Funkstation

12. Juli 2015

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (319) Wird der Werbespruch „Anstecken und Lossurfen!“ dank LTE österreichweit zur erfreulichen Realität?

T-Mobile Home Net Box

„Hohe Ansprüche. Das verbindet uns.“ Oho! Da spricht mich der Geschäftsführer ja recht direkt an. Und das „im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ von T-Mobile Austria. „Ich will, dass Sie unser LTE-Netz selbst testen.“

Da ist der gute Mann, wie avisiert, hierorts an der richtigen Adresse. Man kann die aktuelle Werbekampagne des zweitgrössten Mobilfunkanbieters des Landes leise belächeln, aber, ehrlich gesagt: mir taugt sie. Denn die offensive Abkehr von der Schneller-Größer-Besser-Formel der Konkurrenz, die sich bei Netztests oft nur in praxisfernen Marginalien niederschlägt, erscheint mir so clever wie notwendig. Und das Angebot, die vierte Generation des Mobilfunks („Long Term Evolution“, kurzum LTE) ohne Risiko auszuprobieren, ist wirklich kundenfreundlich.

Ich habe in diesem Kontext zunächst das Samsung-Smartphone S6 Edge getestet. Und bin nach ein paar Tagen, durchaus zufrieden mit dem eindrucksvollen Stück Technik, auf eine „Home Net Box“ umgestiegen. Hinter dieser Bezeichnung steckt eigentlich ein Huawei E5170 Internet-Router, versehen mit dem Branding des lokalen Providers. Das Modem im annähernd würfelförmigen Plastikteil versteht sich auf alle gängigen Mobilfunk-Technologien, nur die topaktuelle LTE-Variante 6 (LTE Advanced, maximal 300 Mbit/Sek.) fehlt. Dennoch kann die zweiteilige Box – Dock und Router-Modul mit Akku, der das Ding auch mobil macht – eine gute Alternative zu herkömmlichen, leitungsgebundenen Internet-Modems sein. Mit WLAN-n , einem Ethernet-Anschluss und bis zu 32 Geräten, die man solchermassen mit dem World Wide Web vernetzen kann. Es gilt – mit etwas Optimismus – der Werbespruch: Anstecken und Lossurfen!

Nun sind die angekündigten Up- und Downloadgeschwindigkeiten in der Praxis – abhängig vorrangig vom Standort – oft nicht haltbar. Dennoch: ich überlege ernsthaft, ob wir die „Home Net Box“ nicht auch als Zusatzgerät im Büro einsetzen wollen. Zumindest für den Notfall. Denn arbeitstechnisch sind die ständigen Ausfälle der Internet-Verbindung (per Standleitung!) nicht nur ärgerlich, sondern nachgerade geschäftsschädigend. Und am Land gibt es immer noch jede Menge Funklöcher. Ob hier LTE, eventuell in Verbindung mit einem Flatrate-Tarif, einen eleganten Ausweg bietet? Probieren geht über Studieren.

Nun haben aber auch andere Mütter schöne Töchter, und T-Mobile hat kein Monopol auf das LTE-Netz in Österreich. Die Abdeckung erreicht bereits über 90 Prozent, und zwar bei allen Anbietern. Was absehbar wieder eine Preisschlacht begünstigt.

Man könnte sich also auch im Elektronikmarkt nach LTE-Routern umsehen, die für SIM-Cards aller Anbieter offen sind. Und, ja, es gibt sie – von Alcatel über Netgear bis TP-Link. Kostenpunkt: ab ca. 100 Euro aufwärts. Auch den Huawei-Würfel gibt es ohne T-Mobile-Bindung. Jetzt müsste man sich nur noch mit den Daten-Tarifen aller Provider auseinandersetzen. Oder greift gleich zum Rundum-Glücklich-Paket aus einem Haus.

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