Antennen-Los

13. Juni 2015

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (315) Wie man laut dröhnend seinen Hörern den Unterschied zwischen Web- und Digitalradio verschweigt.

Ghettoblaster

„Wir sind die meisten Digitalradios!“, dieser Werbespruch des heimischen Privatradioanbieters KroneHit, ist nicht unumstritten. Aber das ist man ja von der Branche gewohnt. Wo einem die „besten Hits der 80er, 90er und von heute“ versprochen werden, geht meist nur die übliche Formatradio-Tristesse on air, „der schnellste Verkehrsservice Österreichs“ ist genauso flott und akkurat (oder auch das Gegenteil davon) wie die Konkurrenz. Und auch honorige Auszeichnungen, wie sie unlängst beim neu gestifteten Radiopreis vergeben wurden, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Superlativ die Normgrösse der Marketingabteilung ist. Und zwar aller Marketingabteilungen.

Was also ist so mißverständlich an der Behauptung von KroneHit? Immerhin bietet der Sender – zusätzlich zu seiner UKW-Frequenz – gleich 18 Internet-Streams an, von „Vollgas“ bis „Balkan“ (die so die jeweiligen Zielgruppen gleich volley ins Visier nehmen). Radio im engeren Sinn ist das nur bedingt, eher schon eine billige, computergenerierte Musiksoße auf Endlosschleife. Wem’s gefällt… Natürlich trachtet der strikt kommerzielle Rundfunkanbieter mit diesem Schmäh, möglichst viele Hörer/innen bei der Stange zu halten und bei den halbjährlichen Radiotests zur Nennung des richtigen Sendernamens zu bewegen. Nur so bleibt der Anteil am Werbekuchen üppig genug, um unbesorgt in die Zukunft zu marschieren.

Was ja real nicht passiert. Im Gegenteil. Denn terrestrisches (!) Digitalradio macht KroneHit nicht, sondern Internet-Radio. Ersteres können Sie seit ein paar Tagen im Großraum Wien empfangen, wenn Sie ein Gerät daheim oder im Auto haben, das den Standard DAB+ beherrscht. Feldversuch, Baby! Da aber sind KroneHit und andere wesentliche Player der Privatradio-Szene nicht dabei. Und, hoppla!, auch der ORF glänzt durch Abwesenheit. Dafür gibt’s – neben etablierten Marken wie NRJ, Arabella oder lounge.fm – plötzlich den Autofahrerclub ARBÖ live on air. Und einige obskure Nischenfüller mehr.

Technisch ist das ja alles kein Mirakulum, praktisch scheuen Ö3 & Co. eine digitale Angebotserweiterung. Der Grund dahinter: die schlagartige Neuordnung des Marktes beim Umstieg von analogem UKW-Radio auf den gültigen terrestrischen Digitalstandard DAB+ (von der Behörde für 2018 in Aussicht gestellt).

Also kratzt man alles an müden Argumenten und Ausreden zusammen, um sich ja nicht zu früh auch nur einen Millimeter bewegen zu müssen. Der Ton macht die Begleitmusik: der gern verwendete Fingerzeig, Millionen UKW-Empfänger würden im Fall des Falles schlagartig Elektroschrott, ist zwar einigermassen stichhaltig – aber seltsamerweise hat das beim Analog/Digital-Umstieg der Fernsehsender auch niemanden gekratzt.

21 Antworten to “Antennen-Los”

  1. Werner Knorr Says:

    Der Schluss ist doppelt, Bitte – Danke


  2. Ich habe bis heute nicht verstanden, worin der Vorteil von DAB+ liegen soll – ein Vorteil, der groß genug ist, die gewaltigen Nachteile auszugleichen.

    Außerdem ist es für die allermeisten Radios nicht praktikabel, sie einfach um ein kleines Digitalkastl zu ergänzen, das war bei den Fernsehern sehr wohl möglich und auch nicht weiter schmerzvoll. Die Radios muss man wegschmeißen, auch wenn sie noch jahrzerhntelang unverändert funktionieren würden.

    Kurz und gut: DAB+ ist die Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat…

    • Walter Gröbchen Says:

      Das könnte sein, ja. Aber darum ging es mir in der Story weniger…

    • Sabine Says:

      Also, ich hab meinen Fernseher damals auch ausgetauscht, obwohl der Alte es noch eine ganze Weile getan hätte. DAB+ bringt viele Vorteile. Zum einen schont es die Energieressourcen, da nicht jeder einzelne Sender über eine Senderanlage verfügen muss. Vielmehr nutzt man eine gemeinsame Infrastruktur. In Berlin würde man jährlich 11 Mio Euro im Bereich Energieaufwand sparen, wenn man dort jetzt UKW abstellen würde. Darum wird DAB+ auch „The Green Radio“ genannt. Und dadurch wird Radio auch für kleinere Sender leistbar, und selbst die kleineren Sender können beim vollen Ausbau von DAB+ im ganzen Land empfangen werden. Daher ist es auch verständlich, dass der ORF sich weigert, bei DAB+ mitzumachen, denn auf DAB+ haben sie keine Monopolstellung mehr. Ein weiterer Vorteil ist auch der, dass man bei DAB+ keine lästige Frequenzsuche hat – die Sender gibt es jetzt auf Knopfdruck. Und last but not least: die Klangqualität ist hörbar besser ohne Rauschen.

      • Sabine Says:

        Und ich vergaß zu erwähnen, dass man bei DAB+ genaue Hörerzahlen ermitteln kann, und dass bald Radiogeräte kommen, mit denen die Sender interaktiv mit den Hörern per Tastendruck am Display kommunizieren können, z.B. für ein Voting.


      • Wie werden bei DAB ohne Internet Rückkanal genaue Zählen ermittelt? In UK werden die Quoten über Tagebuch erhoben, Norwegen PPM.

        Und die Ausziehantenne wie beim alten DMB Galaxy S2 ist echt sexy….


  3. Hallo Walter, beim raschen Durchlesen folgende Fehler entdeckt:

    (1) Streaming ist meistens terrestrisch. Die wenigsten haben Sat-Internet. Und im Auto kann ich über mein Handy von ö1 bis Kronehit YAM (spielt übrigens nur österreichische Bands) viele Sender hören – ohne dabei ein Kabel nachzuschleifen. Die Aussage, dass Radiostreams nicht terrestrisch sind, ist daher falsch. Vielleicht hast du Broadcast gemeint.

    (2) Selbst dann wird Webradio zu digitaler Radionutzung gerechnet, zB in Großbritannien oder Norwegen bei der Ermittlung der digitalen Radioreichweite für UKW Abschaltszenarien.

    (3) DAB+ oder DAB haben weder in Großbritannien noch in Norwegen (das sind die beiden relativ erfolgreichsten DAB Länder, in Norwegen haben 2014 und damit 15 Jahre nach der Einführung 19% der Bevölkerung täglich Radio zumindest auch über DAB+ gehört) den Markt „schlagartig“ neugeordnet. Das erfolgreichste rein digitale Privatradio in Großbritannien heißt Absolut 80s und hat unter 1% Marktanteil. Der Markt in Großbritannien heute stärker konzentriert, als vor 10 Jahren: 3 große Player – BBC, Global und Bauer, Absolute und GWR wurden geschluckt bzw. fusioniert. Detto Norwegen.

    (4) Zum Vergleich mit TV: Terrestrik hatte bei TV vor der Umstellung etwa 15% Marktanteil, beim Radio über 90%. Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.

    (5) Für 2018 ist in Österreich kein Umstieg auf DAB+ geplant, ein Umstieg würde ja das Ausschalten von UKW bedeuten. Voraussichtlich werden mehr Angebote für DAB existieren, welche und wie viele wird auch davon abhängen, wie viele Empfangsgeräte verkauft werden.

    Was – teilweise – UKW Abschaltung bedeutet, wird man 2017 in Norwegen sehen. Dort werden zwar Lokalsender weiterlaufen, die nationalen Programme der staatlichen NRK sowie die Programme der Privatsender P4 und Radio Norge werden nur mehr über DAB+ sowie Streaming und andere digitale Verbreitungswege zu empfangen sein. Die Tagesreichweite von Radio liegt in Norwegen – trotz intensiver DAB+ Bemühungen – weit hinter Österreich.

    Klar kannst Du jetzt sagen, das hat alles der Kronehit PD Rüdiger Landgraf geschrieben, und deswegen ist es falsch, aber schau dir halt mal auch die Fakten an. Zur Zukunft des Radios ein Gedanke: Entweder am Handy oder gar nicht – und DAB+ ist nicht am Handy.

