Neujahrskonzert

12. Januar 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (245) Wer das Neujahrskonzert in bester Qualität nachhören will, sollte sich eventuell neue Kopfhörer gönnen.

Sennheiser Momentum

Wieviele Zillionen Kopfhörer wurden eigentlich zu Weihnachten verschenkt? Okay, das ist jetzt etwas übertrieben, aber die Notwendigkeit, Musik aus mobilen Geräten – vom Billig-MP3-Player bis zum Edel-Smartphone – in brauchbarer Qualität an die Ohren ihrer Besitzer und Benützer weiterzuleiten, hat unzweifelhaft einen Boom ausgelöst.

Seit einigen Jahren verkauft die Unterhaltungselektronik-Branche deutlich mehr Headphones als Lautsprecher. Und nicht nur die absoluten Zahlen sind Trumpf, sondern auch der Gesamtumsatz. Experten meinen, dass es allein in Europa mittlerweile mehr als sechshundert (!) Anbieter mit etwa 6000 Kopfhörer-Modellen gibt – der Großteil davon im Billigst-Segment unter 50 Euro. Die Ohrmuschel-Klangriesen sind zum Mitnahme- und Modeartikel geworden, Beats by Dr. Dre & Co. beherrschen das Strassenbild. Und natürlich wollen auch die alteingessenen Hersteller – von AKG bis Sennheiser, Stax und Yamaha – ein Wörtchen mitreden.

Wie aber herausfinden, welcher Kopfhörer auf welchen Kopf passt? Und auch noch besser als der Rest klingt? Hierzu gibt es nur einen gültigen Tipp: Ohren aufmachen! Zunächst aber gilt es, mit der ganz unterschiedlichen Passform und spezifischen Funktionsweise von In-Ears, On-Ears, Noise-Cancelling-Headphones, Funk- und DJ-Kopfhörern oder gar elektrostatischen High End-Hörgeräten samt eigenen Kopfhörerverstärkern umgehen zu lernen. Vieles – bis hin zum Preis, den man für gute Exemplare ausgeben kann und will – ist Geschmackssache.

Ich habe in den letzten Monaten immer wieder die unterschiedlichsten Hersteller und Modelle getestet. Vom eleganten RHA MA450i aus Großbritannien (mit Fernbedienung und Mikrofon) über superbe Noise-Cancelling-Modelle von Bose (Quietcomfort 20i) und Sennheiser (MM 550-X Travel) bis hin zu Bügelexemplaren für dem Heimgebrauch von Harman/Kardon, Pro-Ject und KEF. Zum aktuellen Lieblingsmodell habe ich den Sennheiser Momentum erkoren – es handelt sich um ein noch brieftaschenverträgliches, edles Kunstwerk aus Aluminium, Leder und fast schon greifbarem Wohlklang. Es gibt das gute Stück übrigens auch in Sondereditionen, aktuell z.B. für Fans von David Bowie. Wer’s braucht.

Generelle Erkenntnis: je mehr Materialeinsatz und damit Ohrmuscheldimension, desto besser. Schnuckelige In-Ear-Headphones sind eher nichts für mich. Nicht zuletzt, weil ich nie so recht weiss, ob das potentiell unangenehme Ding im Ohr jetzt richtig eingesetzt ist oder ich selbst der eigentliche Fremdkörper bin… Wenn aber alles sitzt und passt, klingt das Neujahrskonzert gleich doppelt gut.

Advertisements

Eine Antwort to “Neujahrskonzert”


  1. […] sind, andererseits den aktuellen Stand der Technik repräsentieren. Und dabei tunlichst gut klingen. Solche Kopfhörer gibt es von etlichen Markenherstellern (gelegentlich gesellt sich auch ein […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: