Partybeschallung

28. Dezember 2013

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (243) Alles Walzer! Oder eventuell doch Miley Cyrus? Hauptsache im Takt! So werden Sie zum Profi-Discjockey.

iRigMIX_hand

Musik gilt – vollkommen zurecht – als probates Schmiermittel, um beschwingt von einem Jahr ins nächste zu flutschen. Aber die Qual der Wahl, welche Künstler und Songs (bzw. Tracks) zu Gehör gebracht werden, ist keine geringe. Sie setzt Geschmack voraus, dessen Existenz bei den Leserinnen und Lesern dieser Kolumne freilich ausser Zweifel steht.

Ich meine damit: einen eigenen Geschmack im Sinne einer universellen Bildung in Populärkulturangelegenheiten und eines gewissen Raffinements in der Auswahl der tönenden Demonstrationsobjekte – und den Willen, ihn sensibel, aber doch nachdrücklich (und letztlich sogar zwingend) einem Publikum mitzuteilen. Zwingend heisst: nur eine Party, bei der beim Morgengrauen alle auf den Tischen tanzen, ist auch eine denk-, ehr- und erinnerungswürdige Party. Also eine wirklich gute Party.

Derlei benötigt einen Plattenreiter, kurz: DJ, oder eine DJane, der/die auch wirklich etwas drauf hat. Das können Sie selbst sein. Wie? Nun: Raketentechnolgie wird hier keine verhandelt. Und perfekt die Beats ineinander mischen müssen Sie nicht extra lernen – im Prinzip gilt es nur keine Pause zwischen den Stücken ihrer Playlist zu machen. Das technische Equipment sollte – der Autor dieser Anleitung geht von unregelmässigem, tendenziell hobbyistischem Gebrauch aus – nicht zu kompliziert, teuer und überkandidelt sein.

Und, ja, es macht Spass, mit Technics-Laufwerken und altertümlichen Vinylschallplatten zu hantieren. Selbst Profis machen das heute noch, oft aber nur mehr, um spezielle Scratch-Programme (z.B. „Serato“) anzusteuern. Mit “normalen” HiFi-Plattenspielern sollten Sie’s nicht versuchen. Aber eine halbwegs brauchbare Stereoanlage hat jeder daheim. Wesentlich ist das Mischpult. Ob sie da einen zweiten CD-Player oder einen Laptop und ein Mikrofon für launige Durchsagen dranhängen, bleibt Ihnen überlassen.

Natürlich können Sie am Computer herumfummeln und MP3s direkt per DJ-Software mischen, aber mit richtigen Schiebereglern macht es klar mehr Spass. Pult-Empfehlung (die Programme gibts gratis dazu): das schlichte, aber professionelle Traktor Kontrol Z1 von Native Instruments. Oder, wirklich kostengünstig, das iRig Mix, mit dem man sogar mit zwei Smartphones einen Abend schmeissen kann.

Nicht übertreiben! Der Weg vom Nachwuchs-David Guetta zum verspielten Tölpel, der allen zeigt, was er genau nicht kann, ist kurz… Man soll Ihnen ja die Hände küssen für Ihre DJ-Fingerfertigkeit. Und das Gerücht, der Mann oder die Frau hinter dem Mischpult wäre grundsätzlich die attraktivste Person im Raum, wurde nie wirklich widerlegt.

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2 Antworten to “Partybeschallung”


  1. Es gibt viel zu viele Beats und viel zu wenig Rhythmus. Zu Metronomschlägen kann man vielleicht gut marschieren, aber Musik ist halt doch etwas mehr als Beats ineinander mischen.

  2. CEEA Says:

    Was ebenfalls reizend wirkt, jeder Party-Teilnehmer gibt vorher seine Lieblingsmusik(er) bekannt, und dann wird @ Party gemixt.
    Wie das am besten gelöst wird, das ist wohl das schwierigste. :)

    Guten Rutsch!


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