    • Walter Gröbchen Says:

      Hallo Rüdiger, danke für Dein fachmännisches (und im Vergleich zu Deinem Geschäftsführer entspanntes) Feedback. Nun bin ich gar nicht so ein Digital-Fanboy, wie hier einige mutmassen. Allerdings fand ich – der Ausgangspunkt meiner Kolumne – die Nicht-Teilnahme der Marktführer am ersten grossen DAB+-Feldversuch in Österreich (bei gleichzeitiger Werbedurchsage von KroneHit „Wir sind die meisten Digitalradios!“) doch aufreizend. Fakt ist, dass Dein Sender kein Digitalradio-Angebot im engeren Sinn betreibt. Webradio ist etwas anderes, jeder 16jährige Nerd kann das von seinem Jugendzimmer aus inszenieren. Zu Deiner Detailkritik: 1) Die Aussage, dass Streams nicht terrestrisch sind, habe ich nicht getroffen. Und, ja, natürlich geht es um Broadcasting. 2) Siehe 1) 3) Gut zu wissen. Aber warum hat dann KroneHit solche perspektivische Distanz zu DAB+? Dass sich die Digitalisierung des Medien-Segments Rundfunk á la longue nicht verhindern lassen wird, wissen wir beide. Und Internet-Streaming ist nur bedingt eine Alternative zu Digital Broadcasting; jedes System hat Vor- und Nachteile. Den Gedanken „Entweder am Handy oder gar nicht“ teile ich so kategorisch nicht – die nähere Zukunft von Radio wird im Auto entschieden. LG, WG


      • Hallo Walter,
        eher fad über Begriffe zu diskutieren, aber da du mich der „glatten Lüge“ bezichtigst, bleibt uns beiden das nicht erspart.

        Webradio ist Digitalradio, das sagt zum Beispiel World DAB , Zitat: „According to the Digital Radio Survey for the period from October to December 2014 conducted by TNS Gallup, 53% of Norweigans use „digital radio“, of that 36% use DAB. 20% of Norwegians have DAB in their car, up from 10% in 2013.“, Quelle: http://www.worlddab.org/country-information/norway

        In den 53% ist Streaming enthalten, zählt also zu Digtalradio – in Norwegen also kein Problem.

        Ahja, wer ist WorldDMB? „WorldDMB is the global forum for digital radio, facilitating the adoption and implementation of digital broadcast radio based on DAB, DAB+. Its membership includes public and commercial broadcasters, network providers, receiver, chip and car manufacturers.“ Mal sicher keine massiven DAB Gegner….

        Detto Großbritannien: Schau dir doch mal den Ofcom Communications Report (Ofcom ist die dortige RTR) an: Runterzuladen unter http://stakeholders.ofcom.org.uk/binaries/research/cmr/cmr14/UK_3.pdf, Seite 215: Digital radio’s share of radio listening: Q1 2014.- unterteilt in Internet/Unspecified/TV/DAB.

        Auch hier: Streaming gilt als Digitalradio. Somit in beiden Ländern, die bei Digitalradio führend sind. Nicht in Gröbchenland, wo man Urteile trifft, ohne zu recherchieren. Aber Recherche hat ja schon oft die schönsten Geschichten kaputt gemacht, wie auch die folgende:

        Die „schlagartige Neuordnung des Marktes“ sei der Grund, warum wir nicht bei DAB+ dabei sind. Immerhin fragst du jetzt mittlerweile „warum wir eine perspektivische Distanz“ zu DAB+ haben. Wäre halt cool, wenn du zuerst fragst, und dann schreibst, statt zu unterstellen, und dann nachzufragen. Aber du bist ja in erster Linie Lobbyist und nicht Journalist, und da macht man das wahrscheinlich so.

        Was spricht nun wirklich gegen DAB+ aus der Sicht von KRONEHIT:

        (1) Der Rechenstift. Nehmen wir das erfolgreichste Privatradio aus einem der beiden erfolgreichsten DAB Märkte – Absolute 80s aus Großbritannien: 0,9% Share – und das 15 Jahre nach dem Start von Digitalradio. Sagen wir mal, in Österreich geht das jetzt rascher als in diesem Best/Best Szenario – wir beginnen heute mit einer österreichweiten Abdeckung und schauen es uns über 10 Jahre an: Die Abdeckung kostet ca. 350.000 Euro technisch, sagen wir nochmal 350.000 für Programm und Rechte (wir wollen ja keine reine Musikschleife), also eine rund 700.000 Euro. Den Rest setzen wir mal synergetisch zum analogen Produkt mit Null an. Der Hörfunkmarkt in Österreich war 2014 brutto 4,8% von 4 Milliarden, das sollen dann netto freundliche 140 Millionen sein. Unterstellt man dem Sender lineares Wachstum, dann wäre er nach fünf Jahren noch immer defizitär, und hätte bis dahin 2,1 Millionen Anfangsverluste angehäuft. Und nach 10 Jahren ist es noch immer in den Roten. Fährt man eine Strategie wie Absolut Radio mit 6 DAB Stationen, dann entsprechend mehr. Kann wer anderer gerne probieren, ich halte das für ökonomisch gewagt.

