Grussbotschaft

22. Mai 2010

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (60) „SoundCloud“ ist unter Musikern und Musik-Fans längst kein Geheimtipp mehr. Zurecht.

Zur Abwechslung mal ein Fingerzeig für eine eng begrenzte Leser-Gemeinde: professionelle Musiker, DJs und Produzenten. Da ich selbst – unter Nachsicht aller Taxen – zu dieser Zielgruppe gehöre, habe ich natürlich ein erhöhtes Sensorium für Werkzeuge und Online-Tools, die diesbezüglich den Alltag erleichtern.

So gab mir vor einigen Monaten ein Freund, der Eingeweihten unter dem Künstlernamen GDLuxxe bekannt ist und superben Elektronik-Pop veröffentlicht (und via Phlox und Angelika Köhlermann auch avancierteres Zeug), den Tipp, die Musikplattform „SoundCloud“ näher unter die Lupe zu nehmen. Über deren Webspace können Nutzer Songs und sonstige Audio-Files (also etwa auch Interviews oder gesprochene Tagebucheintragungen) als Stream bereitstellen, kommentieren und interaktiv bearbeiten. Und natürlich auch unkompliziert weiterverbreiten. Der Vorteil: es müssen keine riesigen Datenmengen verschickt werden. Und doch steht so ein Mixset, ein frisch komponiertes Liedlein oder die Neuerscheinung eines Labels in (wählbar) guter bis exzellenter Qualität zur Verfügung. Wer das alles zu Gehör bekommen soll und ob man’s auch dauerhaft speichern kann, entscheidet der Urheber. Gute Sache.

Es ist daher auch kein Wunder, dass sich die Vorzüge von „SoundCloud“ rasch herumgesprochen haben. Mittlerweile hat das in Berlin ansässige Unternehmen nach eigenen Angaben die Eine-Million-User-Marke überschritten. Und seine Reichweite in nur zwölf Monaten verzehnfacht. „Flickr for music“ hat es ein Blogger genannt, Stars wie Moby, Beck oder Sonic Youth nützen die Plattform, um Fans direkt zu adressieren. Via „Dropbox“ hat man zudem eine Art Briefkasten, in den wiederum Musiker, Remixer oder andere Absender, die ihre Musik zu Gehör bringen wollen, ihre Soundfiles „einwerfen“ können. Ein A&R-Postfach, das niemals überquillt.

Wer immer heute seine Musik verbreiten, ein Label oder ein Webradio betreiben oder auch nur seiner Freundin ein Mixtape auf der Höhe der Zeit zukommen lassen möchte (ja, selbst aufgenommene Cassetten sind natürlich rührend und superduper-retro, aber hat Ihre Freundin überhaupt noch einen Walkman daheim?), sollte über solche Tools Bescheid wissen. Nein: er/sie muss es förmlich.

Denn, unter uns, der Spitzenjournalist und Medienmanager, der sich z.B. ungebrochen weigert, e-mails zu lesen – ja, auch das soll es geben, ich nenne keine Namen – oder der Austropop-Altstar, der noch nie von MP3 gehört haben will, haben bald auch im Dinosaurier-Museum Exotenstatus. Den Donnerhall der Digitalära, dazu ein paar persönliche Grussworte, spreche und pack’ ich gern in ein Plastiksackerl und schick’s diesen Pappenheimern zu. Einfacher und bequemer funkt’s aber gewiss mit „SoundCloud“.

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Eine Antwort to “Grussbotschaft”

  1. Lea Says:

    soundcloud ist ein klasse service, den ich bei den aufstrebenen musik startups neben http://www.setlist.fm am höchsten einstufe.


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