COVER_300RGB_mi" width="67" height="96" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1226" /></p>
<p>„Panzerkreuzer Potemkin“ ist einer der absoluten Klassiker der Filmgeschichte. Das berühmte Opus von Sergej Eisenstein wurde am 1. Dezember 1925 im Moskauer Bolschoi-Theater als offizieller Jubiläumsfilm zur Feier der russischen Revolution 1905 uraufgeführt. Die Handlung lehnt sich sehr frei an die tatsächlichen Ereignisse an, der Meuterei der Besatzung des Kriegsschiffs „Knjas Potjomkin Tawritscheski“ gegen die zaristischen Offiziere – für Eisenstein eine Tragödie in fünf Akten. Wiewohl ein Propaganda- Werk, wurde der Film begeistert aufgenommen und machte den Regisseur weltbekannt. „Panzerkreuzer Potemkin“ wurde mehrfach, unter anderem in den 1950er-Jahren vom britischen Kinomagazin Sight &amp; Sound, zum „besten Film aller Zeiten“ gekürt.</p>
<p>Nun macht sich der Wiener Avantgarde-Veteran Franz Reisecker alias Lichtenberg daran, den Stummfilm neu zu vertonen. Die Bilder-Wucht, Dringlichkeit und Dramatik des Films – die in der berühmten Treppen- Szene im Hafen von Odessa ihren Höhepunkt findet – möchte Lichtenberg in einer zeitgemässen, elektronischen Tonspur widerspiegeln und verstärken. Tatsächlich kein Frevel: Sergej Eisenstein wünschte sich, daß jede Generation ihre eigene Musik zu seinem Film komponiert. </p>
<p>Die erste genuine Komposition wurde von Edmund Meisel 1926 für die deutsche Fassung geschaffen; der Film war zuvor ohne Originalmusik, mit Zusammenstellungen aus Werken klassischer Komponisten wie Beethoven und Tschaikowski, aufgeführt worden. Seither entstanden unterschiedlichste Fassungen, die bekannteste unter Mitwirkung der Pet Shop Boys. 1950 komponierte Nikolai Krjukow die Musik für eine Neufassung des Films. 1976 wurden für eine in der Sowjetunion restaurierte Fassung, die sogenannte „Jubiläumsfassung“, Ausschnitte aus Sinfonien von Schostakowitsch verwendet. </p>
<p>„Panzerkreuzer Potemkin“ zählt zum Bewegendsten und Wertvollsten, was das unendliche Menschheitsarchiv Internet an Fundstücken birgt“, so Reisecker. „Ich finde zunehmend Interesse daran, Töne und Klänge entlang einer vorgegebenen Abfolge von Bildern, Geschichten und Spannungsbögen aufzurollen. Die grossen Werke der Stummfilmära faszinieren mich da besonders“.</p>
<p>Lichtenberg erscheint unter diesem Blickwinkel als besonders trefflicher Künstlername. Als vielseitiger Gitarrist war Franz Reisecker bereits bei Bands wie den Occidental Blue Harmony Lovers, dem Orchester 33 1/3 oder Trio Exklusiv tätig. Das Projekt Lichtenberg bietet dem Musiker die Möglichkeit, sich ganz und gar seiner Vorliebe für elektronische Klänge zu widmen. „Reisecker ist zudem ein Meister darin, sich ständig neu zu erfinden und seine Fühler nach neuen Herausforderungen auszustrecken“ (MICA). Insofern darf man gespannt sein, was ihm zu einer schier übermächtigen Vorlage wie „Panzerkreuzer Potemkin“ – live und <a href="http://www.monkeymusic.at/shop_detail_lichtenberg.php">frisch auch auf DVD</a> – einfällt.</p>
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		<title>On Air</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 18:31:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Walter Gröbchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[DIE PRESSE]]></category>

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		<description><![CDATA[MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (32) Ausgerechnet Apple schiebt das gute, alte UKW-Radio vom Abstellgleis in die Auslage.