        (2) Die Konsumenten: DAB setzt sich halt im Vergleich zu anderen neuen Technologien extrem langsam durch, weil die Konsumenten die Geräte nur sehr schleppend kaufen. Noch heute werden in Großbritannien 2/3 UKW only und 1/3 UKW+DAB Kombiempfänger verkauft. (http://www.theguardian.com/media/2014/sep/25/digital-radio-sales-dab). Deswegen fordern die DAB Befürworter ja auch

        (3) die Abschaltung von UKW, damit sich die Leute das Zeug endlich kaufen. Warum eigentlich UKW abschalten – ah ja richtig, weil es nicht digital ist. Verbieten wir Zeitungen auch mal das Erscheinen auf Papier, weil das nicht digital ist? Wenn DAB erfolgreich ist, super, aber mussten wir den Leuten die Nokia Handys wegnehmen, damit sie sich Smartphones kaufen? Beim Fernsehen gab es ja immerhin das wichtige Argument der digitalen Dividende – mach aus ATV am Kahlenberg ein paar LTE Kanäle – bringt Geld in die Staatskasse und schnellere Daten. Aber bei UKW – im 3 Meter Band? Wellenlänge = Lichtgeschwindigkeit/Frequenz; das ist halt Physik, und eine Antenne mit gleicher Effizienz ist bei UKW halt 8 mal länger als bei oberen UHF Kanälen. Ausziehantenne am iPhone 9s wird sexy. Auch deswegen gibt es bis heute keine überzeugenden Nachnutzungsszenarien für UKW, weswegen man zB in den USA überhaupt nicht über eine UKW Abschaltung diskutiert. UKW Abschaltung tötet nach heutigem Stand das Radio, weil über 90% der Nutzung über UKW erfolgt.

        (4) DAB ist ebenso wie UKW linear, nichtpersonalisierbar und ohne Rückkanal. Es kann keine Werbung nach Adserverlogik ausliefern. Es ist nicht skipbar. Es ist Technologie der 90er, more of the same. Es ist nicht direkt messbar. Das Match ist nicht digital gegen analog, das Match ist smart vs. unsmart. Das Match ist Pandora gegen iHeart, nicht Absolute 80s gegen die BBC.

        (5) Die Autogeschichte: Das „Connected Car“ ist bereits Wirklichkeit, Pandora zählt in den USA oft schon zur Erstausstattung. Progressive Downloading im Auto funktioniert prima. In den Autos werden Streaming, Progressive Downloading, Off-Line Audio, FM, DAB bzw. HD und manchmal auch AM parallel angeboten. Schaut dann so aus: (http://i2.wp.com/ajournalofmusicalthings.com/wp-content/uploads/Connected-car-again4.jpg?w=900). Neben Hersteller-Proprietären Systemen gibt es Apple Car Play oder Android Auto. Plus: Nur ein kleiner Teil des gesamten Radiokonsums findet im Auto statt, wo deiner Meinung nach (warum eigentlich?) die Zukunft entschieden wird: Der Löwenanteil der generierten Viertelstunden kommt von der Nutzung in der Arbeit.

        Noch zwei Sachen: Gerade alte Säcke wir du (und ich) sollten nicht den Wert eines Mediums danach beurteilen, ob es ein 16 jähriger im Alleingang herstellen kann, sonst sehen wir im Zeitalter der Lochis so alt aus wie wir sind. Winamp wurde auch von einem 16 jährigen geschrieben – und hatte eine größere Auswirkung auf den Audiokonsum als DAB bis heute.

        Zweitens: Bitte sag auch Apple, dass sie glatt lügen – „Tune in to Beats 1, broadcast live from cities around the globe. Zane Lowe and his handpicked team of renowned DJs create an eclectic mix of the latest and best in music.“ Schreiben die doch glatt von Broadcast, und das noch unter https://www.apple.com/music/radio/

        Zusammenfassung:
        Die etablierten Radioprogrammhersteller treten ein in den größeren Markt der Audio Content Anbieter, und ich befürchte, DAB+ wird dabei (nach heutigem Wissensstand) keine echte Hilfe sein.

