Archive for Juli, 2013

Nehmen wir einmal an

28. Juli 2013

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (221) Ein ernsthafter Vorschlag: macht aus dem ORF-Funkhaus ein Medienmuseum!

ORF Funkhaus

Nehmen wir einmal an, die Wahlen sind geschlagen, Österreich kehrt nicht zu seiner lähmend-großkoalitionären Realverfassung zurück, sondern reagiert auf frische Impulse, und die wesentlichste Medienorgel des Landes, der ORF, kann und darf neu gedacht und den Realitäten der Gegenwart angepasst werden.

Nehmen wir einmal an, es passiert nicht das üblich Üble – der Austausch von mißliebigem Personal, das programmatische Weiterwursteln in der Programmabteilung, der verstärkte Schrei nach mehr Geldmitteln –, sondern man macht beherzt-visionär seine Hausaufgaben. Definiert und präzisiert seine öffentlich-rechtliche Aufgabenstellung. Und verkündet, dass sich der Auszug des Unternehmens aus der Asbest-Ruine am Küniglberg und die Umsiedlung des ORF nach Sankt Marx als – in jeder Hinsicht – günstigste Option erweist. Man hat auch keine Angst vor der eigenen Courage und setzt tatsächlich den entscheidenden Schritt.

Nehmen wir weiters einmal an, das Funkhaus in der Wiener Argentinierstraße, die Heimstätte von Sendern wie Ö1, FM4 oder Radio Wien, würde dann frei (obwohl es gute Gründe gibt, die historischen Wurzeln nicht zu kappen und das funktionierende Medien- & Kulturbiotop so zu belassen, wie es ist). Was aber nun tun mit dem altehrwürdigen Gebäude? Ein guter Teil – von der Eingangshalle bis zum Sendesaal – ist denkmalgeschützt. Ein weiteres Luxushotel oder Pensionistenheim braucht die Stadt nicht. Was wäre wirklich ein großer Wurf?

Nehmen wir nun weiters an, die Kulturpolitik in Wien würde nicht so funktionieren, wie sie funktioniert. So pragmatisch, so freundlich-unverbindlich, so visionslos. Sondern ebenfalls etwas wagen wollen. Sagen wir mal: ein Museum neuen Typs planen. Und realisieren. Und nicht mit spekulativen Grundstücksdeals irgendwo an der Peripherie Wiens oder beim neuen Hauptbahnhof ansiedeln, sondern im Herzen der Stadt. Das Funkhaus bietet sich an, nicht? Und was läge näher, als die Medien, die Kommunikation und die radikalste Entwicklung des 21. Jahrhunderts, die Digitalisierung und Computerisierung unserer Denk- und Lebenswelt, in den Mittelpunkt zu rücken?

Das ZKM, das „Zentrum für Kunst & Medientechnologie“ in Karlsruhe, könnte als Vorbild (oder auch nur Anhaltspunkt) herhalten. Zufälligerweise ist der ZKM-Direktor ein Österreicher: Peter Weibel. Nehmen wir also an, er wüsste einiges zu dem Thema zu sagen. Man muß ihn nur fragen.

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Freiheitliche Parteinahme

20. Juli 2013

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (220) Facebook kann seine Nutzer nach Belieben beurteilen, gängeln, zensurieren und sperren. Cui bono?

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Ich darf wohl als unverdächtig gelten, ein Anhänger des ehemaligen Zahntechnikers, Paintball-Enthusiasten und jetzigen FPÖ-Obmanns Heinz-Christian Strache zu sein. Ich zähle auch nicht zu seiner – von ihm selbst gern so apostrophierten – „Facebook-Gemeinde“.

