Beiläufige Musiktipps (9)

14. Juni 2010

GINGA sind die zur Zeit spannendste Band aus Wien. Mit Abstand. Weil sie nichts von jener gewiß sympathischen, doch á priori defensiven Verhuschtheit haben, die lokale Künstler sonst so oft auszeichnet. Außerdem haben sie die Stadt- und Staatsgrenzen längst hinter sich gelassen. This Is Happening! Zeit, das auch laut zu sagen.

To cut a long story short: die (auch im Nachhinein) wahrscheinlich meistdiskutierten, -erwarteten und -bejubelten „Newcomer“ beim Pop Fest Wien waren Ginga. Das lässt auf etwas schließen, das mit „Z“ beginnt und mit „ukunft“ (nicht) aufhört. Und eventuell groß zu schreiben wäre. Ich schliesse mich dem Urteil Robert Rotifers an, „man hätte uns das gleich sagen sollen soll im Nachhinein keiner sagen dürfen“. Besser spät entdeckt als nie. Befand übrigens auch Hubert Weinheimer von „Das Trojanische Pferd“ im Blog-Zine Der Bagger. Aber lassen wir nochmals Robert Rotifer zu Wort kommen.

„Jedes Festival, das auf sich hält, braucht die Sorte Band, von der die Leute vorher nicht wissen, dass sie nachher von ihr reden werden. Ginga zum Beispiel. „Die beste Live-Band in den letzten 15 Jahren“, sagt René Mühlberger von Velojet, der sie schon erlebt hat, ohne einen Augenblick zu zögern. 2008 erschien ihr Album „They Should Have Told Us“, die Songs „Cinnamon“ und „Fashion“ fanden ihren Weg auf die Frequenzen von FM4. In den ersten Reviews fiel noch regelmäßig das Wörtchen „Folk“, die seither in einem belgischen Studio auf Großformat gebrachten Songs klingen vielmehr nach brillant exekutierter, öfter als nur stellenweise tanzbarer, moderner Rockmusik mit Refrains, die so breit sind, dass in ihnen ganze Nilpferdfamilien baden könnten. Das von ihrem Agenten weitergeleitete Info gibt wenig Aufschluss darüber, aus welcher Wiener Raumkapsel diese Wesen gestolpert sind. Abgesehen davon, dass der britische Erdenmensch James Stelfox von der gar nicht unbekannten Band Starsailor bei ihnen vor lauter Begeisterung gleich als Bassist eingestiegen ist, nachdem er Ginga in Brüssel als seine eigene Vorband erlebt hatte.“

Originalton off. Nun ist die Sache so: Ginga haben ihr – weithin erstaunlich unbeachtetes – 2008er-Debutalbum „They Should Have Told Us“ tatsächlich neu aufgenommen, mit Daniel Rejmer (u.a. Nick Cave, Björk) als Produzent. Und es haut uns um. Das ist Pop, wie Pop sein muß: voller Ungestümheit, Verve, Aufregung, Dynamik, Melodien, Wucht. In England würde man derlei „impact“ nennen, und, ja, Ginga haben auch dort schon erste Spuren hinterlassen. In Belgien wurde das alte, neue Album dieser Tage veröffentlicht. In Deutschland hat schon eine Booking-Agentur angebissen. Und in Österreich hat Manager Jeroen Siebens mit monkey. einen Partner gefunden, der den CD-Release im gesamten deutschsprachigen Raum betreut. Wir freuen uns darüber, Alex Konrad, Emanuel Donner, Matthias Loitsch und Klemens Wihlidal im Affenstall begrüssen zu dürfen.

Ginga veröffentlichen dieser Tage – das genaue VÖ-Datum hängt von iTunes & Co. ab – als ersten Vorgeschmack die Download Only-EP This Is Happening“. Sie enthält den gleichnamigen Album-Opener, den altbekannten Hit „Fashion“ samt brandneuem Ou Est Le Swimming Pool-Remix und einen Mitschnitt der FM4 Acoustic Session von 2009. Das Album folgt im Herbst.

In diesem Sinne: das ist einmal ein erster Appetizer. Bleiben Sie auf Empfang, wie man so sagt in den Radioredaktionen und Fan-Wärmestuben dieser Welt, „stay tuned, there’s more to come“.

GINGA : This Is Happening
Ginga - This Is Happening EP

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Eine Antwort to “Beiläufige Musiktipps (9)”

  1. günter wimmer Says:

    wundervolles aus österreich. da gibts nicht viel zu schreiben. nur zu hören und am besten die ganze cd !!!!!

    danke ginga


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