Amadeus, Amadeus

22. November 2015

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (337) Warum der Besuch der „Klangbilder“-HiFi-Messe in diesem Jahr besonders verlockend ist…

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Es ist ja nicht so, dass die Leut’ Niedrigpreise verachten. Im Gegenteil. Insbesondere wenn gegeben ist, was landläufig unter einem guten Preis-/Leistungs-Verhältnis verstanden wird. Probate Ware und nachhaltige Qualität auch für den schmalen Geldbeutel fasziniert mich in der Regel mehr als güldener Zierrat oder das letzte Quäntchen Raffinesse, das mit exorbitanten Kosten verbunden ist.

Dennoch standen einige Freunde dem vorwöchigen Ratschlag, es in punkto Plattenspieler einmal mit dem japanischen Direktdreher Audio Technica LP120-USB zu probieren, skeptisch gegenüber. Wie soll ein Gerät, das unter 300 Euro kostet, mit weit teureren Vorbildern und Konkurrenten mithalten können? Gewiss: das Gehäuse ist aus Plastik und nicht aus gebürstetem Aluminium, und da und dort regiert zweifellos der Rotstift. Es gibt auch kaum noch Langzeit-Erfahrungen (wie mit dem unkaputtbaren Technics SL-1210). Aber die Funktionalität stimmt, und noch hat kein noch so kritischer Profi-Nutzer ein Haar in der Suppe gefunden.

Ich verstehe aber auch, dass man sich von der Masse absetzen will. Gerade die High End-Fraktion der Audio-Hardware-Industrie lebt davon. Dann aber plädiere ich für wirkliche Exaltiertheit, sprich: den Bau oder Erwerb von Einzelstücken. Oder zumindest Geräten aus Klein- und Kleinstserien. Und hätte gleich einen aktuellen Liebling bei der Hand: den „Amadeus“ der Wiener Lautsprecher Manufaktur. Ersterer ist ein leistungspotenter integrierter Class D-Verstärker im eleganten Retro-Technik-Look, letzteres trotz des Namens ein Innsbrucker Unternehmen.

Martin Schützenauer heisst der Entwickler, Andreas Steiner der Geschäftsführer – und die beiden ehemaligen Spitzensportler beweisen heute Gehör und Geschick. Neben Boxen-Eigenentwicklungen und einer superb klingenden Luxus-Boombox („Wunderkind“) sind es nun vor allem die Voll-, Vor- und Endverstärker, die Aufmerksamkeit erregen. Benannt nach Mitgliedern der Habsburger Kaiserfamilie, gefallen vor allem Optik, Haptik und Akuratesse der Konstruktionen. Und man kann wohl – das ist wahrer Luxus! – noch die eine oder andere individuelle Note anregen.

Wie klingt nun der „Amadeus“? Ich gestehe: das blieb bisher ungetestet. Aber ich werde am kommenden Wochenende zur grössten österreichische HiFi-Messe „Klangbilder“ (27.-29.11., Arcotel Kaiserwasser Wien) pilgern. Und dort schnurstracks den Raum der Wiener Lautsprecher Manufaktur ansteuern. Mit hohen, nein: höchsten Erwartungen.

Postscriptum: ich war heute auf der Klangbilder HiFi-Messe im ARCOTEL Kaiserwasser Wien – und, ja, die Wiener Lautsprecher Manufaktur hat mich nicht enttäuscht. Im Gegenteil. You gotta hear this!

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