Ganz im Gegenteil: eine Zeitlang hing ich der ideologischen Modeerscheinung an, gemeinsame „Freunde“, also Leute, die meinten, den Kerl und mich zugleich wertschätzen zu müssen, einfach aus meinem virtuellen Bekanntenkreis zu kicken. Bis ich beschloss, mich nicht in einer flauschigen Monokultur ähnlicher Meinungen und Überzeugungen bewegen zu wollen. Es bringt ja wenig, die dumpfe Realität auszublenden oder Leute zu missionieren, die längst derselben Glaubensgemeinschaft angehören. Sofern man überhaupt zur Missionierung neigt.

Was mir allerdings auch nicht recht gefallen wollte, war die billige Häme, die dieser Tage über den FPÖ-Recken hereinbrach, als er von Facebook gesperrt wurde. Ganz klar wurde nicht, warum eigentlich. Vielleicht hat ihn der eine oder die andere unter uns wegen rassistischer oder sonstwie anstössiger Äusserungen „gemeldet“? Strache selbst vermutete Kritik an den Spionagepraktiken des US-Geheimdienstes NSA als Grund der Sperre.

Das ist natürlich lächerlich. Den Big Data-Brüdern ist der österreichische Parlamentarier (wie der österreichische Parlamentarismus insgesamt) herzlich wurscht. Weniger egal sollte uns – jawohl, ich meine jeden einzelnen Leser dieser Zeilen, der zugleich Social Media-User ist – aber die Reaktion von Facebook sein. Eine Reaktion, wie man sie hierzulande dem Salzamt zuschreibt: man „prüfe noch“, es sei „eventuell ein Fehler“ passiert, Genaueres könne man nicht verlauten. Genauso hätte die Botschaft des Facebook-Sprechers lauten können: „Fickt euch ins Knie!“

„Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“ hat ein gewisser Voltaire einmal postuliert. Angeblich. Es fällt wohl unter Meinungsfreiheit, diese Worte – etwa im Namen eines „höheren Grundrechts“ (wie derzeit in der deutschen Innenpolitik) – als naiven Kalenderspruch abzutun. Oder Heinz-Christian Strache als rechten Populisten zu bezeichnen, der sich als David gegen Goliath 2.0 inszeniert. Oder die NSA-Gesellen als üble Handlanger des militärisch-industriellen Komplexes, der längst die Welt regiert, zu identifizieren.

Wenn aber irgendein Facebook-Heini irgendwo auf diesem Planeten das alles auf Knopfdruck verschwinden lassen kann – nennen wir es euphemistisch nicht Zensur, sondern digitale Obsorge –, dann ist das ein weit grösseres Problem als alle Ekelhaftigkeiten der FPÖ zusammen.

Let me entertain you!

18. Juli 2013

Das ausverkaufte Robbie Williams-Spektakel in Wien darf als diesjähriger Höhepunkt eines immer massiveren Live-Geschäfts gewertet werden. Oder? Über den Status Quo der Musikindustrie anno 2013.

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Wer dieser Tage in den Bürofluchten der Firma EMI Music Austria in der Wiener Webgasse 43 das Telefon klingeln lässt, bemüht sich vergeblich. Zwar ist der Anrufbeantworter noch in Betrieb, aber es gibt keine Gesprächspartner mehr. „Der gewünschte Teilnehmer antwortet nicht. Vielen Dank.“

Das klang einmal anders: in ihren Hochzeiten verkaufte die Österreich-Filiale des weltumspannenden Major-Musikproduzenten EMI mit einem Marktanteil von durchschnittlich 15 Prozent Millionen Tonträger. Der Katalog war hoch attraktiv – von Top-Stars wie den Beatles, Queen, Pink Floyd, Kraftwerk oder Herbert Grönemeyer bis hin zu lokalen Grössen wie der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, DJ Ötzi oder Falco. Zudem betrieb man ein – ob der niedrigen Friedenszins-Miete recht profitables – Plattengeschäft auf der Kärntnerstrasse.