        Und undifferenzierte Anschüttungen, die nicht auf Fakten fußen, erst recht nicht.

      • Walter Gröbchen Says:

        Hallo Rüdiger, ja, eher fad, über Begrifflichkeit zu diskutieren. Wir beide waren bzw. sind lange genug im Radiobusiness tätig, um zu wissen, was Radio ausmacht (technisch wie auch inhaltlich) und wie Medienpolitik betrieben wird in diesem Land. Und natürlich wissen wir beide auch, dass es kein Zufall war, dass KroneHit gerade zu einem Zeitpunkt „Wir sind die meisten Digitalradios!“ hinausposaunt, wo andere Stationen tatsächlich das Wagnis auf sich nehmen, DAB+ in der Praxis zu testen und mit tw. neuem Programmangebot zu bestücken. Man mag zu dieser Technologie stehen, wie man will – hier wird aber absichtsvoll, ja beinahe höhnisch das arbeits- und kostenintensive Engagement der Konkurrenz konterkariert. Gut, „Lüge“ wollen wir streichen (und ich bin auch bereit, diesen Standpunkt in meiner nächsten Kolumne zu korrigieren), aber die feine Art ist das auch nicht. Als Kolumnist überzeichne ich bewusst („Anschüttung“ ist es deswegen keine), Lobbyist bin ich definitiv nicht. Bei lounge.fm bin ich nicht mehr beteiligt, meine Partnerschaft mit der FM4-Chefin spielt hier kein Jota hinein. Ich sehe mich als aufmerksamer Beobachter der Radiolandschaft in Österreich und, ja, als Konsument. Als solcher finde ich „more of the same“ klar negativ, und, ja, DAB+ als Chance. Ob diese Technik eine realistische Zukunft hat, ist eine spannende Frage. Fortsetzung folgt.

      • Sabine Says:

        „Entweder am Handy oder gar nicht“ ist doch Quatsch. Wenn die Mehrheit der Österreicher/innen bis zu 4 Stunden täglich Radio hört, dann sicher nicht überwiegend am Handy. Da wird viel im Auto gehört, und die ganzen Teenager hören daheim Radio, wenn sie ihre Hausübungen machen. Im Büro läuft das Radio, die Hausfrauen haben ihre Radios, … usw. Aber zur Info: es gibt es schon Pläne beispielsweise von LG, Smartphones mit Digitalradio-Chip auf den Markt zu bringen. Das hätte sogar jetzt schon im Sommer kommen sollen, wurde aber noch verschoben. Das ist alles nur eine Frage der Zeit. Digitalradio mag es vielleicht jetzt noch nicht am Handy geben, aber in einem Jahr kann das schon ganz anders aussehen.

      • Schurli Says:

        Der einzige Grund warum KroneHit gegen DAB+ ist, weil sie ihre UKW Sender finanzieren müssen. Wenn jetzt DAB+ kommt, ist jahrelange Aufbauarbeit vergebens. Ich frage mich wer den Wahnsinn überhaupt finanziert. Aber es ist ja nicht mein Geld, dass da verpulvert wird. Außerdem sind alle Sender die auf DAB+ sind, sowieso im Internet als Stream zu erreichen.
        What’s the point anyway? (so, jetzt werf ich auch mal ein bißchen Anglizismus ein, wie der Herr Landgraf).

        Aus technischer und ökonomischer Sicht gibt es überhaupt kein Argument gegen DAB+. Wäre auch unfair 2 Technologien zu vergleichen die 9? Jahrzehnte auseinander liegen. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen und einen Gasglühstrumpf mit einer LED-Lampe zu vergleichen. Das sich analoges Radio so lange gehalten hat, ist zwar erstaunlich, aber alles hat einmal ein Ende.

        Letzten Endes kommt es auf einen Konkurrenzkampf DAB+ vs. LTE hinaus. Wobei die meisten Radiosender das ohnehin nicht als konkurrierende, sondern als 2 sich ergänzende Übertragungswege sehen. Ein Gutachten kommt, was die Kosten betrifft, zu folgenden Schluss:

        Die Kosten bei einer Übertragung über LTE liegen um etwa 40 Mal höher als die Kosten bei einer Übertragung über DAB+.

