Daft Punk meets Mo Sound

31. Mai 2013

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (213) Der Daft Punk-Hit “Get Lucky” könnte auch der Werbespruch eines neuen Wiener Unternehmens sein.

mo sound speakers

Ein Ohrwurm hat ja die – ersehnte wie fatale – Eigenschaft, dem geplagten Hörer nicht mehr aus dem Kopf zu gehen. Das französische House-Duo Daft Punk hat immer wieder ein Händchen dafür, solche Ohrwürmer zu züchten. Und mit allerlei Marketing-Aktionismus zu überdimensionaler Grösse zu verhelfen – was natürlich nicht ohne tatsächliche Hit-Qualitäten funktioniert. „One More Time“ ging „Around The World“, und seit ein paar Wochen klebt nun der Retro-Discoschlager „Get Lucky“ in den Gehörgängen von Musikfreunden weltweit fest.

Mittlerweile hat sich auch Ö3 mit der üblichen Verzögerung – da muß zur eigenen Rückversicherung erst teure „Musikforschung“ betrieben werden – herabgelassen, den Daft Punk-Tophit auf Dauerrotation zu nehmen. Wo er wahrscheinlich verbleibt, bis ihn absolut niemand mehr hören kann.

Aber reagieren die Charts überhaupt noch auf Mainstream-Radios (und vice versa)? Mittlerweile machen sich ja viele Popfans ihr Programm selbst. Auf Spotify, Deezer, Rdio und ähnlichen Streaming-Services und natürlich dito auf iTunes, Amazon & Co. brechen Daft Punk – mittlerweile ist auch ihr höchst umstrittenes neues Album „Random Access Memories erschienen – alle Download- und Zugriffsrekorde. Hörgenuß „on demand“, also auf Wunsch & augenblicklich, schlägt halt doch jedes noch so enge Kommerz-Format, wo so verlässlich wie penetrant immer dieselben dreißig Songs durchgenudelt werden. In Deutschland empfehlen externe Berater den Privatradio-Programmchefs daher folgerichtig schon die plakative Abkehr von der Erfolgsformel der letzten Jahre.

Apropos. Wenn nun Daft Punk auch den Hit „Music Sounds Better With You“ geschrieben hätten – haben sie nicht (oder, präziser, nur zu einem Drittel), der Song stammt von den Franzmann-Kollegen Stardust –, besässe das sympathische Wiener Startup-Unternehmen mo*sound einen naheliegenden Werbespruch. „Get Lucky“ tut es aber auch.

Womit soll, kann und darf man glücklich werden? Mit kugelförmigen Lautsprechern aus Porzellan. In weiß und schwarz, Gold oder Platin. Das sieht in der Tat nicht nur famos aus, sondern klingt auch probat. Wer mag, kann das – Achtung!, Werbedurchsage – in der neuen mo*sound-Audio-Boutique in der Kirchengasse 40 in Wien-Neubau nachprüfen. Das Daft Punk-Album ist dort sicher vorrätig. Oder erschallt per Stream aus den Porzellankugeln.

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Eine Antwort to “Daft Punk meets Mo Sound”


  1. […] gleichen Songs zum Hals raus. Ö3 und seine Formatradio-Berater scheinen das aber hartnäckig zu ignorieren. Man sollte sich die Burnout Rates also mal ansehen. Das gilt auch (und besonders) für die enge […]


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