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The Dark Knight Rises

11. August 2012

MASCHINENRAUM. Die Kolumne in der „Presse am Sonntag” (172) Wenn demnächst eine Glock-Pistole aus dem 3D-Drucker rutscht, darf man sich eventuell zu Tode freuen.

Waffen zählen nur bedingt zu den “Spielzeugen”, die der entsprechenden Seite in der Print-Ausgabe der “Presse am Sonntag“ ihren Namen geben – wiewohl hier schon einmal die Geschichte der Kalaschnikow referiert wurde, ohne die geringste Verharmlosung freilich. Waffen gehören in die Hände speziell ausgebildeter, psychisch gefestigter, streng überprüfter Professionisten. Und sonst nirgendwohin. In den USA, dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, sieht man das weithin anders. Dort scheint es ja zu den Verfassungsrechten jedes Bürgers zu zählen, einen Colt im Nachttischladl oder eine Uzi am Beifahrersitz liegen haben zu dürfen.

Nach dem tragischen “Batman-Massaker” in Aurora, Colorado im Juli dieses Jahres – ein offenbar geistesgestörter Täter erschoß zwölf Kinobesucher und verletzte weitere sechzig z.T. schwer – verboten Lichtspieltheater zwar umgehend Masken und Kostüme. Der Staat und seine Organe schwiegen aber beredt zur amerikanischen Gesetzeslage in punkto Waffen. Und zur absurden Hochrüstung der Zivilgesellschaft. Jagen und Schießen seien nun mal Teil des “geschätzten nationalen Erbes”, so Barack Obama.

Ein neues Blutbad in einem US-Kino konnte dieser Tage nur knapp verhindert werden: ein Besucher trug eine geladene Pistole, mehrere Magazine und drei Messer bei sich. “Lediglich zur Selbstverteidigung”, so die Erklärung des Ersatz-Batmans. Eine Argumentation, die die Heerscharen an Waffenfanatikern, Glock-HipHoppern und selbsternannten Hilfssheriffs wahrscheinlich sogar äusserst plausibel finden. Man ist auch nur mässig erstaunt, wenn sich in einem Postpaket anstatt des bestellten Flachbild-Fernsehers ein halbautomatisches Sturmgewehr findet (wie es letzte Woche einem amerikanischen Kunden passiert ist). Die haben die Dinger im Amazon-Zentrallager wohl gehäuft herumliegen…

In wirklich fortschrittlichen Haushalten kommt aber eine zünftige Waffe hinkünftig aus dem 3D-Drucker. Ein US-Pionier hat erst neulich, wie der “New Scientist” berichtete, 200 Schüsse aus einer Pistole des Kalibers 22 abgefeuert, die partiell aus selbst hergestellten Plastikteilen besteht. Den Rest kann man legal und ungehindert zukaufen. Kosten: rund 30 Dollar. “Im Zweifelsfall ist das schwierig zu kontrollieren und zu unterbinden, da die Technologie schnell und unkompliziert fast jedes vorstellbare Produkt erzeugen kann”, so eine 3D-Druckexpertin. “Hier ist die Politik gefordert.” Na dann mal gute Nacht, Vereinigte Staaten.

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