Mehr Funkverkehr

24. Januar 2012

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (144) “Airplay” ist bequem, aber nicht ohne Macken. Trotzdem ist die HiFi-Zukunft eine drahtlose (2).

Vorweg: die getesteten Geräte sind durchaus eine Kaufempfehlung wert. Und zwar durch die Bank. Aber das eine oder andere Detailproblem soll, nein: darf nicht unerwähnt bleiben. Sie erinnern sich vielleicht – vor Weihnachten hatte ich angekündigt, mir HiFi-Bausteine mit „Airplay“-Funktionalität zur Brust zu nehmen. Also der Fähigkeit, Musik drahtlos zu empfangen, etwa vom Laptop, iPad oder iPhone, und in bester Qualität an den Verstärker und die Lautsprecher weiterzureichen. So spielt heutzutage die Musik, wenn man nicht – und dafür hege ich durchaus auch Sympathie – trotzig auf CDs oder gar Vinylschallplatten beharrt. Letztere stehen mindestens so in Mode wie „Streaming Devices“, aber man kann, darf und sollte sich ja das Beste aus verschiedenen Welten holen.

Ich hatte also eine Sony CMT-G2 NIP daheim stehen, eine solide Mini-Anlage, die der HiFi-Abteilung des japanischen Elektronikriesen wieder einen Hauch von Pep, Innovation und Wertigkeit verleiht. Ausserdem ein Gerät von Denon mit der Typenbezeichnung DNP-720AE, einen sogenannten Netzwerk-Audio Player. Und dann noch ein kleines Kästchen von Pro-Ject, die Stream Box DS.

Letztere beherrscht aber nicht das von Apple entwickelte und vermarktete „Airplay“, was mir bei der Bestellung zunächst gar nicht aufgefallen war. Dafür etwas, was sich rasch als Ärgernis etwa beim Denon-Probanden erwies: die dort fehlende „Gapless“-Fähigkeit, also die flüssige Verbindung zwischen einzelnen Tracks und Songs ohne Pausensprung und Unterbrechungen. Sollten Sie gern Live-Konzerte hören, werden Sie das sehr zu schätzen wissen. Und für das bequeme, aber zwangsweise mit der Software iTunes gekoppelte „Airplay“ hat die österreichische Firma andere, offenere Funk-Standards herangezogen – „uPnP“ bzw. „DLNA“. Warum? Pro-Ject- Mastermind Heinz Lichtenegger: „Weil ich nicht an „Airplay“ glaube. Die Lizenzzahlungen an Apple möchte ich mir und meinen Kunden ersparen. Der Trend geht in Richtung offene Systeme.“ Gut gebrüllt, Löwe! Aber nicht selten siegt die Bequemlichkeit (auch bei mir).

Abseits aller Trends gilt es nüchtern zu vermerken: störanfällig sind alle Geräte. Es kommt selten, aber doch zu – mehr oder minder irritierenden oder gar enervierenden – Aussetzern. Das hat fast ausschliesslich mit der Güte des WLAN-Heimnetzwerkes zu tun, sollte also nicht den HiFi-Hardware-Entwicklern angelastet werden. Im Negativ-Fall kann man ja immer noch eine Verdrahtung ins Auge fassen. Aber ich schätze mal, genau das war es, was man eigentlich vermeiden wollte.

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2 Antworten to “Mehr Funkverkehr”


  1. Welcher WLAN Router war denn im Einsatz , der es nicht „verpackt“ hat ungestört zu spielen ? UPC ?


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