AppStore Stories

19. Juli 2009

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der “Presse am Sonntag” (19) Warum das iPhone dank des AppStore das Schweizer Taschenmesser der Jetztzeit ist.

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„Eins, zwei, drei im Sauseschritt / läuft die Zeit, wir laufen mit“. Der gute, alte Wilhelm Busch hätte sich wohl nicht träumen lassen, wie und womit heute getextet, gezeichnet und Humoristisches, zuvorderst Bürowitze, in alle Welt verbreitet wird. Busch liegt seit annähernd einhundert Jahren im Grab. Wenn man’s recht bedenkt, keine unfassbare Zeitspanne. Betrachtet man aber, welche exponentielle Beschleunigung und rasante Entwicklung die technologische Grundausstattung dieses Planeten seither erfahren hat, muten selbst Fantasien, Utopien und Science Fiction-Entwürfe von gestern wie alte Hüte an.

Was hätte ein Wilhelm Busch etwa zu einem Computer samt Grafiktablett gesagt? Oder gar zu einem Computer, mit dem man malen, fotografieren, Romane schreiben und (auch) telefonieren kann, also einem iPhone etwa? Mag sein, dass sich der bärtige Urvater der heutigen Comic-Kultur umgehend in ein Programm wie „Brushes“ verliebt hätte. Das kostet gerade mal 3,99 Euro, Karikaturisten und Zeichner schwören drauf, und sogar eine Titelseite des Magazins „New Yorker“ ist damit entstanden.

„Brushes“ ist eine von mehr als 65.000 Anwendungen („Applications“), die Apple seit ziemlich exakt einem Jahr im sogenannten „AppStore“ feilbietet. Mit durchschlagendem Erfolg: 1,5 Milliarden Downloads, mehr als einhundertausend registrierte Entwickler und Kunden in siebenundsiebzig Ländern sprechen für sich. Steve Jobs und seiner Crew ist ein regelrechter Coup gelungen.

Nicht nur die Hardware, das – vormals ominöse, mittlerweile allerorten gesichtete – iPhone, darf taxfrei als „erste kulturelle Ikone des 21. Jahrhunderts“ (so der Soziologe Michael Bull der englischen Universität Sussex) gelten, mittlerweile sind es die bunten, witzigen, nützlichen Inhalte, Dienstprogramme, Spiele und Spielereien, die den Reiz und Gebrauchswert dieses Schweizer Taschenmessers der Digitalära quasi im Minutentakt erhöhen. Vom MP3-Player über Navigationsgerät (inzwischen gibt es schon professionelle Lösungen von namhaften Herstellern), Kamera, Webradio, Fernbedienung, Wettervorhersage und Zeichenblock bis zum Musikinstrument – das Ding kann alles. Und noch mehr.

An Ideen und Speicherplatz mangelt es nicht – dank 32 Gigabyte ist das aktuelle iPhone 3G S in dieser Hinsicht gut bestückt. Nokia, Sony Ericsson, Samsung & Co., vergleichsweise Hardware-Giganten, hinken hinterher. Dabei steckt ein Einjähriger gewiss erst in den Kinderschuhen.

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7 Antworten to “AppStore Stories”


  1. […] mit Verdoppelung der Freiminuten und SMS-Kontingente. Oder Schnickschnack wie Fernsehen am Handy. Apps bis zum Abwinken sowieso. Das unschuldige Wort „gratis“ (wahlweise auch „kostenlos“ oder […]


  2. […] im Hosensack, wenn nicht gar zur eierlegenden Digitalwollmilchsau entwickelt hat, schon ziemlich faszinierend finden. Andererseits wird’s auf Dauer auch öd, über nichts anderes mehr zu berichten. Insofern […]


  3. […] dass viele Dinge längst alles können. Nun ja: fast alles. Smartphones z.B., die Schweizer Taschenmesser der Jetzt-Zeit, bringen Spezialisten schon ganz schön ins Schwitzen. “Cool, robust, mit […]


  4. […] dass viele Dinge längst alles können. Nun ja: Fast alles. Smartphones zum Beispiel, die Schweizer Taschenmesser der Jetzt-Zeit, bringen Spezialisten schon ganz schön ins Schwitzen. “Cool, robust, mit […]


  5. […] dass viele Dinge längst alles können. Nun ja: Fast alles. Smartphones zum Beispiel, die Schweizer Taschenmesser der Jetzt-Zeit, bringen Spezialisten schon ganz schön ins Schwitzen. “Cool, robust, mit […]


  6. […] bei aller Ironie – mehr über die Smartphone-Ära aus, als Apple & Co. lieb sein kann. Wir nutzen die hochgezüchteten Computer in unserer Jackentasche heute als Navigationsgerät, Fernseher, […]


  7. […] leugnet). Das Mobiltelefon kann alles, was man braucht und auch alles darüber hinaus, was man längst gewohnt ist von Smartphones. Das Display ist ausreichend hell und scharf, die Bedienung flüssig, […]


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