Es ist das letzte sichtbare Relikt eines einst stolzen Konzerns. Von den ehemals bis zu fünfunddreißig Köpfen in der Zentrale wurde im Sommer 2013 genau eine Mitarbeiterin vom übermächtigen Konkurrenten Universal Music übernommen. Deren Marketing-Chef Peter Draxl, einst selbst EMI-Manager, trocken: „Die Integration ist abgeschlossen.“

Wirklich zufrieden ist man ob der Verknappung auf ein Zweieinhalb-Major-Oligopol – lange hatte Branchenauguren mit einer Vernunftehe der kleineren Marktteilnehmer Warner und EMI spekuliert, letztlich wurden aber die wesentlichen Pleite-Relikte Universal und Sony Music zugeschlagen – aber auch am Wiener Schwarzenbergplatz nicht. Denn die Zahlen sind generell schlecht. Universal-Statthalter Hannes Eder, zugleich Präsident des Branchenverbandes IFPI Austria, fasst die Situation stichwortartig zusammen: „Digitalmarkt weiter hinauf, physischer Markt wie schon in den letzten Jahren hinunter.“ Leider ersetzen Downloads – zuvorderst via Apples iTunes Store und Amazon – und Streamings – hier sind Spotify und Deezer führend – das Wegbrechen der CD-Umsätze nicht in jenem Maße, wie es sich die Vordenker und -Lenker des Musikgeschäfts wünschen.

Der Schwenk hin zum Digitalbusiness führt zudem zu einer rapiden Erosion traditioneller Strukturen: mittlerweile überlegt man z.B. beim grössten heimischen Filial-Distributor Libro ernsthaft, den CD-Verkauf aufzugeben. Ein Schreckensszenario für Universal & Co., die vornehmlich auf Mainstream-Ware setzen. Eder, betont optimistisch: „Sorgen würden wir uns machen, wenn die Nachfrage nach Musik sinken würde. Das tut sie aber nicht, sie steigt jedes Jahr. Wie man diese Nachfrage monetarisieren kann, ist eine tägliche Herausforderung, und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben.“

Der Status Quo lässt sich in eine nüchterne Frage übersetzen: womit verdient die Tonträger-Industrie anno 2013 überhaupt noch Geld? Etwas überspitzt: kaum mehr mit Tonträgern. EMI etwa verschleuderte im Zug des Überlebenskampfes sein gesamtes Tafelsilber. Katalogware, aber auch aktuelle Alben von Robbie Williams, Kate Perry, Coldplay oder Depeche Mode, wurden zum Ramschpreis unter das Volk gebracht. Die branchenweite Image-Entwertung der Compact Disc wird von einem erstaunlichen Comeback der Vinyl-Schallplatte konterkariert – allerdings handelt es sich dabei um ein Retro-Nischen-Phänomen.

Apropos Robbie Williams: das ehemalige Take That-Teenie-Idol ist längst zum Säulenheiligen der Ö3-Hemisphäre gereift. Und gibt sich verschmitzt pragmatisch: „Ich will verdammt viele Platten verkaufen und die beste Show aller Zeiten abliefern“. Rund 65.000 Williams-Fans erklärten sich am Mittwochnacht beim Wien-Gastspiel zu Augen- und Ohrenzeugen. Wirklich Geld verdient der 39jährige Ex-EMI-Heroe aber weniger mit „Platten“ denn mit der generalstabsmäßig durchexerzierten Rundum-Vermarktung seiner Live-Aktivitäten.

Williams war einer der Vorreiter einer Entwicklung, die immer stärker Raum greift: die Entwicklung und Realisierung von Künstlerkarrieren, Songmaterial und Showkonzepten überlässt man privaten Investoren und finanzkräftigen Althasen des Schaugeschäfts, die sogenannte „360-Grad-Vermarktung“ – von Merchandising über Tonträger, Verlags-, Film- und Werberechte bis hin zum Tournee-Zirkus – übernehmen die Major Companies. Oder gleich börsennotierte Entertainment-Konzerne neuen Typs, die etwa den Markt in den USA beherrschen. In Österreich ist das prominenteste Beispiel für dieses Modell Andreas Gabalier. Aber auch Newcomer wie Anna F. oder Julian LePlay erhielten entsprechende Angebote. Rahmabschöpfung rules.

