Reflexhandlung

23. Mai 2009

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der “Presse am Sonntag” (11) Spiegelreflex oder doch nicht? Die Kamerahersteller machen es einem auch nicht gerade leicht.

nikon-coolpix-p90.jpg

Jetzt haben also digitale Spiegelreflexkameras allmählich ein Preis-/Leistungsniveau erreicht, wo man zu grübeln beginnt. Sollte man sich solch ein schmuckes Teil nicht gönnen? Die kleinen Schnappschusskameras in allen Ehren, die können auch einiges. Wenn aber D-SLRs (so die Kurzbezeichnung für die professionelle Abteilung) mit stolzen Markennamen und durchaus brauchbaren Eckdaten mittlerweile für unter vierhundert Euro über den Ladentisch gehen – okay, es handelt sich meist um einen Abverkauf von Vorgängermodellen –, dann rückt eine Grundsatzentscheidung näher.

Wollte man nicht immer schon Fotoreporter sein, bewaffnet mit einer Nikon, Canon, Olympus oder Pentax? Oder sich gar eine Leica leisten? Auch ich habe dereinst mein erstes Zeilenhonorar in eine Spiegelreflex von Minolta (die Marke existiert nicht mehr, der Quasi-Nachfolger heisst Sony) investiert, eine analoge Schönheit, die seit Jahren einen Dämmerschlaf tief unten, tief hinten in einer Schublade schläft.

Der erfahrene Fotograf weiss: es ist weniger der „Body“, also die Kamera an sich, die bei SLRs ins Gewicht fällt. Sondern die Quantität und Qualität der Objektive. Das war im Analogzeitalter so, das bleibt auch in der Digitalära so. Und das kann ganz schön ins Geld gehen. Wer hier grössere Ausgaben scheut und auch dem Gedanken, zumindest bei ernsthafteren Fotosessions eine pralle, schwere Tasche mit sich herumzuschleppen, wenig abgewinnen mag, für den bietet die Industrie einen eleganten Brückenschlag: sogenannte „Bridge“-Kameras. Die sehen erwachsenen SLRs schon äusserlich recht ähnlich, besitzen aber keine Wechselobjektive. Dafür zumeist fulminante Zoom-Brennweiten.

Ich habe seit geraumer Zeit eine Panasonic Lumix DMC-FZ30 mit Leica-Objektiv und 12fach-Zoom daheim, und, nein, mir ist nichts abgegangen. Bis ich vor kurzem die Angaben zur neuen Nikon Coolpix P90 las: 24fach(!)-Zoom, 12,1 Megapixel, 3 Inch-Monitor, Empfindlichkeit bis 6400 ISO. Derlei Fotografen-Latein sagt uns eines: das Ding ist, zumindest auf dem Papier, doppelt so gut wie meine gerade mal zweieinhalb Jahre alte Lumix. Holla!

Testexemplar her, und das Fazit fällt so knackig aus wie die Probeaufnahmen: eine formidable Kamera, in der Tat. Nur das schiefe Lächeln der Kollegen von der DSLR-Fraktion wirkt bei genauerer Betrachtung ein wenig überzeichnet.

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Eine Antwort to “Reflexhandlung”

  1. Joseph Says:

    There are dozens of digital SLR cameras on the market today; however, there are few clear or consistent guides to which ones are the best quality and most reliable. Well, Which Digital SLR Camera? has personally tested and evaluated these digital SLR cameras so to give you an easy and simple recommendation of which ones you should choose and which ones you should avoid.


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