Ich bin ja – entschuldigen Sie bitte die unentgeltliche Werbeeinschaltung – an einer Radiostation beteiligt. Und zwar an lounge.fm, einem kleinen, feinen Privatsender im Raum Linz/Steyr/Wels, der sich soweit wacker gegen Ö3 und den Rest [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=groebchen.wordpress.com&blog=1175041&post=1222&subd=groebchen&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (32) Ausgerechnet Apple schiebt das gute, alte UKW-Radio vom Abstellgleis in die Auslage.</strong></p>
<p><img src="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/10/ipod-ukw.jpg?w=68&#038;h=96" alt="iPod UKW" title="iPod UKW" width="68" height="96" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1223" /></p>
<p>Ich bin ja – entschuldigen Sie bitte die unentgeltliche Werbeeinschaltung – an einer Radiostation beteiligt. Und zwar an <a href="http://www.lounge.fm">lounge.fm</a>, einem kleinen, feinen Privatsender im Raum Linz/Steyr/Wels, der sich soweit wacker gegen Ö3 und den Rest der „Die grössten Hits der Achtziger, Neunziger und von heute“-Heulbojen schlägt. Wie einst ein einzelnes Dorf im von den Römern besetzten Gallien. Man hat mich gewarnt: Geld zu verdienen ist mit derlei Ambitionen eher nicht. Aber ich bin nun mal sentimental veranlangt. Und dem Medium Radio verfallen.  </p>
<p>Den Rundfunkkapitänen von heute bereiten sowieso weniger die Nachbar- und Nischensender Sorgen: alle kochen nur mit Wasser. Und Ultrakurzwellen.  Die eigentliche Konkurrenz kommt anno 2009 aus dem Internet. Es müssen nicht unbedingt Webradios sein.  Auch Musik-Streaming-Dienste, YouTube, MySpace, Facebook, Twitter et al kosten Zeit, Aufmerksamkeit und Hörer. Was heute eine  anständige UKW-Station sein will, hat zusätzlich ein halbes Dutzend Online-Kanäle, eine aufwändige Homepage samt interaktivem Community-Service und natürlich Aussenposten in allen erdenklichen Social Networks zu bieten. Und trotzdem schaut die Dampfradio-Behübschung oft vergleichsweise alt aus. </p>
<p>Da kommt ausgerechnet Apple ins Spiel. Das US-Paradeunternehmen hat ja gern mal die Nase ganz weit vorn (und auch aufreizend hoch oben, wie manche meinen). Diese Woche erst präsentierte man wieder neue Gerätegenerationen und abermalige Rekordgewinne. Dabei bin ich noch nicht mal dazu gekommen, ein kurioses Detail der aktuellen „iPod nano“-Linie aus voller Brust zu loben: der ebenso winzige wie beliebte MP3-Player besitzt – zusätzlich zur üblichen Funktionalität – eine Videokamera, ein Mikrofon, Lautsprecher und einen eingebauten Schrittzähler. Und, hoppla!, ein UKW-Radio. </p>
<p>Noch dazu eines, das man quasi anhalten kann: die „Live Pause“-Funktion ermöglicht fünfzehn Minuten virtuelles Zurückspulen. Am Display werden Informationen zum gerade gespielten Titel angezeigt. Und ein Klick markiert den Song, um ihn eventuell später im hauseigenen iTunes Music Store einzukaufen. Was bislang nur mit den Nanos funktioniert, wird Apple wohl bald auch am iPhone undiPod Touch nachrüsten. Famos!</p>
<p>Wenn die Zukunft solchermassen image- und hardwaretechnisch gesichert ist, kann man sich wieder verstärkt dem Programm widmen. Auf lounge.fm läuft übrigens gerade Air, „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=FIbSXIdxSkA">Radio Number One</a>“. Sie sollten mal reinhören. Gern auch per iPod. </p>
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