Bewerbungsschreiben

9. Januar 2016

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (343) Der Fiat 124 Spider kommt wieder – wenn auch eigentlich ein Japaner unter der Design-Karosserie steckt.

Fiat-124-spider-2016

Man mag ja nicht fortwährend über Registrierkassen schreiben, auch wenn die Sache pressiert. Und ständig Leser/innen dieser Kolumne anklopfen, welche Software, Gerätschaften, Systeme denn nun dem strengen Blick des Finanzministers genügen. Ich arbeite dran – noch gilt eine Gnadenfrist bis ins Frühjahr. Und zwar allseits.

Zudem: „Einen Ruf erwirbt man sich nicht mit Dingen, die man erst tun wird“ hat Henry Ford einst gemeint – also widmen wir uns in dieser Kolumne der Gegenwart. Das Heute ist ja das Gestern von morgen. Und heute juckt es mich in den Fingern, die Voraussetzungen für ein Vergnügen zu schaffen, das mich idealerweise im Sommer 2016 ereilen wird. So gesehen ist dieser „Maschinenraum“-Eintrag ein Bewerbungsschreiben. Sein Empfänger ist der Pressechef von Fiat Österreich. Und der Betreff lautet „124 Spider“.

Es ist nämlich so, dass der italienische Autokonzern eine Legende wieder aus der Garage holt. Oder, präziser: ihren Namen. Und Spurenelemente der einstigen Anmutung. Den Fiat 124 Spider. Ziemlich genau vor dreissig Jahren hatte man die Produktion dieses zweisitzigen Roadsters, der zuletzt bei seinem Blechschneider Pininfarina vom Band lief, eingestellt.

Nun kehrt dieses klassische Spaß-Vehikel als eine Art Nachgeburt des Mazda MX-5 der vierten Generation wieder – auf der gemeinsam mit den Japanern entwickelten Technik-Plattform, aber mit stilsicher abgewandelten Details. Der Motor etwa, ein 1,4 Liter-Turbo mit 140 PS und einem manuellen 6-Gang-Getriebe, stammt aus dem Fiat-Regal. In punkto Design hat man sich erstaunlich weit an die historische Vorlage angelehnt – der Italo-Spider hängt da den vergleichsweise pubertär und aggressiv wirkenden MX-5 klar ab. Aber natürlich habe ich bislang nur Fotos gesehen. Auch auf der Vienna Autoshow (14.-17.01., Messe Wien) wird der neue 124er noch nicht herumstehen.

Werter Herr Pressechef! Für einen ausführlichen Test dieses – die Autowelt und mich überraschenden, weil ursprünglich in einer Kooperation mit Alfa Romeo geplanten – Vehikels bringe ich die denkbar besten Voraussetzungen mit. Denn: ich bin einst direkt von einem Fiat Spider in einen Mazda MX-5 umgestiegen. Die schmählichen Umstände dieses Stallwechsels verrate ich Ihnen bei einem Ramazzotti (sofern sie sie nicht schon vorher ergooglen), aber meine Uralt-Liebe zu diesem elegantesten Brot-und-Butter-Cabriolet aller Zeiten ist nie ganz verloschen. (Ich verkneife mir an dieser Stelle bewusst das Wörtchen „eingerostet“).

Wenn sich also nun japanische Ingenieurskunst und italienische Haute Couture in einem – noch dazu absehbar erschwinglichen – Fahrzeug paaren, dann wird ein feuchter Traum wahr. Wann und wo darf ich das Testauto abholen?

2 Antworten to “Bewerbungsschreiben”


  1. Falls du für diese Bewerbung noch Referenzen und Unterstützungsschreiben brauchst, starten wir gerne eine Petition für dich!


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