Deppensicher

9. April 2011

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (104) Geräte, die eine „kinderleichte Einrichtung“ versprechen, sind nicht selten besonders heimtückisch.

Liebe Firma Samsung!

Entschuldigen Sie, dass ich so direkt und öffentlich vorstellig werde. Eigentlich bin ich ja ein Freund ihrer Erzeugnisse. Es sind Massenprodukte, gewiss, aber zumeist elegant designt, innovativ und funktionell. Und nicht zuletzt zu kompetetiven Preisen erwerbbar, was unsereins immer freut. Mit mehr als einer Viertelmillion Mitarbeitern, wie ich Wikipedia entnehme, und umgerechnet fünf Milliarden Euro Steuerleistung pro Jahr trägt ihr Unternehmen acht Prozent zu den Staatseinnahmen Südkoreas bei. Und ein Fünftel der gesamten Exporte. Samsung Electronics ist der grösste TV-Hersteller weltweit. Und der zweitgrösste Handy-Fabrikant. Gemessen an Umsatz, Wachstumsrate und Marktpräsenz zählt der Mischkonzern zu den absoluten Giganten dieses Planeten. Beeindruckend.

Trotzdem habe ich eine Beschwerde. Unlängst erwarb ich ein Produkt Ihres Hauses. Nichts Grosses. Im Gegenteil: der Laser-Drucker mit der Modellbezeichnung ML-1865W ist fast schon aberwitzig klein. Und passt somit auf jeden Schreibtisch. Das „W“ in seinem Namen deutet auf ein Feature hin, das mir besonders interessant und attraktiv erscheint: er lässt sich „wireless“, also kabellos mit dem Laptop verbinden. Per W-LAN, also über das Funknetz, das in jedem Haushalt auf der Höhe der Zeit längst Einzug gehalten hat. Schluss mit dem ewigen An- und Abstöpseln von USB-Kabeln!

Die Verpackung des Druckers versprach zudem eine besonders leichte Konfiguration. Per WPS (WiFi Protected Setup). Hier ein Knopf gedrückt und da ein Knopf gedrückt, und schon flutscht die Sache. „Mit One-Touch ein Kinderspiel!“. So stand es es zu lesen. So steht es ungebrochen zu lesen. In der Bedienungsanleitung. Auf der Samsung-Homepage. Und sonstwo.

Allein: es klappt nicht. Dabei habe ich extra noch einen neuen Belkin-WLAN-Router gekauft, der WPS-fähig ist. War gerade im Angebot. Und würde mir, dachte ich, die nervige Fummelei mit Sicherheitsschlüsseln und sonstigen kryptischen Parametern ersparen. Denkste! Zwar leuchten die Lämpchen sowohl auf dem Router wie auch auf dem Drucker nach ordnungsgemässer Einrichtung einträchtig grellblau. Laut Belkin- und Samsung-Handbuch ist somit alles in bester Ordung (nur blinkende Lämpchen gilt es zu vermeiden). Aber mein MacBook vermeldet stur „Drucker offline“. Seit Stunden. Was sag’ ich Ihnen: es ist zum Aus-der-Haut-Fahren. Ich komm’ nicht auf den Fehler drauf. Aber vielleicht liegt der gar nicht bei mir.

In diesem Sinne, liebe Firma Samsung: holen Sie den Krempel bitte wieder ab! Auf Ihre Kosten. Deppensichere Geräte sollten auch wirklich deppensicher sein.

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3 Antworten to “Deppensicher”

  1. myschani Says:

    Ach Herr Gröbchen was soll ich sagen … könnt ich meinen HP Officejet Pro 8500 (ich weiß kein neues Modell umso ärger dass ich bereits seit zwei Jahren einen „workaround“ nutze) daneben stellen?
    Dies sei nur als Tip gebracht, sollten Sie über diese Marke als Alternative nachgedacht … haben.


  2. […] Wobei, wenn ich’s recht bedenke: habe ich nicht selbst vor einigen Monaten den Asiaten eine Beschwerde zukommen lassen? Und warte ich nicht immer noch auf eine weiterführendere Botschaft als jene […]

  3. wlankamera Says:

    Das kenne ich. Meine Schwester hatte genau das selbe Problem mit ihrem Drucker. Ich habs dann gemacht, wobei man das als Informatiker auch können muss. Allerdings stimme ich zu das das teilweise viel zu komplex ist und gerade wenn man mit Einfachheit wirbt, dem auch so sein sollte

    Gruß

    Paul


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