Rock’n’Roll 2.0

17. Februar 2011

Ohne ordentliche HiFi-Anlage kein standesgemässes Rock-Konzert in den eigenen vier Wänden. Das sollte sich anno 2011 doch schon rumgesprochen haben, oder?

„Das Sein bestimmt das Bewusstsein“: den alten Karl Marx kann man ohne Umstände auch auf hedonistische Lebens- und Lifestyle-Entwürfe anwenden. Natürlich gilt der Merksatz auch vice versa: das Bewusstsein bestimmt das Sein. Wie anders liesse es sich sonst erklären, dass nicht gerade wenige Pappenheimer – Sie sind da selbstverständlich eine löbliche Ausnahme, oder? – Musik ausschliesslich via Computer-Tower oder Laptop hören (was per se noch kein Problem wäre). Und die datenreduzierte MP3-Sosse auch noch aus den bordeigenen Miniatur-Lautsprechern erschallen lassen. Das Höchste der Gefühle sind drollige Plastik-„PC-Boxen“ samt dröhnendem Subwoofer unterm Schreibtisch.

Man möchte den „Musikfans“ zurufen: Leute, so geht das nicht! Aber eventuell sind sie ja schwerhörig. Denn wer einmal, sagen wir, „A Love Supreme“ von John Coltrane oder „We Want War“ von These New Puritans über eine ordentliche Stereo-Anlage erlebt hat, wird nie wieder das Kinderzimmer-Szenario als vollwertigen Genuss akzeptieren. Ohne ordentliche Audio-Maschinerie (oder zumindest probate Kopfhörer) ist Musik meist Matsch. Mitunter nicht mal das.

Sollten Sie schon eine probate Anlage daheim stehen haben, aber nur zu faul sein, Strippen vom PC quer durchs Zimmer zum Verstärker zu ziehen, holen Sie sich das neue „Apple TV“-Kästchen in den Haushalt. Ich missbrauche es zumeist als Audio-Übertrager, das (noch überschaubare) Online-Video-Angebot in Verbindung mit dem Flachbildfernseher ist nur eine hübsche Zugabe. Apple hat nachgerüstet und das Betriebssystem iOS aufgebohrt; damit werden alle iPhones und das iPad im Kombination mit dem Streaming-Gegenstück zur ultimativ eleganten Miniatur-Musiktruhe. Es funktioniert übrigens auch via „Airport Express“. Die Stereoanlage der Zukunft, pardon, Gegenwart kennt keine Chinch-Kabel mehr (jedenfalls keine, die zur Sound-Quelle führen). Und auch keine Extra-Fernbedienung. Natürlich ist’s, wie bei Apple üblich, nur im geschlossenen System („iTunes“ & „AirPlay“) zu betreiben und hat für audiophile Gemüter noch reichlich Luft nach oben.

Wenn Sie aber der drahtlosen Zukunftsmusik 2.0 generell misstrauen, dennoch ein Fingerzeig: investieren Sie ein paar Euro in eine anständige Soundkarte oder einen hochwertigen externen Digital-Analog-Wandler! Die Klangwelten aus dem Computer gewinnen drastisch an Raffinesse, Durchzeichnung und Präzision. Eventuell macht es auch Sinn, gleich das ganze Szenario auf höherwertige Hörerlebnisse hin zu trimmen.

Neben meinem Apple iMac hat z.B. seit einigen Wochen eine kleine, feine Anlage von Peachtree Audio (Verstärker „Nova“ + DS 4.5-Boxen) Platz gefunden. Obwohl – oder gerade weil – dieses audiophile Design-Kästchen auch über eine Röhre verfügt und so dem digitalen Musikfluss warme Obertöne hinzufügen kann, ist es die Qualität der eingebauten D/A-Wandler, die die MP3-Kollektion auf der Festplatte so richtig zum Klingen und Swingen bringt. Der Peachtree hat zu diesem Zweck nicht nur je zwei koaxiale und optische Digitaleingänge, sondern auch eine USB-Buchse.

Einfacher geht es nicht mehr. Wie meinte doch einst John Lennon: „I always liked simple rock.“

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