Affenmusik!

13. April 2010

Too much monkey business? Anmerkungen zu einem kleinen, feinen, runden Label-Geburtstag.

Ein Label ist ein Label ist ein Label. „Plattenfirma“ sagt man schon lange nicht mehr dazu, und es gibt einige Stimmen, die meinen, ein „Record Label“ hätte im 21. Jahrhundert generell an Sinn und Zweck eingebüsst. Tatsächlich lässt sich im Zeitalter des digitalen Informationsflusses so ziemlich alles auch durch den/die Urheber und Künstler selbst steuern: Produktion, Distribution, Promotion und Rezeption von Tönen, Klängen und Bildern. Alles online, automatisiert, unkompliziert. Und irgendwie – schöne neue Welt! – strikt nach Schema F.

Affenmusik funktioniert anders. Das Wagnis, das wir vor ziemlich genau zehn Jahren eingingen (zunächst startete das Unternehmen als PR-Agentur, das Label kam vor fünf Jahren dazu), lautet: raus aus den üblichen Schablonen, Wirtschafts- und Denkstrukturen. Rein ins Getümmel. Und zwar mitten hinein. Musik, die mächtigste Meta-Sprache dieses Planeten, kann nicht (nur) in Verkaufsregalen, Excel-Forecasts, Veröffentlichungsplänen und Medienkampagnen existieren. Sie braucht Raum, Zeit, Zuneigung, Finanzkraft und eine gepflegte Portion Irrsinn. Ein Biotop. Eine Infrastruktur. Einen Affenstall. Irgendjemand muß dem Publikum – das wir zuvorderst auch selbst sind – Zucker geben. Insofern haben wir uns entschlossen, ein exaltiertes Hobby zu unserer Profession zu machen: Musik. Jeder Spielart, sieht man Klassik, Big Band-Jazz und Volksmusik ab.

Unter dem Signet monkey. firmieren heute Verlag, Management, Promotion- und Medienagentur und Label. Der Blickwinkel ist international (insbesondere die Achse Wien-Berlin wird bespielt, auch eine Schweizer Schwesterfirma gibt es), der Künstler- und Kundenstamm aber überwiegend lokal: von Ernst Molden bis Bauchklang, von Hans Platzgumer bis Robert Rotifer, von den Sofa Surfers bis zum Ersten Wiener Heimorgel Orchester. Bis zu fünf Mitarbeiter drehen in der Arena dieses Affenzirkus, der zugleich Dienstleister, Durchlauferhitzer und Kulturbiotop ist, ihre Runden. Und das seit dem Jahr 2000.

Schaumwein! Die monkey.-Labelnacht am 17. April im Wiener Radiokulturhaus – auch die Schiene „LIVE@RKH“ ist auf unserem Mist gewachsen – präsentiert einige aktuelle und uns besonders ans Herz gewachsene Acts: Son of the Velvet Rat etwa, das Bandprojekt rund um den Grazer Georg Altziebler. Dieser Tage veröffentlicht die Combo „Monkey Years“, ihr erstes Best Of-Album, exklusiv auf Vinyl. Ein Geschenk an den Sohn der Samtratte, an die – mittlerweile nicht wenigen – Fans, und an uns selbst. Ernst Molden, der mit „Häuserl am Oasch“ gerade ein Singspiel im Wiener Rabenhof Theater inszeniert (die CD dazu folgte auf dem Fuße). Oder Blind Idiot Gods. Das Duo Martin Philadelphy & Stephan Sperlich scheisst sich rein gar nix und reisst routiniert die Grenzen zwischen Pop, Jazz und Avantgarde ein. „Animalation“ heisst ihr Debutalbum, wir hieven es auf die Bühne (wo aber samstags Martin Philadelphy solo musizieren wird). Und einiges mehr: das Programm wird én detail noch nicht verraten. Überraschungsgäste heissen ja nicht umsonst so.

Erwarten Sie also am 17.04. im altehrwürdigen Radiokulturhaus eine kleine Affenmusik. Nicht mehr. Nicht weniger. Gorillas im Nebel, Kapuziner mit Elektromotoren, Schimpansen on the rocks. Jedenfalls eine sehr spezielle Nacht. Schwingen Sie ruhig Ihren Arsch durch die Polstertür! Es würde uns freuen.

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2 Antworten to “Affenmusik!”

  1. Ingrid Holly Says:

    Liebe Herr Gröbchen,
    danke für das liebe Lunchpaket, für die herrliche Musik, für den schönen Abend etc.
    Alles Gute noch für Ihr Label !
    Ingrid Holly (eine Musikliebhaberin der ersten Stunde !)


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