A Bike Called Quest

8. Juni 2014

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (265) Es gibt Fahrräder. Luxusfahrräder. Elektrofahrräder. Und das Elektrobiker Quest.

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Keine Sorge: mein vor einigen Monaten verkündeter Langzeittest in Sachen Elektromobilität ist längst nicht abgeschlossen. Demnächst geht wieder ein Schwung Anfragen raus an diverse Mofa-, Roller- und Automobilhersteller und ihre hiesigen Vertriebsfilialen. Aber zwischendurch war ich, zugegeben, etwas abgelenkt. Nicht zuletzt durch ein äusserst elegantes Vehikel, das sich – um die Konklusio gleich vorgwegzunehmen – als ideales Stadtfahrzeug erwiesen hat. Oder zumindest als raffinierte Ergänzung im Mix der fahrbaren Untersätze. Es handelt sich um ein Fahrrad.

Ein Fahrrad? Nicht gerade revolutionär, hör’ ich’s aus dem Publikum raunen. Abwarten! Denn das Modell, mit dem ich – motorverstärkt – durch die City gedüst bin, ist so etwas wie die Summe der Tüfteleien eines kleinen Teams von Enthusiasten, die sich – keep it smart and simple! – Elektrobiker nennen. Und ein stylishes Geschäft in der Wiener Westbahnstrasse betreiben. Das erste E-Bike hatte man anno 2008 noch in einer Garage zusammengeschraubt, das Resultat war – so vermerkt die Homepage – “deutlich zu hässlich für die Strasse”.

Sechs Jahre und einige hundert Prototypen und Verkaufsmodelle später repräsentiert das “Quest” den State of the Art. Es ist technisch perfekt, sieht wirklich gut aus und kann nach eigenen Vorstellungen konfektioniert werden. Gerade in den Details steckt viel Gehirnschmalz. Der Lithium-Ionen-Akku (Reichweite 40 – 90 Kilometer) z.B. ist verpackt wie eine kleine Zubehörtasche und über einen patentierten Verschluss leicht an- oder abschraubbar. Der kräftige Radnabenmotor wird über einen aufs Wesentliche reduzierten Alu-Drehregler mit Leistungsanzeige bedient. Letztlich fährt sich das “Quest” auch ohne Unterstützung probat, mit zugeschaltetem Motor geht aber wirklich die Post ab. Ich war in der Stadt fast so flott unterwegs wie mit der geliebten Vespa. Und das, ohne einen Tropfen Schweiss zu vergeuden.

Es gibt jedoch einen Wermutstropfen: den Preis. Denn mit etwas Zubehör wandert der Kostenpunkt für das Elektrobiker-Spitzenmodell behende über die 4000 Euro-Marke. Nun gilt ungebrochen der alte Spruch, wer billig kauft, kaufe letztlich teuer. Man kann sich eine Auto z.B. noch so schönrechnen – es geht richtig ins Geld. Hier sind die Folgekosten gleich null. Ich überlege ernsthaft, ob ich nicht einen meiner Blechkübel gegen ein “Quest” tausche. Oder Herrn Mateschitz überrede, die Startup-Firma aufzukaufen und in Hinkunft jährlich zigtausende dieser Bikes zu verkaufen. Rund um den Globus. Zu einem Viertel des Preises.

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Eine Antwort to “A Bike Called Quest”


  1. […] zu lesen). Und Radfahrer. Das ist mir erst neulich wieder aufgefallen, als ich – nachdem ich eine Kolumne zu einem ziemlich innovativen, durchdachten E-Bike verfasst hatte – die Reaktionen darauf […]


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