For a few Dollars more…

18. April 2009

MASCHINENRAUM – die Kolumne in der “Presse am Sonntag” (6) Für Hard-, aber noch mehr für Software gilt: man sollte nicht Äpfel mit Birnen verwechseln.

steve-b

Ich bin Ihnen noch etwas schuldig. Nämlich eine Erklärung dafür, warum ich einen Hang zu Produkten des Hauses Apple habe. Denn, werden Sie mit Recht fragen, was kann denn nun ein MacMini, ein iMac oder ein MacBook besser als ein schnöder PC oder Laptop mit 08/15-Microsoftware? Und wenn schon, darf’s gleich deutlich mehr kosten? Gute Frage. Berechtigte Frage.

In den USA wird diese Debatte heftiger denn je geführt. Aufgeganserlt durch eine Werbekampagne, die Steve Ballmer, der Chef von Microsoft, höchstpersönlich in Auftrag gegeben haben soll. Offenbar genervt durch Zuwächse, die der ewige Konkurrent Apple in den vergangenen Jahren erzielt hat (nicht zuletzt durch Innovationen wie den iPod und das iPhone), schleuderte der schwergewichtige Bill Gates-Nachfolger öffentlich das Kriegsbeil. Seine Argumentation: „In dieser Wirtschaftslage 500 Dollar für einen Computer zu zahlen – das gleiche Stück Hardware – und dann nochmal 500 mehr für ein Logo? Ich denke, das ist dem Durchschnittskunden heute schwerer zu vermitteln, als es einmal war.“

Mag sein. Aber wer will schon ein schnöder „Durchschnittskunde“ sein? Und: hier werden bewußt Äpfel mit Birnen verglichen. Ballmer verschweigt, daß zwar die Hardware auf Basis von Intel-Prozessoren einander inzwischen weitgehend gleicht (und, ja, auch PCs können stylish aussehen!), das Betriebssystem und die Software-Basisausstattung aber den Unterschied ausmachen. Warum sonst versucht der Marktführer – Apple ist vergleichsweise ein Zwerg –, das ungeliebte „Windows Vista“ möglichst rasch zu ersetzen und sich der Stabilität, Eleganz und Alltagstauglichkeit des Mac-Betriebssystems OSX anzunähern? Und warum verschweigt er, daß jeder frische Apfel mit einem kostenlosen, superben Paket („iLife“) für Fotoverwaltung, Filmschnitt, Musikproduktion und Web-Präsenz ausgeliefert wird? Und daß anderes, wie Texterstellung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramme, die gewiß dem allerorts gültigen „Office“-Imperativ nachempfunden sind, vergleichsweise günstig dazu geordert werden kann.

Wer einmal, abseits jeglicher hochnotpeinlichen Groschenzählerei, Bastler-Ideologie und ständiger Viren-Abwehrprozesse, den wundersam flüssigen Workflow der Apple-Hemisphäre erlebt hat, wird über den Unterschied ein Lied singen können. Und über Ballmer & Co. nur müde lächeln.

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Eine Antwort to “For a few Dollars more…”

  1. Reinhard Haberfellner Says:

    Wer als Mac -Nutzer den armen Windows Usern helfen muss, Ihre täglichen HickUps zu lösen wird die Angaben noch mehr bestätigen , was ich hiermit tue . Z.B Wlan connections , Backup und ähnliches mehr.
    Reinhard


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