Was allerdings tendenziell abgenommen hat, ist die Berechenbarkeit der Renditen: blieben schon früher die Einkünfte von acht unter zehn Nachwuchs-Starschnuppen unter den Erwartungen, lässt sich heute kaum mehr eine seriöse Prognose zum Karriereverlauf eines Künstlers treffen. Der Markt leidet an einem Überangebot an Live- und Konserven-Musik bei gleichzeitiger Verengung der Medien- und Absatzkanäle. Das Internet, lange als „Long Tail“-Paradies für Entdeckernaturen und Klangforscher abseits der Formatradio-Trampelpfade gepriesen, kann nur technisch eine Alternative eröffnen, nicht soziologisch.

Letztlich sei eine Rolle im Mainstream-Musik-Business aber immer noch besser als ein „normaler“ Durchschnittsjob, lässt Robbie Williams bei Pressegesprächen verlauten. Zur ewigen Tretmühle des Entertainment-Geschäfts hat er denselben Lieblingsspruch parat wie zum Status Quo der Branche generell: „Du blickst in den Abgrund – und der Abgrund blickt zurück.“

Rockin‘ In The Free World

13. Juli 2013

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (219) “So viel Lautsprecher bekommt man selten für’s Geld”. Sagen Kenner. Wir schließen uns an.

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Wird Zeit, hierorts wieder Handfestes auszupacken. Der Verdruss über die akute Indifferenz, Ahnungslosigkeit und/oder schlaumeierische Heimlichtuerei unserer Volksvertreter in Sachen Datenspionage – man wünschte, sie würden einmal bei Frank Schirrmacher nachfragen, Sascha Lobo, Peter Glaser oder Erich Moechel (to name just a few) – kann nur durch hemmungslosen Hedonismus besänftigt werden. Zumindest für kurze Zeit.

Etwa, sagen wir mal, durch eine kräftige Dosis Rock’n’Roll, die das geschäftige Summen der Welt mit maximaler Lautstärke und klaren Ansagen konterkariert. Wie sang Neil Young einst? „Keep on rockin’ in the free world“. Da nehmen wir ihn doch beim Wort. Und schleppen mannshohe Lautsprecherboxen ins Wohnzimmer, um der Parole den nötigen Nachdruck zu verleihen.

Bei Lautsprechern gilt ja die Regel: Volumen kann durch nichts ersetzt werden. Zwar lassen sich mit Hilfe hochgezüchteter Elektronik auch Zwergenböxchen brauchbare Töne entlocken, aber die Souveränität und Natürlichkeit ihrer Standeskollegen erreichen sie in der Regel nicht. Wenn sich aber massive Optik, solide Bauqualität und ein vergleichsweise kleiner Preis in einem Gehäuse vereinen, werden HiFi-Fans hellhörig. Und, ja, man kann mich als solchen bezeichnen. Also wurde ich beim österreichischen Generalimporteur der deutschen Audio-Schmiede Dynavox vorstellig. Es ist eine leicht wunderliche Firma: sie bedient vorwiegend enge Marktnischen. Vom billigen, aber fein tönenden Röhrenverstärker über allerlei Zubehör bis zum eigenwilligen High End-Lautsprecher reicht das Programm. Letztere Produktkategorie repräsentiert die Dynavox Impuls III.

Pro Exemplar fast 44 Kilo schwer, 1 Meter 30 hoch und mit einer mächtigen Koax-Tief/Mittelton-Membran ausgestattet, steht das Ding als „Hochwirkungsgrad-Standbox“ im Prospekt. Und das ist sie wirklich. Schon geringe Wattzahlen treiben diesen Lautsprecher – System Blöhbaum, wer’s genau wissen will – zu Höchstleistungen. Und verhelfen zu einer rundum verblüffenden Dynamik, Räumlichkeit und Live-Atmosphärik. „Was die Dynavox in Schalldruck und Emotion umzuwandeln versteht“, urteilte das HiFi-Magazin „Stereo“, „lässt so manchen audiophilen Geheimtipp daneben recht blutarm dastehen.“ Word.

