Steckdosenfutter

5. Februar 2011

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (96) Stichwort: Mobilität. Sie kommen, die Elektro-Vehikel. Auch wenn die Autoindustrie alte Konzepte bis zum letzten Benzintropfen ausquetscht.

Ich werde mir doch nicht eine gute G’schicht’ durch Recherche kaputt machen. Im Ernst: natürlich haben alle recht, die monierten, meine letztwöchige Kolumne – eine Beschwerde darüber, dass Elektro-Vehikel namhafter Markenerzeuger (nein, keine Prototypen, fahrende Versuchslabors und seltsam riechende China-Importe!) weithin nicht zu kaufen sind – entbehre einer tiefgreifenden Marktanalyse. Es folgten Fingerzeige sonder Zahl. Vom E-Motorrad Vectrix VX1, das schon anno 2009 vom ÖAMTC unter die Lupe genommen wurde, über Firmen wie IO und Scooterman bis zum dezenten Hinweis, dass auch der österreichische Paradehersteller KTM eine Batterie-Enduro entwickle. Das allerdings jetzt auch schon seit Jahren.

Genau darum ging es: es scheint mehr Probleme zu geben mit der Elektromotorisierung und der notwendigen Infrastruktur, als man als Konsument naiverweise vermutet. In meinem Bekanntenkreis – ich bitte um Pardon für die strikt subjektive Betrachtungsweise – fährt bislang niemand ein smartes E-Moped. Von vierrädrigen Gefährten ganz zu schweigen. Auch der „Falter“ schlug letzthin in die selbe Kerbe. „Die mediale Aufmerksamkeit, die Elektro- und Hybridautos erhalten, steht im krassen Gegensatz zu der Wahrscheinlichkeit, ihnen im Straßenverkehr zu begegnen. Diese tendiert immer noch gegen null. Nur 0,4 Prozent der im Vorjahr neu zugelassenen PKW verfügen über einen Elektromotor, meldet der VCÖ.“ Zitat Ende.

Nun meldete der hiesige Fahrzeughandel, das Jahr 2010 sei das beste Verkaufsjahr für Autos aller Zeiten gewesen (den kuriosen Statistik-Trick mit den Tageszulassungen blenden wir dabei mal aus). Keine Rede mehr von der Krise, der immer weiter in Rekordhöhen kletternde Benzinpreis wird dito anstandslos verschmerzt – offensichtlich verzichtet man lieber auf die Nachspeise zum Schnitzel als auf die Fahrt zum Wirten ums Eck. Die Luxussänften mit Verbrennungsmotor boomen, als gäbe es kein Morgen. Nochmals ein Zitat, diesmal aus der „Autorevue“: „Die Lust am Autofahren und letztlich am Auto selber ist in Österreich offenbar nicht totzukriegen, auch wenn die Anstrengungen in diese Richtung seitens der Regierung und eines Großteils der Medien beachtlich sind.“

Großteil der Medien? Geh bitte. Es leben doch alle von den Inseraten von Mercedes, Toyota & Co. Und vom Abo-Schmäh mit der „Gratis-Vignette“. Schön, dass ich dann ausgerechnet im Autonarren-Zentralorgan einen kleinen Hinweis wahrnehme: Peugeot kommt im März tatsächlich mit einem Elektroroller („e-Vivacity“) auf den Markt. Zeit wird’s.

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2 Antworten to “Steckdosenfutter”

  1. brandengineeringsolutions Says:

    Man wird das „Lautlos durch Deutschland“ stecken müssen oder auch den Jungs von speed-e.me. Wien könnt für die existierenden e_mobility Buden mit breitem Verleih und Verkaufsangebot in Berlin eine schöne Expansion wert sein. Und du, Gröbchen, komm am 25.März zum METROMOBILE-Fachkongress samt anschliessender Publikumsmesse VELOBerlin (veloberlin.com) und guck dir an was alles schon geht. Are friends electric? Ollaweu….


  2. […] braucht die Welt noch weitere Elektrofahrzeuge? Das wird der Markt entscheiden. Die Leistungsdaten lesen […]


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