Good Vibrations

10. März 2013

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (202) Sauteuer, aber es wirkt – diese Formel gilt nicht nur für Haarshampoos. Sondern auch für Mobillautsprecher.

FoxL Bluetooth Speakers

Wenn die Geschichte nicht stimmt, ist sie zumindest gut erfunden. Sie geht so: ein dreifacher Doktor der Physik namens Godehard Guenther, ehemals bei der NASA tätig und ständig auf Reisen, ärgert sich darüber, dass es keine brauchbaren portablen Lautsprecher zu kaufen gibt. Also greift er ins Patent-Schatzkistchen, baut selbst, was er sich als Konsument sehnlichst wünscht, und benennt das Resultat – „a true labor of love“ – nach seinem Enkelsohn Fox. Auf diese Legende und das Ergebnis des Guentherschen Forschungsdrangs setzt nun ganz und gar das Unternehmen Soundmatters in Reno, Nevada, USA. Und hat mit dem FoxL V2 tatsächlich ein erstaunliches Produkt auf dem Markt. In mehrfacher Hinsicht.

Zunächst einmal ist dieser One-Box-Stereolautsprecher gerade mal so groß wie ein Brillenetui. Dafür kostet er aber soviel wie ausgewachsene HiFi-Boxen der Einstiegsklasse, also rund 200 Euro (es gibt mittlerweile auch eine teurere „Platinum“-Version, die den Bluetooth-Standard aptX beherrscht). Wer gibt soviel Geld für einen Miniatur-Lautsprecher aus? Kurzgesagt: Leute, die gerne Musik in probater Qualität hören und dazu tunlichst nicht Kopfhörer oder gar die eingebauten Nervtöter ihres Laptops, Tablets oder Smartphones bemühen möchten. Ich zum Beispiel. Es macht nun mal deutlich mehr Spaß, das neue Opus von David Bowie, das superbe Album von Naked Lunch oder meinetwegen auch Wolfgang Ambros’ ewige Ersatz-Nationalhymne „Schifoan“ im Hotelzimmer in Haus im Ennstal raumgreifend hören zu können. In partytauglicher Lautstärke. Drahtlos. Und erfrischend unkompliziert.

Man kann den Bluetooth-Lautsprecher übrigens auch als mobile Freisprechanlage verwenden. Der FoxL V2 trägt akustisch mächtig auf (und zugegebenermassen im Geldbörsel), aber nicht im Gepäck. Damit ist sein Haupteinsatzzweck erklärt. Es könnte gut sein, dass Sie Ihre JBL-, Bose- oder Logitech-Docking Station ab sofort zur stationären Drittanlage erklären, auf die Terasse, an den Badesee oder auf die Kreuzfahrt aber ersatzweise das kleine, doch tonal annähernd ebenbürtige Ding mitnehmen. Es tanzt übrigens gern auf dem Tisch, so sehr versetzt es sich selbst und seine Umgebung in Vibration.

Machen Sie sich locker, tanzen Sie mit! Wenn Ihnen nach erwachsenem Kontrastprogramm ist, schalten Sie auf Ihrem Neo-Kofferradio – also Smartphone plus Extra-Lautsprecher – einfach auf die Weltnachrichten um. Selbstverständlich auf Ö1.

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2 Antworten to “Good Vibrations”


  1. […] abgehakt werden. Wiewohl er ein respektables Produkt ist – allein, das hat man so oder ähnlich schon anderswo […]


  2. […] abgehakt werden. Wiewohl er ein respektables Produkt ist – allein, das hat man so oder ähnlich schon anderswo […]


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