Peaqfeine Markenware?

13. Oktober 2012

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (181) Peaq? Niemals zuvor gehört! Aber bei Mediamarkt & Saturn stehen immer mehr Geräte dieses Namens herum.

Was, bitt’schön, ist denn eine “Hausmarke”? Ich kenne einen DJ dieses Namens. In Wirklichkeit heisst er Michi Beck und ist ein Viertel der Deutsch-HipHop-Veteranen Die Fantastischen 4. Gut, ich muss mich nicht extra blöd stellen: in vielen Konsumtempeln haben Haus- und Eigenmarken, sprich: im eigenen Auftrag fremdproduzierte Produkte, die exklusiv und ultragünstig unter einem Phantasienamen verkauft werden, längst Einzug gehalten. Ich denke da z.B. an “TCM” bei Eduscho/Tchibo. Oder “Privileg” bei Quelle. Auch “ja!, natürlich”-Lebensmittel bei Billa, “S-Budget”-Energydrinks bei Spar oder “Clever”-Klopapierrollen fallen drunter. Sogar Ikea-Fans rücken demnächst wohl in Eigenregie Flachbildfernseher und Multimedia-Sets mit dem vertrauten Logo ins Wohnzimmer. Oder auch nicht.

Hausmarken bedeutet vor allem eins: noch mehr Druck, Druck, Druck auf die Erzeuger und die Konkurrenz. Denn mit teurer Markenware á la Apple und Sony lässt sich im beinharten Verdrängungswettbewerb heute kaum mehr ein Stich machen, die Margen sind – befeuert durch Internet-Freibeuter wie geizhals.at – geschmolzen wie die Pasterze am Großglockner. Was Konsumenten freut, den durchschnittlichen Fachhändler aber an den Rand des Ruins treibt. Erstaunlicherweise auch deren natürliche Feinde, die Elektroriesen – allen voran die marktdominierenden Ketten Mediamarkt und Saturn (die in Wahrheit einem Konzern – Metro – gehören).

Möglicher Ausweg? Erraten: Hausmarken. Hinter dem Saturn/Mediamarkt-Exklusivanbieter “Peaq” z.B. könnte ein anonymer chinesischer Erzeuger stecken, theoretisch aber auch Samsung oder Panasonic. Egal: “Peaq” ist eine Bereicherung. Man bemüht sich nämlich, etwas anderes als 08/15-Produkte zu bauen. Und das wirklich günstig. Schwerpunkt: Heim- und Unterhaltungselektronik.

Nehmen wir z.B. die Aktiv-Lautsprecher Peaq PPA100BT her, hüsch verpackt in weißem oder schwarzem Kunstleder. Sie lassen sich via Bluetooth mit dem Laptop, iPad oder Smartphone verbinden. Und ergeben so eine probate Mikro-Musikanlage. Ohne Verkabelung! (sieht man vom Draht zwischen den Boxen und dem Elektrokabel ab). Allemal eine Alternative zu „Airplay“ von Apple oder anderen proprietären Funk-Lösungen. Im Gegensatz zu (eleganteren, aber meist auch deutlich teureren) monolithischen Standgeräten z.B. von Bose oder B&W kriegt man mit zwei Brüllwürfeln auch eine gewisse Stereo-Bandbreite hin. Nun, tendenziell topfig klingen die schnuckeligen Peaqs schon – aber klar besser als die üblichen PC-Plastikboxen. Bei einem Paarpreis von unter 170 Euronen – bisweilen auch noch deutlich darunter – kann man nicht meckern.

Trotz offensichtlichen Erweiterungs- und Verbesserungspotentials: merken Sie sich den Namen, da steht uns noch mehr ins Haus.

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