Wien : Music-Spots

5. November 2006

Hier spielt die Musik – die empfehlenswertesten Locations der Stadt (Stand: Winter 2006)

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FLEX
1., Donaukanal, Abgang Augartenbrücke
http://www.flex.at

Das Underground-Shangri La Wiens – mit Punk-Historie, betoniertem Subwoofer und Abwasserkanal vor der Haustür. Wechselnde Club-Abende. Live-Konzerte von Silicone Pumpgun bis Kruder & Dorfmeister. Der Music Spot Wiens – was für die 60er Jahre das „Voom Voom“ war, für die 70er das „Vanilla“, für die 80er das U4 und für die 90er der Volksgarten, ist heute (noch) das Flex.

ICKEMICKE
1., Künstlerhaus Passage, Karlsplatz
http://www.ickemicke.at

Der bierzeltartige Ausbau des „Flex“ hat die progressiveren Protagonisten der Wiener Szene nach Alternativen Ausschau halten lassen. Dem „Fluc“ etwa, das sich numehr verstärkt um die eigentliche Underground-Aventgarde kümmert. Im Gegensatz zum „Icke Micke“ Club, der (zumindest sommers) seine chic abgefuckten Minimal House-und Techno-Orgien gleich neben dem Künstlerhaus-Kino in einer U-Bahn-Passage steigen läßt und einem anspruchsvollen Hedonismus frönt.

FLUC
2., Praterstern 5
http://www.fluc.at

Siehe oben. Ein ambitioniertes, unkonventionelles, bisweilen krude-improvisiertes Programm mit vielen Unbekannten und feinen Überrraschungen, abseits des Industrie-Mainstreams. Wer ein kräftigendes Klangbad nehmen will, taucht in die Betonwanne unter dem Barbereich im oberen Stock ab.

RHIZ
8., Lerchenfelder Gürtel/Stadtbahnbögen 37/39
http://www.rhiz.org

Der Treffpunkt für „Spex“-Leser, Laptop-Musiker und Pop-Theoretiker. Das Lokal ist, prototypisch für die mit EU-Mitteln revitalisierte Gürtel-Szene, gleichermaßen erdig und zukunftsorientiert. Theke mit Breitband-Internet-Anschluß. Abwechslungsreiches, ambitioniertes DJ- und Live-Programm.

PORGY & BESS
1., Riemergasse 11
http://www.porgy.at

Wien hat einige feine – eher traditionelle – Jazzclubs, aber es gibt auch einen Ort, der der jungen, wilden, undogmatische Szene eine Bühne bietet. Und was für eine! Das ehemalige Pornokino ist zum kühlen, stylishen Hang Out mit Bar und zumeist exzellenter Live-Beschallung mutiert. Engagierte Programmierung mit punktuellen Osteuropa-Schwerpunkten.

CHELSEA
8., Lerchenfelder Gürtel, U-Bahn-Bögen 29-31
http://www.chelsea.at

Rock-Veteran Othmar, ein ehemaliger Spitzen-Fußballer, hat aus den gemauerten Kellerbögen, über die die U-Bahn hinwegdonnert, einen veritablen Musik-Club gemacht. Inklusive TV-Monitoren, Scotch-Kollektion und dem höchsten Grad an Authentizität, den ein Veranstaltungsort in Sachen Brit-Pop, Neo-Punk und Retro-Rockin Wien haben kann.

OST
4., Schwindgasse 1
http://www.ost-klub.at

Daß Wien vom ehemaligen „Eisernen Vorhang“, der den „Ostblock“ vom kapitalistischen Westen trennte, nur ein paar Dutzend Kilometer entfernt liegt, hat man spät, aber doch auch nahe dem sog. Russen-Denkmal am Schwarzenbergplatz entdeckt. Aus dem Traditions-Tanzclub „Atrium“ wurde so das „Ost“, wo man ungeniert dem Trash-, Eastern Culture- und Balkan-Fever frönt. Schweißtreibend!

BIRDLAND
1., Am Stadtpark 1 (Hotel Hilton)
http://www.birdland.at

Einer der international bekanntesten Musiker mit Wiener Wurzeln, der Tastenzauberer Joe Zawinul (u.a. Weather Report), hat seit 2004 im „Hilton“ seinen eigenen Club. Hier treffen gediegene Banker und jazzbegeisterte Manager auf die Cremé de la creme der nationalen und internationalen Gesangs- und Instrumental-Virtuosen. Ein Muß für Traditionalisten und Kenner.

KUNSTHALLE KARLSPLATZ / PROJECT SPACE
4., Treitlstraße 2
http://www.kunsthallewien.at

Die Kunsthalle am Karlsplatz, ein Glaskubus mit Avantgarde-Art-Inhalten, sowie das angeschlossene Kunsthalle Café sind seit Jahren – nicht zuletzt dank der zentralen Lage und offenen Atmosphäre – ein fixer Anlaufplatz für Connaisseure. Mit dem „project space“ wird auch ein abwechslungsreiches Musik-und DJ-Line Up geboten. Und das kostenlos!

PASSAGE
6., Burgring, Ecke Babenberger Straße
http://www.sunshine.at

Eine ehemalige Fußgänger-Unterführung unter der Ringstraße,nicht unweit des ebenfalls empfehlenswerten Volksgarten-Pavillons, wurde von visionären Clubbetreibern und der fashionablen Clubbing-Szene zur angesagtesten Party-Zone Wiens umgestaltet. Für Leute, die Türstehern kühl ins Auge sehen.

TANZCAFÉ JENSEITS
6., Nelkengasse 3

Ein Geheimtipp für jene, die den leicht morbiden Charme des Wien der Fünfziger- bis Siebziger Jahre suchen. Unweit der belebten Shoppingmeile Mariahilfer Straße gelegen, besticht das Etablissement durch geschmackvolle Musikauswahl, Plüschtapezierung und Insider-Geraune. Je später der Abend, desto interessanter die Gäste.

B72
8., Hernalser Gürtel, Bogen 72
http://www.b72.at

Das B72 ist für Musik-Fans einer der Fixpunkte der Gürtel-Meile. Vom „Guten Club“ (sic!) bis zur „Reggae Dancehall Party“ bietet das kleine, aber feine Lokal ein undogmatisches, buntes, mit Liebe zum Detail zusammengestelltes (z.T. Live-) Programm. Ein gewisser Hang zu BritPop und Alternative Rock ist aber nicht zu überhören.

DONAU
7., Karl Schweighofer-Gasse 10
http://donau.schraeg.org

Der Raum an sich hat schon etwas. Säulen, Mauerbögen und eine gewisse Weitläufigkeit fügen sich, gepaart mit einem kräftigen Baßfundament, zu einem gediegenen Club-Erlebnis. Wo früher fast ausschließlich Reggae und Dub dröhnten, stehen heute auch Minimal House, Electro und Techno auf dem Programm. Lokale DJ-Heroen (Gümix, SlackHippie u.a.) machen den Ton.

ELEKTRO GÖNNER
6., Mariahilfer Straße 101
http://www.elektro-g.at

Ein ehemaliges Elektro-Fachgeschäft – nomen est omen! – in einem Hinterhof-Durchgang von der Mariahilferstraße Richtung Gumpendorferstraße entwickelt sich zum Geheimtipp für unprätentiöse Bar- & Musik-Ausflüge. Publikum von FM4-Mitarbeitern („Milieu Kess“) bis hin zur Crew des benachbarten Tonstudio Cosmix.

NASCHMARKT DELI
4., Naschmarkt, Stand 421-436
http://www.naschmarkt-deli.at

Wer samstags einen gepflegten Brunch in der anregenden Klein-Istanbul-Atmosphäre des Wiener Naschmarktes (Gemüse! Obst! Flohmarkt!) schätzt, sucht das In-Lokal der Wiener Großstadt-Hippies auf. Die passende Tonspur zwischen Breakbeats und Easy Listening liefern querbeet Wiener DJ-Größen, gelegentlich aber auch „Gaststars“ wie Hans Platzgumer.

RAMIEN
6., Gumpendorfer Straße 9
http://www.ramien.at

Auch nicht unoriginell: ein Party-Keller mit opulent blattgoldener „Original-Asien-Einrichtung“ – was für Berlin das „White Trash Fast Food“ ist, ist in Wien die Ramien Bar. Oben Sushi, unten stilvolle Musikprogrammierung zwischen Soul, House und Freestyle. Oder so ähnlich.

SCHIKANEDER
5., Margaretenstraße 22-24
http://www.schikaneder.at

Dort, wo der Autor dieser Zeilen einst mit „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ sein erstes cineastisches Erlebnis verbuchte, residierte heute immer noch ein (Programm)Kino. Längst wichtiger ist aber der angeschlossene Club, bevölkert von Studenten, Hobby-DJs, Lokalpolitikern und Nachwuchsmusikern. Das lässige Herz des Freihausviertels.

SHELTER
20., Wallensteinplatz 8
http://www.shelter.at

Ein Rock-Club, wie ein Rock-Club zu sein hat. In der Vorstadt, im Keller, ohne Türsteher, mit beherzt weiblicher Theken-Crew. Gitarrengott Roli Vogl und seine Companeros lassen’s gerne krachen. Offensives Nachwuchs-Live-Line Up.

U4
12., Schönbrunner Straße 222
http://www.U4club.com

Eine Legende. Beim Eingang steht immer noch – seit 25 Jahren! – Conny, gängige Slots sind seit Jahren und Jahrzehnten das „Heaven“ (Gay!) und der „Tuesday 4 Club“ (Studenten!), auch die Falco-Gedenknächte („Im U4 geigen die Goldfisch’“) werden ungebrochen weiter begangen. Ansonsten hat der 80er Jahre-Tempel viel von seinem Nimbus verloren.

WUK
9., Währinger Straße 59
http://www.wuk.at

Eine der stimmigsten und stilvollsten Live-Lokalitäten Wiens. Gelegen im WUK, einer zum alternativen, selbstverwalteten „Werk- & Kulturhaus“ umgemodelten ehemaligen Fabrik, hat der große Saal im linken Trakt schon internationale Größen wie die Tindersticks bis hin zu lokalen Event-Fixpunkten á la H.A.P.P.Y. beherbergt. Fast immer eine Empfehlung.

SZENE
11., Hauffgasse 26
http://www.szenewien.com

Etwas abseits in der Peripherie Simmerings gelegen, hat sich die nüchterne Konzerthalle mit lauschigem Gastgarten seit den frühen Achtziger-Jahren zu einem unkomplizierten, für mittelgroße Konzerte gut geeigneten Fixstern des Wiener Live-Geschehens entwickelt.

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