Zu ergänzen wäre noch: wahrscheinlich um einen Bruchteil des Preises. Denn ein Paar Impuls III kostet nicht mal eineinhalb Tausender. Da kann man sich dann auch wieder mit der Welt versöhnen.

Geschäftsmodell: Angst

5. Juli 2013

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (218) Mutiert die Informationstechnologie zum Menschheits-Albtraum? Die Frage allein ist verdächtig.

Snowden

Was werden spätere Generationen über diese Zeit denken, wissen, schreiben? Sie fühlt sich an wie ein zunehmend surrealistisches Spektakel, eine Einführung auf kommende Ungeheuerlichkeiten, eine „Versuchsstation des Weltuntergangs“. Ja, ich halte es für angebracht, Karl Kraus zu zitieren, der den Ersten Weltkrieg erahnte, aber monatelang schwieg (bevor er zu einer intellektuellen Abrechnung in Form des Theaterstücks „Die letzten Tage der Menschheit“ ansetzte). Nun: wir schreiben nicht 1913, sondern das Jahr 2013. Bislang hat die Menschheit überlebt.

Aber wie bloß? Etwa, indem jede Regung, Äusserung und Spur humanen Lebens mittlerweile unter strikter Beobachtung steht? Die aktuellen Enthüllungen des „Whistleblowers“ – was für ein schnödes Etikett für eine unendlich mutige Tat – Edward Snowden zeigen ja nur auf, was man schon längst ahnte: wir bespitzeln uns gegenseitig. Rund um die Uhr. Allseits. Allerorten. Stehen unter Generalverdacht. Stellen uns selbst unter Generalverdacht. Es gibt keine Feinde mehr, weil es auch keine Freunde mehr gibt. Der neutrale Transitbereich eines Flughafens ist mittlerweile sicherer als jeder „souveräne“ Staat. Jede Grundsatzerklärung, jedes Gesetz, selbst die Deklaration der Menschenrechte ist ein Relikt aus fernen, besseren, eventuell aber auch nur naiveren Zeiten.

Jetzt und hier herrscht Krise. Heisst es. Dabei haben wir doch, es ist erst ein paar Jahre her, ein geniales spätkapitalistisches Geschäftsmodell entwickelt. Ein güldenes perpetuum mobile. Es nennt sich „Terrorprävention“. Die Handelsware ist Angst. Man – wer? – kassiert Milliarden aus Steuergeldern (also: von uns allen), die anderswo fehlen (uns allen nämlich), um vage Eventualitäten mit horrenden Absurditäten zu bekämpfen. Paranoia rules.

Beispiel gefällig? Neben der globalen Überwachung des Telefonverkehrs, des Internets und jeder Form elektronischer Kommunikation, dem Anzapfen von Kupferkabeln und Glasfaserleitungen durch Atom-U-Boote und der kaum verhohlenen „Kooperation“ mit IT-Konzernen wie Google, Apple, Microsoft oder Facebook findet auch, wie jetzt bekannt wurde, eine Protokollierung des Briefverkehrs statt. Zumindest in den USA. Absender und Empfänger werden vom U.S. Postal Service gescannt – rund 160 Milliarden Briefe, Pakete und Postkarten pro Jahr. Immerhin: in die Poststücke reinzuschauen traut man sich angeblich nur auf richterliche Anordnung. Angeblich.

Ex-Innenminister Ernst Strasser wäre prädestiniert gewesen, derlei auch in Österreich umzusetzen. Aber hierzulande scheinen Richter tatsächlich noch anderweitig beschäftigt zu sein. Und in der Mehrzahl integer und unabhängig. Strasser hat zudem enthüllt, sich Snowden seelenverwandt zu fühlen. Die Welt steht nimmer lang.

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