        Da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.
        Quelle des Gutachtens (TUM School of Management München): http://www.br.de/unternehmen/inhalt/technik/digitalradio-dab-studie-100.html

        Danke für die Aufmerksamkeit.

  4. Julia Schneider Says:

    Werter Herr Groebchen! Sehen Sie sich bitte unbedingt -in Bezug auf Ihren Artikel – den Film „Love & Mercy, Story of Brian Wilson an!! Wegen der Tonspur, ich habe so etwas noch nie gehört, unterschiedliche Stimmen und Klänge aus verschiedenen Boxen gleichzeitig. Sehr beeindruckend! MfG

  5. manfred Says:

    wtf ist Kronehit. and if it is – who cares. das ist ja nicht mal für Leser der Presse relevant.

  6. Olli Ohrwurm Says:

    DAB+: Ö3 scheut eine Angebotserweiterung??

    Da sollten Sie aber schon dazu sagen, dass dem ORF das Ausspielen neuer Angebote erst einmal vom Gesetzgeber erlaubt werden müsste (ähnlich wie beim Thema native Apps). Wurde es aber nicht – so geschehen in der Vor-Phase des DAB+ Versuches.
    Oder meinten Sie gar nicht „Angebotserweiterung“, sondern bloß Simulcast, also eine Parallelausstrahlung von Ö3?

    • Walter Gröbchen Says:

      Was den Medien zu entnehmen war: Ö3 hätte gerne ein „junges“ Format namens FM21 getestet. Die Gesetzeslage war/ist den ORF-Verantwortlichen wohl klar. Nun ist’s von außen betrachtet ein Henne/Ei-Problem: wollte man eine Gesetzesänderung per DAB+-Feldversuch „anstossen“ – oder hat man den Protest der Privatradiokonkurrenz (allen voran KroneHit) und das Abwinken der RTR als Anlass genommen, um rasch wieder Abstand zum DAB+-Testlauf nehmen zu können? Ich vermute eine Mischung aus beiden Motiven ;-) … Im übrigen bin ich dafür, dass die technologischen Restriktionen für den ORF seitens des Gesetzgebers gelockert bzw. ganz fallen gelassen werden. Das war ja schon bei der Social Media-Diskussion mein Standpunkt, siehe z.B. https://groebchen.wordpress.com/2012/11/17/im-trotzwinkerl/

  7. Der Radio-Freak Says:

    Ich glaube den Leuten ist beim Handy der Akku wichtiger als Radio hören, daher ist Radio-Hören übers Handy für die meisten verzichtbar.

    Das man in England und Norwegen noch Internet-Radio als Digitalradio mitnimmt, hat nur den einen Grund möglichst schnell 50% Digitalhörer zu bekommen. In Norwegen ist durchgehend von Süd nach Nord DAB zu hören, aber das Handynetz ist ausgenommen im Süden, recht dünn und es würde kein durchgehendes Radio erlauben. Die Kapazität würde niemals ausreichen.

    Ein Witz, wie man sich in dem angeblich so fortschrittlichen Österreich gegen digitales terrestrisches Radio stemmt. Beim Fernsehen wird es nun der 3. Standard und keiner ist mit dem vorherigen kompatibel. Aber das wird einfach verschwiegen und zusätzlich verdirbt man es jetzt bei der Bevölkerung mit der Verschlüsselung der TV-Angebote. Portabel-TV gibt es bald nicht mehr, weil es keine portable DVB-T2 Empfänger mit Decoder gibt.

    Man erwähnt in Sachen DAB in den oben genannte postings nur UK und Norwegen. Dabei ist die Schweiz weiter als beide Länder, zumindest was die Anzahl der Programme betrifft und auch die Empfangbarkeit für 99% der Bevölkerung. In Zürich beispielsweise sind es über 60 Programme. Davon etwa 10 verschiedene Stilrichtungen, inkl. mehrere Jugendprogramme. Im Gebirge bietet DAB NUR Vorteile gegenüber UKW und gegen das Internetradio mobil sowieso. Ich kann die Anti-DAB-Haltung einiger Österreicher überhaupt nicht verstehen. Bringt technisch gesehen NUR VORTEILE!


  8. […] das Musikangebot definiert. Und natürlich ist die Zeit nicht stehen geblieben: Internet-Stationen, Digitalradio, Musikstreaming, personalisierte Playlists, Social Media etc. usw. haschen dito nach unser aller […]


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