Funkberater

10. Dezember 2011

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (139) Lassen Sie sich keine Geräte andrehen, die die Technik von gestern repräsentieren. Und z.B. “Airplay” nicht kennen & können.

Es gibt immer einen Zeitpunkt, der den Kosmos, wie wir ihn kennen, in ein „davor“ und „danach“ teilt. Eine historische Scheidelinie, die uns im Moment der Transformation (die sich auch über einen längere Zeitspanne erstrecken kann) eventuell gar nicht weiter auffällt. Um in der schnöden Konsumwelt zu bleiben: könnten Sie etwa, wären Sie z.B. Verkäufer in einem Elektro-Fachgeschäft, exakt das Datum benennen, an dem Sie das allerletzte TV-Gerät mit Bildröhre auf das Kassapult gehievt haben? Oder, sagen wir mal, als Konsument bei einem Flachbildschirm „HD-Ready“ als zeitgemässes, ultimatives Qualitäts-Siegel angepriesen bekamen? (Apropos: lassen Sie sich anno 2011 kein solches Produkt mehr unterjubeln, selbst zum absoluten Dumping-Preis nicht!)

Und weil ein für seinen trefflichen Zynismus bekannter Facebook-Freund unlängst nicht nur meinte, der Weltuntergang sei „eine echte Alternative zu den Finanzierungsproblemen des Pensionssystems“, sondern auch eine Grosspackung 100 Watt-Glühbirnen als „Weihnachtsgeschenk des Jahres“ empfahl: darüber lässt sich heute noch lachen. Morgen dann eventuell nicht mehr. Oder aber, weil sich die Entwicklung im Rückblick als durchaus positiv erweist, eben doch. Aus vollem Hals.

Nun: sollten Sie Ihre private Schuldenbremse, ganz im Gegensatz zu den Staatenlenkern Europas und sehr zur Freude des Fachhandels, vorweihnachtlich gelockert haben, dann investieren Sie in die Zukunft. Ich meine damit als notorischer Optimist übrigens nicht Gaskocher und Notstrom-Aggregate, sondern technische Gerätschaft, die Freude bereitet und den Alltag behübscht. Kleine, feine Stereoanlagen etwa mit oder ohne iPod-Dock, wie man sie gerade zuhauf in den Megaseller-Regalen findet. Es gilt: zuvorderst müssen die Dinger brauchbar klingen, gleich danach aber sollen sie dies & das können. Fertigkeiten, die längst „State of the Art“ sind.

Etwa die Fähigkeit, direkt mit Ihrem Mobiltelefon oder Tablet-PC – den bevorzugten Musikquellen avancierter Zeitgenossen – in Kontakt zu treten. Anstopseln ist hoffnungslos von gestern. Apple, seit jeher zu den Säulenheiligen der einfachen Bedienbarkeit zählend, hat dafür eine Technik namens „AirPlay“ entwickelt, die per WLAN funkt. Es geht aber auch via BlueTooth. Die Bequemlichkeit, vom Sofa aus mit einem Fingertipp etwa das neue, superbe Album der Black Keys („El Camino“) zu hören, wird man rasch nicht mehr missen wollen.

Ich teste gerade drei Geräte, die „AirPlay“ beherrschen: eines von Denon, eine kleine Anlage von Sony und ein noch kleineres Kästchen des heimischen Unternehmens Pro-ject. Die Feiertage werden mächtig dröhnen, drahtlos – und ich wette, ich bin damit nicht allein auf weiter Flur. In diesem Sinne: stay tuned! Mehr zum Thema dann im Jahr des Herrn 2012.

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2 Antworten to “Funkberater”


  1. […] nein: darf nicht unerwähnt bleiben. Sie erinnern sich vielleicht – vor Weihnachten hatte ich angekündigt, mir HiFi-Bausteine mit „Airplay“-Funktionalität zur Brust zu nehmen. Also der Fähigkeit, […]


  2. […] achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sozialisierter HiFi-Fan seit geraumer Zeit misstrauisch umschleicht. Braucht man das? Kann das […]


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